BONNY ÜBER TIERISCHE WEIHNACHTEN UND ZIMMERWALD

BONNY ÜBER TIERISCHE WEIHNACHTEN UND ZIMMERWALD

Einmal im Jahr geschehen in unserer Wohnung äußerst merkwürdige Dinge:
Wenn es draußen kalt und früh dunkel wird, holen die Kraulomaten Wald nach Hause. Nicht, dass mich das stören würde. Im Gegenteil, es duftet gut. Aber warum sie es jedes Jahr wieder tun, wissen wir nicht – meine UHU-Katze und ich. Leider holen sie den ZimmerWald immer nur für ein paar Tage. Genau dann, wenn man die Nadeln herunter-wedeln und in den Parkettritzen verteilen könnte, nehmen sie den schönen ZimmerWald und tragen ihn wieder nach draußen. Fräulein UHU und ich beobachten das seit Jahren … und wir wundern uns tierisch.

Kraulomaten nennen die ZimmerWald-Zeit Weihnachten!
Die Sache fängt ganz harmlos an: Ein Kraulomat bringt vom Einkaufen ein paar Tannenzweige mit. Diese Zweige werden in eine wasservolle Vase gesteckt. Der andere Kraulomat geht in den Keller und kommt mit einer Umzugskiste wieder. Meine UHU-Katze und ich waren am Anfang sehr erschrocken. Wir mögen keine Umzüge. Aber weil wir beide ein gutes Riech-Gedächtnis haben, wissen wir inzwischen: kein Umzug! Es ist die ZimmerWald-Kiste, die der Kraulomat einmal im Jahr aus dem Keller holt.

In der ZimmerWald- Kiste befindet sich eine Menge rot-goldenes Zeug, das für unsere feinen Nasen leicht nach Keller müffelt. Wir finden die rot-goldfarbenen MüffelSachen nicht besonders interessant, aber der kleine Kraulomat ist jedes Mal völlig aus dem Häuschen.

„Oh!“ ruft er und zerrt ein verknittertes rotes Band mit Wachsflecken aus dem Karton– oder: „Ach, guck mal!“ und hält einen Weihnachtsmann aus Pappmaché hoch. Der Weihnachtsmann schaut ein bisschen traurig, weil er wahrscheinlich lieber am Ferien-Strand geblieben wäre, statt im Flur herum zu stehen. Wenn alles aus der ZimmerWald-Kiste herausgeholt und auf dem Boden ausgebreitet ist, hängt der Kraulomat die Zweige in der Vase voll mit Kugeln, Glöckchen und Rot-Gold-Gedöns.

„Da lässt du brav die Pfoten von! Hörst du!“ sagt der Kraulomat dann zu meiner UHU-Katze.

Fräulein UHU schnurrt freundlich und kneift die Augen zusammen. Und ich weiß genau, dass sie spätestens nachts, wenn die Kraulomaten schlafen, das ganze Rot und Gold von den Zweigen pflückt und Kugeln oder Glöckchen über den Boden kegelt.

Kaum sind die Vasen-Zweige geschmückt, bringt der Dekorations-Kraulomat noch mehr Grünzeug in die Wohnung. Diesmal ist es ein Tannen-Kreis. Der Tannen-Kreis wird auch mit Rot und Gold verkleidet.

„So einen schönen Kranz hatten wir noch nie!“ sagt der Dekorations-Kraulomat, wenn aus dem Grünzeug-Kreis ein Adventskranz geworden ist. Und der große Kraulomat antwortet:
„Das sagst du jedes Jahr.“ Dann gucken Fräulein UHU und ich uns an und denken:
Das wiederum sagt der große Kraulomat jedes Jahr.

Ein paar Tage später wird es dann richtig toll – Sie bringen einen ganzen Baum ins Zimmer. Das ist eine besondere Sorte Baum. Die gibt es nur einmal im Jahr. Sie wachsen in Netzen! Auf der Straße, hinter Zäunen, und komischerweise häufig in Autoreifen. Aber nur wenn es kalt ist. Im Sommer, im Park oder so, habe ich noch nie solche Bäume gesehen. Wenn die Netzbäume wachsen, glänzen die Augen von unseren Kraulomaten. Ihre Stimmen werden ganz weich und sie sagen immer wieder:
„Bald ist Weihnachten!“
Meine UHU-Katze liebt Netzbäume. Sie holt ihre Flitschegummis und Bällchen aus allen Ecken des Zimmers und spielt damit um den Netzbaum herum.

UHU-Baum-GummiBildangaben: Bild & Quelle: Katja Doubek

Bild & Quelle: Katja Doubek

Ihr zuliebe lassen die Kraulomaten den Netzbaum immer zwei/drei Tage im Zimmer liegen. Die FlitscheGummis verlieren übrigens Postboten beim Ausliefern der Briefe. Der kleine Kraulomat sammelt sie überall von der Straße, bringt sie hoch und wäscht sie ab. Dann flitscht er sie durch die Wohnung. Die UHU Katze fängt sie oder rennt hinterher.
Während Fräulein UHU ihre Gummis unter den Netzbaum schiebt, duftet es in der ganzen Wohnung sehr, sehr aber wirklich sehr, sehr lecker. Der Dekorations-Kraulomat backt Kekse – HUNDEKEKSE … Meine aller – allerliebsten Kekse sind mit Leberwurst! Ich kann die Küche nicht verlassen, wenn sie gebacken werden.

„Irgendwann bekommst Du eine Keks-Back-Koch-Mütze“, lacht der kleine Kraulomat mich aus.

WeihnachtskekseBildangaben: Bild & Quelle: Katja Doubek

Bild & Quelle: Katja Doubek

Dabei gibt´s da gar nichts zu lachen! Es ist nämlich so: Der Hundekeks- Duft ist stärker als ich! Ich muss einfach ganz in der Nähe sein, wenn diese Kekse gebacken werden! Deswegen weiß ich auch genau, wie sie gemacht werden:
– 375 g Weizenvollkornmehl
– 50 g Leberwurst
– 1 Ei
– 125 ml fettarme Milch
Ei und Milch verquirlen, mit Leberwurst und Mehl zu einem Teig verkneten – wenn´s zu krümelig ist, noch ein bisschen Milch dazu geben (ich fände allerdings besser, noch mehr Leberwurst hinein zu matschen). Dann den Teig ausrollen, die Kekse ausstechen , auf ein Blech mit Backpapier legen und bei 160° 15-20 Minuten backen.. Man kann auch kleine Kugeln formen – das geht schneller als Plätzchen ausstechen, aber Plätzchen sehen hübscher aus.

Weihnachten färbt mein Kraulomat die Kekse sogar mit Speisefarbe und sticht ein Loch hinein. Sind die Kekse gebacken, wissen Fräulein UHU und ich genau, wie es weiter geht:
Erst wird der Netzbaum entnetzt. Er soll nämlich ein Weihnachtsbaum werden. Deswegen wird er in einen Ständer für Weihnachtsbäume gestellt.
Bis vorletztes Jahr war das immer der schlimmste Teil des Tages. Manchmal hat es viele Stunden und großes Kraulomaten- Fluchen gebraucht, bis der Weihnachtsbaum endlich stand. Seit der alte Ständer kaputt ist und wir einen neuen haben, ist alles ganz einfach – und die Laune viel besser.
Wenn der Baum steht, wird er am Fenster festgebunden. Meine UHU-Katze springt nämlich ganz gern mal in die Zweige, weil das Flackern der Kerzenflammen sich in den Kugeln spiegelt. Die Kraulomaten haben Angst vor Feuer im ZimmerWald. Sie binden nicht nur den Baum fest, sie stellen auch einen Eimer mit Wasser daneben – praktisch! Daraus können Fräulein UHU und ich ausgezeichnet trinken.
Und dann kommt der Tag, da ist plötzlich Weihnachten! Der Baum ist mit ordentlich Rot und Gold geschmückt. Darunter liegen viele kleine Päckchen – und ich.
Ich finde das Rot und Gold ganz o.k., aber lieber wäre mir, die Kraulomaten würden Würstchen und Hundekekse an die Zweige hängen.

tannenbaum-bonnyBildangaben: Bild & Quelle: Katja Doubek

Bild & Quelle: Katja Doubek

„Bonny! Komm da raus! Das ist kein guter Platz für Dich!“ Sagen die Kraulomaten.
„Tiere haben unter dem Weihnachtsbaum nichts zu suchen!“
„ Tiere gehören wirklich nicht unter den Weihnachtsbaum“, schnurrt Fräulein UHU, „höchstens ganz kurz mal – für ein Foto“ …
In diesem Sinne wünschen wir Euch eine keks-leckere Adventszeit, wurst-volle Nikolausstiefel, viele Knochen-Päckchen und FROHE WEIHNACHTEN!

Weihnachtskarte mit Hund und KatzeBildangaben: Bild & Quelle: Katja Doubek

Bild & Quelle: Katja Doubek

Soviel für heute.
DIE SACHE MIT SILVESTER ERZÄHLE ICH DANN AM 1. Januar

Bonny Unterschrift PfotenabdruckBildangaben: Bild & Quelle: Katja Doubek

In diesem Sinne einen schönen Dezember
BONNY

P.S.: Wer mehr über mich wissen möchte, hier findet Ihr meine Geschichte.

Titelbild & Quelle: Katja Doubek und Dietmar Grosse, alle anderen Bilder: Katja Doubek