Interview zum Shar-Pei Hund

von Gast Autor

Hans-Peter Brusis, einer der ältesten und erfahrensten Shar-Pei Züchter in Deutschland im großen Interview zum chinesisch-stämmigen Shar-Pei Hund.

1.a) Seit wann werden Shar-Pei gezüchtet?
Eine systematische Zucht zur Rettung der Rasse begann etwa Anfang bis Mitte der 60-iger Jahre im 20. Jahrhundert in Hongkong. Anfang der 70-iger kamen die ersten Tiere nach den USA nach einem Hilferuf von den Rettern der Rasse Mr. Matgo Law und Mr. Chung Ching Ming. Dort in den Staaten setzte dann eine systematische Zucht ein.

1.b) Wo liegt der Ursprung der Rasse?
Eine genaue Herkunft läßt sich schwer bestimmen, da keinerlei schriftliche Unterlagen über die Rasse existieren. Man geht aber davon aus, dass der Shar-Pei aus dem Süden Chinas stammt und da aus der Stadt Dah-Let in der Provinz Kwung-Tung.

1.c) Was wurde zuchthistorisch verändert?
Der ursprüngliche Jagd- und Wachhund wurde zum Familienhund. In den Staaten wurde er zu Beginn der gezielten Zucht, also etwa ab 1970, ein Statussymbol. In Europa ist er auch heute noch relativ selten und ein reiner Familienhund geworden.

2. Seit wann ist der Shar-Pei eine im VDH anerkannte Rasse?
Dr. Hubert Wirtz und Jochen Weinberg haben 1979/80 begonnen einen Standard für den Shar-Pei zu erarbeiten und ihn über den VDH der FCI vorgelegt. 1982 wurde er von der FCI unter der Nummer 309 registriert. Als Standard verantwortliche Instanz gilt die FCI. Bereits 1981 wurde der Shar-Pei vom VDH als anerkannte Rasse behandelt.

3. Was sind die Zuchtstandards? Beschreiben sie bitte das Erscheinungsbild der Rasse
Das erste Zuchtziel des 1. Deutschen Shar-Pei Club 1985 e.V. ist es Shar-Pei zu züchten, die gesund, aktiv und langlebig sind. Der Shar-Pei ist ein quadratischer kompakter Hund mit kräftigem Körper und Gliedmaßen. Sein mächtiger und kantiger Kopf verjüngt sich zum Fang hin nur wenig, der Fang ist stumpf kantig und gut gepolstert. Feine Falten am Kopf, die jedoch das Gesichtsfeld nicht behindern, sind typisch und verleihen ihm einen ganz eigenen Gesichtsausdruck. Übermäßige Körperfalten sind höchst unerwünscht, am Widerrist sind zwei bis drei tiefe Falten erlaubt , ebenso am Rutenansatz. Die Haut ist lose und leicht verschiebbar. Die Rute wird immer über dem Rücken getragen und der After ist sichtbar, wobei drei verschiedene Haltungen erlaubt sind, die Ringelrute, die offene Locke und die Säbelrute. Er kommt in der Regel in zwei verschieden Haararten vor , dem sehr kurzen und harschen sog. „Horse-Coat“ (ca 1,0-1,5cm Länge) und dem etwas längerem, aber immer noch harschem „Brush-Coat“ (ca. 1,5 bis 2,5cm Länge), sehr selten ist das sog. „Bear-Coat“ ( bis etwa 8cm Länge und sehr weich), das aber als Zucht ausschließender Fehler gewertet wird. Der Shar-Pei muß immer einfarbig sein und kommt in creme, fawn, redfawn, mahagoni, schwarz, blau und lilac (Silber bis isabellfarben) vor.

4. Beschreiben Sie das Wesen, den Charakter eines Shar-Pei
Der Shar-Pei ist ein ruhiger, ausgeglichener und sauberer Familienhund. Er ist kein Kläffer und Fremden gegenüber etwas zurückhaltend. Er ist ein treuer Wächter seines Areals und ungewohntem gegenüber mißtrauisch. Er ist sehr intelligent und lernt schnell, aber er versucht immer wieder seinen Kopf durch zu setzen und braucht deshalb in der Erziehung eine konsequente Hand. In der Erziehung muß man wissen, dass er sehr Wasser scheu ist und sich deshalb nicht ins nasse Gras legt! Auch Schwimmen gehört nicht zu seinen Lieblings Beschäftigungen. Er wälzt sich weder in Kot noch in Aas und rennt auch nicht durch Pfützen. Er ist weniger ein „Ein Mann Hund“ als vielmehr der gesamten Familie zu getan.

5. Wie alt kann ein Shar-Pei werden?
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt sicher bei über 10 Jahren, wobei auch 15 und 16 jährige Shar-Pei bekannt sind.

6. Für welchen Hundehalter ist ein Shar-Pei geeignet?
Wie bereits erwähnt ist der Shar-Pei ein ruhiger und gesunder Hund, der mit seinem Rudel lebt und auch entsprechende Aufmerksamkeit verlangt. Er muß zwar regelmäßig seinen Auslauf haben, aber er muß nicht „gearbeitet“ werden wie z.B. der Border Collie. Da der Shar-Pei keine Unterwolle hat, ist er ein reiner Wohnungshund und nicht für die Haltung im Zwinger geeignet.

7. Welche Voraussetzungen müssen für die Haltung eines Shar-Pei vorhanden sein
Besondere Voraussetzungen sind nicht nötig. Er muß sich regelmäßig lösen können, also ist Zeit morgens mittags und abends eine Grundvoraussetzung, da er ja auch den Kontakt zum seinem „Rudel“ sucht. Ein stiller Winkel ist nötig, in den sich der Hund auch einmal zurückziehen kann, also ins „Körbchen“.

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