Nr. 9, oder wie misst man Intelligenz beim Hund?

Nr. 9, oder wie misst man Intelligenz beim Hund?

Ich fand vor einiger Zeit ein Ranking der intelligentesten Hunderassen. Auf Platz 1 war der Border Collie und die weiteren Plätze wurden von Schäferhunden, Labbies etc. belegt. Was mich aber am meisten verblüffte war, dass der Rottweiler auf Platz 9 dieser Hitparade, und der Terrier überhaupt nicht zu finden war!?
Zuhause fand eine angeregte Diskussion statt, was eigentlich Intelligenz beim Hund ausmacht, und welcher unserer Hunde eigentlich der „Hellere“ sei.

Bei anderen Hundefreunden hörte ich mal, dass wahre Intelligenz eigentlich die „Restintelligenz“ sei, die der Hundehalter durch Obedience etc. nicht „wegerzogen“ hätte. Also einfach das, was der Hund von sich aus kann und macht.

Und wer einen Terrier hat, kann da sicher mitreden! Unserer versteht ganze Sätze, ist

  • ehrenamtlicher „Held der Entsorgung“ (sortiert gerne den Müll, rettet Tempos aus Hosentaschen),
  • Diätcoach (isst unser Butterbrot und holt die Kabanossi aus der Metzgertüte, bevor wir dick werden)
  • Facility-Manager (trägt uns die schmutzigen Socken hinterher, wenn sie nicht diebstahlsicher in der Waschküche verräumt werden).
  • multitaskingfähig, denn er kann so tun, als ob er pinkelt und frisst dabei irgendwelche weggeworfenen Vesperbrote an der Schulbus-Haltestelle
  • Aber was ist mit Nummer 9???

    Durch mehrfaches Umknicken beim wilden Spiel hat sich unser Rottweiler Stacy im Alter von ca. 1 Jahr das Sesambein gebrochen. Sie war damals schon einige Male wegen Lahmheit beim Arzt, aber dieses Mal war sie nicht mehr gewillt auch nur einen Schritt weiter zu laufen. Herrchen holte das Auto und in der Tierklinik war schnell klar, dass das Sesambein an der linken Pfote gebrochen war und entfernt werden musste.

    Danach war es schwierig den jungen Hund zu schonen und trotzdem auszulasten.

    Immer wieder kam es bei ihr zu diversen Verletzungen und es bestand durch diese Verletzungen eine Arthroseneigung.

    Seit dieser Zeit besteht zwischen Herrchen und Hund eine ganz besondere, fast spirituelle Verbindung…..
    Herrchen sieht und fühlt es, wenn es Stacy nicht gut geht und sie Schmerzen hat. Das ist zugegebener Maßen bei einem Rottweiler sehr schwierig, denn die Schmerzgrenze bei diesen Hunden ist (zumindest beim Tierarztbesuch!) sehr hoch. Bei der Untersuchung kann man den Hund in alle erdenklichen Posen verdrehen, ohne ein Jammern oder zumindest Schmatzen als Schmerzreaktion zu provozieren.

    Das ist zuhause anders: Da kuschelt sich Stacy, nach langsamem Aufstehen und Humpeln erst mal an Herrchen ran, um ihm zu signalisieren: „wir gehen miteinander!“
    Mein Sohn und ich sehen diese „Verbindung“ nicht ganz unkritisch, führen sie aber auf das gleiche Sternzeichen der Beiden zurück!
    Es gibt einige Übereinstimmungen, z.B. Hunger und diverse Nahrungsunverträglichkeiten, wie auch die Neigung zu Sportverletzungen…… :) ))))

    Klare Verteilung, wer mit Frauchen und wer mit Herrchen unterwegs ist

    Irgendwie hat sich daraus dann auch ergeben, dass während unserer Urlaube, der Rotti die meiste Zeit mit Herrchen läuft und der Terrier meinen Sohn oder mich ausführt.

    So war es auch auf unseren letzten Urlaubsreisen nach Skandinavien. Irgendwann lernten wir den Komfort der Fähren zu schätzen und reisten zunächst von Dänemark nach Schweden und das nächste Mal nach Finnland weiter. Auf der ersten Überfahrt legte sich unsere Stacy flach wie eine Flunder auf den Boden und war nicht mehr wegzubewegen, als es darum ging auf der Fähre die Treppe zur Kabine hochzusteigen. Herrchen trug sie – unter den bewundernden Blicken der
    Nicht-Hundebesitzer – die Treppe nach oben.

    40kg Hund hingen wie ein Plüschtier in seinem Arm und bewegten sich nicht!

    An Deck war dann alles wieder ok und sie legte sich gechillt in die Sonne. Beim Terrier mussten wir übrigens darauf achten, dass er nicht von Bord springt, um in der Bugwelle zu surfen!

    Für die anderen „Bedürfnisse“ gibt es an Bord eine Sandkiste – manchmal sogar mit einem alten Baumstamm. Je nachdem, wie lange die Überfahrt ist, sollte der Hund diese Kiste dann doch mal aufsuchen. Beim Terrier war dies gar kein Problem: Dieser hätte vermutlich das ganze Deck dampfgestrahlt.

    rottweiler an deck eines schiffesBildangaben: Bild & Quelle: Patricia

    Bild & Quelle: Patricia


    Der Rotti hatte zunächst Probleme mit heftigstem Hunger. Das Futter war im Auto bzw. Wohnwagen und wir hatten im leichten Bord-Gepäck nichts Essbares dabei. Wir fragten daraufhin im Schiffsrestaurant nach Brot und bekamen von der freundlichen Stewardess ein Eckstück geschenkt. Aber irgendwann sollte sie doch auch mal pinkeln???
    Herrchen führte Stacy mehrfach an und um die Kiste herum. man sah ihr förmlich an, wie sie diesen Gestank verabscheute! Irgendwann lockte er sie in die Kiste und versuchte dies auch mit einem Leinenruck zu forcieren. Und – oh, mein Gott! – sie hob ihre verletzte Pfote und tat, als ob sie Schmerzen hätte oder der Sand an ihrer Pfote nicht ertragen könne! Herrchen sah sofort nach und bereits beim Weggehen war der Hund genesen und konnte wieder gehen!!!!

    Sie hatte herausgefunden, dass man durch ein Anheben der Pfote doch nicht weiter genötigt wird, etwas, das man absolut nicht will, zu tun!

    erleichterter rottweilerBildangaben: Bild & Quelle: Patricia

    Bild & Quelle: Patricia

    Das geschah auf der Überfahrt von Helsinki nach Travemünde: Unser Rotti hat sich 28 Stunden nicht erleichtert!!!!! Nach Verlassen der Fähre haben wir sofort angehalten und die Hunde ausgeführt. Auch da war die Dame allenfalls zum Pinkeln zu bewegen.

    Der Rest kam später…

    Ein Gastbeitrag von Patricia

    Beitragsbilder & Quellen: Patricia