Ein Hund mit dem Namen eines Kleidungsstücks, Puli – gibt’s das überhaupt?

Der Puli an sich

Der agile, wendige Hund kommt ursprünglich aus Ungarn, Pulik (der Plural) waren nicht selten treue Arbeitstiere der ungarischen Schäfer. Die Magyaren (ungar. Siedler) brachten diese Hunde im 9. Jahrhundert mit. Pulis (wie man hier durchaus auch sagen darf) sind die Hütehunde der ungarische Schäfer.

Sie können von 36cm bis zu 45cm (Rüde) groß werden und zählen damit zu den kleinen bis mittelgroßen Hunden. Die Lebenserwartung liegt bei ca. 15 Jahren.

Der Körperbau ist leicht, gut bemuskelt und nach Rassenstandart – viereckig ! D.h. die Länge entspricht der Schulterhöhe.

Das Auffälligste aber ist sein Fell

Die Puli-Welpen entwickeln ein glattes bis lockiges Fell. Die ersten 7-9 Monaten ändert sich daran auch nichts. Bis es anfängt, zu „verzotten“, es bilden sich direkt über der Haut im Fell Verfilzungen. Dort vermischt sich die Unterwolle mit dem längeren Fell. Man pflegt ein Pulifell, indem diese Verfilzungen zu Zotten auseinander gezogen werden. Bei Junghunden etwas aufwendiger, aber wenn einmal die Zotten erkennbar sind, dann braucht man nur noch nachzuzotten (wenn man den Hund sowieso neben sich liegen hat).

Diese Zotten geben dem erwachsenen Puli ein außergewöhnliches Aussehen. Eine Mischung aus jamaicanischem Goodlife und der Frage: Wo ist da vorne oder hinten?

Der große Vorteil, den ein Puli-Fell bietet, offenbart sich einem stolzen Besitzer sehr schnell. Während die meisten Hundebesitzer mehr oder weniger jeden Tag das ausgefallene Fell ihres Hundes in der Wohnung beseitigen, braucht man bei einem Puli als Mitbewohner, nachdem das Zottenfell sich gebildet hat, nur noch vereinzelt mal eine Zotte aufzuheben.

kein Vorteil ohne Nachteil!

Tja… Der Geruch eines nassen Zottenfells bleibt jedem länger in der Nase. Wenn der Hund keine Lust hat sich föhnen zu lassen, dann kann es länger dauern, bis das Fell wieder komplett trocken ist.

Das Fell sieht nach viel Arbeit aus, ist aber nicht aufwendiger als normales Fell. Die Zeit, die man sonst mit dem Bürsten und Pflegen des Hundefelles verbringt, hat man hier um kleine Grasstengel und Samen, ganze Äste und Kletten zu entfernen.

Den Puli gibt es in den Farben weiß, weiß mit schwarzer Maske (der sog. Maskenfalb), schwarz mit geringen rostroten oder grauen Nuancen und seit neuesten auch grau in jeder beliebigen Schattierung (so der Rassenstandart),und natürlich in vielen anderen Kombinationen auch, da die Natur sich immer durchstezt!

Puli von der Seite

Bild & Quelle: Constanze Lönnecker

Das macht den Puli aus

Ein Puli ist ursprünglich. So wie er früher bei den Schäfern eingesetzt wurde, nämlich zum Hüten und Treiben der Herde, so agiert er auch heute noch gerne. Bloß, dass die Herde jetzt aus „seinen“ Menschen besteht.

Er kontrolliert und sondiert genau, wenn man ihn lässt. Deswegen ist es gut, wenn er beschäftigt wird. Ein gelangweilter Puli macht sich schnell seine Untertanen. Man sollte also unternehmungslustig und keine Couchkartoffel sein.

Als vielseitiger Allrounder ist der Puli für Hundesportarten, wie Agility, Dogdancing u.v.a. zu begeistern.
Pulis sind flinke, wendige Gesellen, immer einfallsreich, sehr gelehrig und klug. Man sollte schon einen gewissen Sinn für Humor haben, da der Puli oft versucht mit seinen Ideen Aufmerksamkeit zu erhalten.Da kommt so manche komische Situation zustande.
Andererseits ist der Puli sehr sensibel und feinfühlig und möchte eigentlich seinem Chef nur gefallen.

Große Kuschelrunden sind genauso wichtig für den Puli, wie Erziehung.

So vielseitig sie im Hundesport einsetzbar sind, so flexibel sind sie im Alltag. Da es kein sehr großer Hund ist (die Hündinnen ab 36cm) kann man ihn fast überall mitnehmen.

Schnee und Puli Hund

Bild & Quelle: Constanze Lönnecker


So wie andere Hunde lieben manche Pulis das Wasser und manche nicht. Allerdings ist ein Puli mit bodenlangen Zotten im Wasser gehandikapt (was die Wasserbegeisterten aber nicht abhält). Der Puli, der mit Kindern aufwächst, ist selbst ein fröhlicher Mitspieler.

Er ist begeisterter Bewacher und mitteilsamer Beobachter. Und alles mit Leib und Seele. Auf Fremde reagiert ein Puli oft mit Zurückhaltung (keine Aggressivität).

Noch ein Absatz zu meinem Puli

Die allgemeine Beschreibung des Pulis kommt an den lebendigen Puli nicht heran.

Meine Puli-Hündin ist noch jung, hat ordentlich Pfeffer im Popo und meine vollste Zuneigung.

Wir fahren mit ihr Fahrrad ( mit den Versuchen, sie abzuhängen – bis jetzt nicht oft erfolgreich). Ich bin im Moment dabei, sie für Agility zu trainieren (mit mäßigem Erfolg). Wasser liebt sie sehr. Sie würde in jeden Tümpel rennen, wenn man sie ließe. Ich sehe zu, daß ihr Fell nicht zu lang wächst, damit es nicht so schwer wird im Wasser. Wald mag sie nicht so sehr, ist ja auch klar, da bleibt vieles im Fell hängen, gerade bei Nadelgehölz. Die Wärme macht ihr nicht so viel aus, wie man vermuten würde. Sie liegt oft in der prallen Sonne. Im Fell sind ganz viele Luftschichten, die ein bißchen temperieren. Sie ist ein Teil unseres Lebens und man merkt ihr die Lebensfreude an. Es ist manchmal morgens so, daß ich lachend aufwache, da sie mir meine Brille in das Gesicht schmeißt oder eine Knurrarie singt.Und noch viele andere Dinge macht, damit ich aufwache. Klar hat sie auch Unarten ( wie fast jeder Hund), aber mit Geduld und Konsequenz kann man (nein, muß) man sich durchsetzen. Sie hat ganz eigene Ideen. Sie möchte doch auch immer lieb sein.

Abschließend ist zu bemerken, daß die Ungarn über den Puli sagen:

Ein Puli ist kein Hund-ein Puli ist ein Puli!

Ein Gastbeitrag von Constanze Lönnecker

Alle Bilder & Quellen: Constanze Lönnecker