Was hilft gegen Zecken bei Hunden? Welche Krankheiten können Zecken übertragen? Wann ist Zeckenzeit und wie entferne ich eine Zecke? Wir klären für euch die häufigsten Fragen rund um die Blutsauger.

 

Wann ist Zeckenzeit?

Durch den Klimaveränderungen und das Aufkommen verschiedener neuer Zeckenarten besteht die Gefahr eines Zeckenstichs fast ganzjährig. Saisonal sind die Parasiten allerdings im Frühjahr, Sommer und Herbst aktiver als im Winter. Empfohlen wird, Hunde von Februar bis November mit Hilfe geeigneter Mittel zu schützen, um Übertragungen von Krankheiten möglichst zu vermeiden.

 

Welche Krankheiten übertragen Zecken?

Borreliose, Ehrlichiose und FSME sind typische Krankheiten, die von Zecken übertragen werden können. Babesiose war ursprünglich eine Reisekrankheit, doch mittlerweile kommt die Auwaldzecke und somit auch die Erkrankung vermehrt zu uns.

 

Borreliose

Die Borreliose ist die gängigste Krankheit, welche von Zecken übertragen wird. Trägt eine Zecke diese Erreger in sich und kommt es zum Stick, überträgt sie circa 15-24 Stunden danach die sogenannten Borrelien mittels Speichels auf den Wirt. Beim Hund entsteht kaum eine Rötung, was das das Entdecken unter dem Fell sehr schwer macht. Unspezifische Symptome, die erst Wochen nach dem Zeckenstich auftreten sind:

Bei einem Verdacht auf Borreliose solltest du unmittelbar den Tierarzt aufsuchen. Mittels Blutabnahme wird ein Test durchgeführt. Ist dieser positiv, kann der Tierarzt mit der Therapie beginnen, die in der Regel den Einsatz von Antibiotika und entzündungshemmenden Arzneimitteln vorsieht.

 

Ehrlichiose

Ursprünglich war die als Überträger bekannt Braune Hundezecke nur rund um das Mittelmeer zu finden, doch sie wurde eingeschleppt. Die Bakterien werden bereits innerhalb der ersten Stunden auf den Hund übertragen. Nach ungefähr ein bis drei Wochen lassen sich die erste Symptome erkennen:

  • Abgeschlagenheit, Teilnahmslosigkeit
  • Schwellung der Lymphknoten
  • Fieber
  • Kleine Haut- oder Schleimhautblutungen
  • Erbrechen
  • Atemprobleme

Da die Krankheit häufig nicht erkannt wird, klingen die Symptome wieder ab und der Hund erscheint wieder gesund. Eventuell heilt die Ehrlichiose ab, die kann aber auch chronisch werden. Dann kommt es zu weiteren zusammenhangslosen Symptomen. Eine Diagnose erfolgt durch Laboruntersuchungen mittels DNA oder Antikörper. Mit Antibiotika wird versucht, die Vermehrung der Bakterien zu unterbinden. Ist der Hund bereits chronisch an Ehrlichiose erkrankt, sind die Heilungschancen gering.

 

FSME

Seltener, jedoch nicht weniger gefährlich, ist die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Diesen Erreger tragen deutlich weniger Zecken ins sich. Auch diese Viruserkrankung wird über den Speichel der Zecke übertragen. Allerdings erfolgt die Übertragung sehr zeitnah, weshalb das schnelle Entfernen möglicherweise nicht ausreicht, um den Hund vor FSME zu schützen. Folgende Symptome sind typisch:

  • Fieber
  • Erhöhte Schmerzhaftigkeit
  • Lähmungserscheinungen
  • Schwankender Gang
  • Teilnahmslosigkeit
  • Krämpfe

Eine Diagnose von FSME erfordert eingehende Untersuchungen, da eine Blutuntersuchung kein ausreichendes Indiz ist. Die Therapie ist aufwendig und führt nur selten zu einer Heilung. Daher ist die richtige Prophylaxe enorm wichtig.

 

Was hilft gegen Zecken beim Hund?

Eine Prophylaxe ist das A und O, um den Hund vor Zecken und deren übertragende Krankheiten zu schützen. Chemische Präparate haben zum Ziel, dass die Zecke ablässt oder stirbt, bevor sie Erreger übertragen kann. Natürliche Mittel und Snacks, deren Wirkweise auf pflanzlichen Zutaten basiert, sollen Zecken fernhalten. Die regelmäßige Kontrolle des Hundes ist aber dennoch immer durchzuführen.

 

Chemische Zeckenschutz-Präparate

Zecken-Halsbänder geben chemische Wirkstoffe ab (je nach Hersteller über circa 2 bis 8 Monate). Spot-On-Präparate müssen in regelmäßigen Abständen auf die Haut des Hundes aufgetragen werden. Die eindringenden chemischen Wirkstoffe sorgen dafür, dass die Zecke stirbt, sobald sie zubeißt.

Es gibt auch Tabletten, die dem Hund verabreicht werden können und somit einen chemischen Zecken-Schutz bieten.

 

Natürliche Mittel gegen Zecken

Der Wirkungsgrad von Hausmitteln ist von Tier zu Tier unterschiedlich. Bei natürlichen Mitteln ist eine regelmäßige Einnahme wichtig, damit sie Wirkung zeigen können. Bekannte Mittel sind:

  • Kokosöl
  • Schwarzkümmelöl
  • Pflanzliche Tropfen
  • Präparate auf Basis von Hefe und B-Vitaminen
  • Bernsteinkette

Leckerlis gegen Zecken

Speziellen Leckerlis gegen Zecken sind verschiedene Mittel zugesetzt. Dies ist sehr praktisch, da der Hund sie einfach mit der Belohnung aufnimmt und keinerlei Chemie zum Einsatz kommt. Leckerlis gegen Zecken enthalten Kräuter, Kerne und Öle. Deren Wirkung entfaltet sich im Körper, wodurch Hunde uninteressanter für Zecken werden.

 

Zeckenkontrolle beim Hund

Egal welches Mittel zum Einsatz kommt, das regelmäßige Absuchen des Hundes nach Zecken darf nicht vergessen werden. Beginne am Kopf und arbeite dich am Körper bis zur Rute entlang. Der Vorteil des Absuchens liegt darin, auch noch nicht festsitzende Zecken zu entdecken und ohne Aufwand entfernen zu können. Darüber hinaus können möglicherweise noch rechtzeitig Zecken entfernt werden, bevor sie Krankheitserreger übertragen.

Für die Entfernung der Zecke kannst du

  • eine Pinzette,
  • eine Zeckenzange oder
  • einen Zeckenhaken

benutzen.

Wichtig ist, dass du die Zecke hautnah greifst.  Am besten sollte der Hund von einer zweiten Person festgehalten werden. Versuche die Zecke nicht zu zerquetschen, da sie sonst Giftstoffe freisetzen könnte. Ebenso solltest du nicht versuchen, die Zecke zu ersticken. Die Zecke würde ihren Mageninhalt inklusive vorhandener Krankheitserreger in die Bisswunde erbrechen.
Oft wird das Drehen der Zecke beim Herausziehen diskutiert. Da  Zecken keine Gewinde besitzen, ist es egal, ob man diese zum Entfernen dreht oder nicht. Wichtig ist nur, dass du es langsam und ohne ruckartige Bewegungen machst.

 

Wo kann ich Mittel gegen Zecken kaufen?

Chemische Präparate sollten über den Tierarzt bezogen werden. Einige Präparate und Halsbänder kann man auch im Internet erwerben. Informiere dich dann aber bitte genau über die Anwendung. Natürliche Mittel und spezielle Leckerlis findest du ebenfalls im Internet oder im Zoofachgeschäft.