Ein Wochenende mit Hund in Wien. Parson Terrier Henri zeigt euch seine Lieblingsplätze

Ohne Hund in den Urlaub – das geht schon, mit Hund macht es aber eindeutig mehr Spaß! Wir – Hund Henri und sein Frauchen – würden euch gern zeigen, warum Wien die perfekte Urlaubsstadt für Hunde in Menschenbegleitung ist.
Ungefähr 80.000 Hunde leben in Wien, einer davon ist Henri, Parson Terrier, 38 cm groß, 10 kg schwer und 2 Jahre alt. Am liebsten unterwegs ist er am Donaukanal und im Prater und er liebt Hundezonen, weil er dort immer Freunde trifft.

Ein paar Infos vorab – Leinenpflicht und Hundezonen in Wien

Ein paar Regeln gibt es für Hunde in Wien. Grundsätzlich gilt Leinen- oder Maulkorbpflicht, außer in öffentlichen Verkehrsmitteln, dort muss der Hund immer einen Beißkorb tragen. Allerdings gibt es 170 Hundezonen, wo Hunde ohne Leine laufen dürfen. 36 Euro zahlt man Strafe, wird man dabei erwischt, die Hinterlassenschaften des vierbeinigen Freundes nicht wegzuräumen. Damit man nie drauf vergisst, stehen auf jeder Grünfläche in Wien kleine Terrier mit folgender Botschaft für Herrl oder Frauerl „Nimm ein Sackerl für mein Gackerl“ – und insgesamt 3000 Sackerlspender mit gratis Sackerl, damit es nicht ganz so schwer fällt. Für Kampfhunde und Kampfhundmischlinge braucht man in Wien einen eigenen Hundeführschein, den bekommen Hund und Herrl nach einer abgelegten Prüfung. Hundebesitzer sollten sich deshalb bei solchen Rassen vorab informieren. In Restaurant sind Hunde meistens gern gesehene Gäste, in die meisten Shops dürfen sie auch mit – außer es werden Lebensmittel verkauft, hier gibt es aber immer einen Hinweis am Eingang und einen Platz, wo der Hund sicher angebunden werden kann in der Wartezeit. Die Hunde in Wien sind in den meisten Fällen sehr gut sozialisiert, sie treffen ja ständig auf Artgenossen und in den Hundezonen muss man sich auch mit anderen Hunden arrangieren. Also nicht erschrecken: die Wiener Hunde sind aggressive Schnupperer!

wien_gackisackerl hundBildangaben: Bild & Quelle: Michaela Speringer

Bild & Quelle: Michaela Speringer

Was ansehen in Wien?

Die schönsten Ecken Wiens findet man im ersten Bezirk und in den Bezirken innerhalb des Gürtels. Klar ist: Hunde dürfen weder in die Oper, noch ins Museum – aber trotzdem kann man sich auch mit Hund einiges ansehen. Wir machen Städteurlaub oft mit Freuden, dann können wir uns auch mal ein Museum anschauen und Henri ist in der Zwischenzeit mit seinen „Hundesittern“ unterwegs. Auf jeden Fall sollte man also einen Spaziergang durch den ersten Bezirk einplanen, das ist das Zentrum Wiens mit Stephansdom, den eleganten Einkaufsstraßen, Oper und Hofburg.
Hier gibt es zwar wenige Grünflächen, aber viel zu schnuppern. Unser Vorschlag für einen Spaziergang mit Hund durch den ersten Bezirk:

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Mit Hund durch den 1. Bezirk und die Wiener Innenstadt: Pudel und Mops

Wir starten am Heldenplatz, dort steht man am Burgring mit Blick auf die großen Museen, das Kunsthistorische und das Naturhistorische Museum und dazwischen die Statue von Maria Theresia. Wir gehen aber über den Heldenplatz, wo es eine eingezäunte Hundezone mit Hackschnitzeln gibt. Die Hunde sind hier wie der 1. Bezirk – meistens elegant und selten Mischlinge, svarovskisteinbesetze Halsbänder, geflochtene Lederleinen, silberne Knochenanhänger mit eingraviertem Namen – sehr schick eben. Früher durften die Hunde hier auf der Wiese frei laufen, das darf man jetzt nicht mehr, meistens springen aber trotzdem ein paar Hunde auf der Wiese daneben herum.

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Die berühmte Wiener Burg
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Wien, seine Fiaker … und die Hunde
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Weiter geht es durch den leopoldinischen Trakt auf den Michaelaerplatz, wo man an römischen Ausgrabungen vorbeikommt. Dann lässt man sich am besten treiben, über den elitären Kohlmarkt und dann über den Graben – und da steht er dann auch schon, der Stephansdom. Gefällt einem das alte Wien, umrundet man den Stephansdom und geht dann weiter durch die Wollzeile, mit vielen kleineren typischeren Geschäften und landet dann vor dem Museum für angewandte Kunst, in dem es einen netten Designshop und ein Restaurant gibt.
Mag man es moderner, geht man am besten vom Stephansplatz direkt durch die Rotenturmstraße und kommt dann an den Donaukanal. Der ist Eldorado für Spaziergänger und Graffitikünstler und Anlegestelle für die Boote nach Bratislava. In dieser ganz modernen Bootsanlegestelle gibt es auch ein Lokal – das Motto am Fluss, tolle Aussicht inklusive. Und der Donaukanal ist ein richtiger Hundetreffpunkt.

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Durch den 7.Bezirk: Bunte Hunde

Mag man es lieber modern, muss der Hund beim Heldenplatz in den 7. Bezirk laufen, geht man am Maria Theresien Denkmal vorbei, kommt man direkt ins Museumsquartier, und hier gibt’s neben moderner Kunst, die mit Hund leider nicht funktioniert auch viele Lokale und die Enzis zum Füße hochlegen. Wer doch lieber shoppen geht, hat hier auch zwei Möglichkeiten – geht man links durch das Museumsquartier, kommt man in die Mariahilferstraße, die erschwinglichere Einkaufsstraße, die gerade zur Fußgängerzone adaptiert wird – euer Vierbeiner kann also gefahrlos an der langen Leine gehen und Hunde sind in den Shops gern gesehene Gäste. Wer lieber kleine lokale Designer hat, geht auf geradem Weg durch Museumsquartier und landet in der Heimat vieler kleiner Shops.

Auf jeden Fall müsst ihr im „Bunten Hund“ vorbeischauen, hier könnt ihr euren Freund mit coolen Hundeaccessoires einkleiden.

Der siebente Bezirk ist aber eher für Menschen als für Hunde gedacht – ein paar Hundezonen gibt es aber auch hier!

Grünes Wien- ein Wald für Hunde mitten in der Stadt

Fährt man mit der Straßenbahnlinie 1 zur Endstation landet man mitten im Prater. Das ist das Naherholungsgebiet der Wiener, hier joggt, radelt, spaziert ganz Wien – natürlich auch die Hunde. Geht man von der Station über die Prater Hauptallee kommt man in die Kaiserallee und die mündet im neuen Campus der Wiener WU – wer sich aber nicht so für moderne Architektur interessiert, sucht die Station der Liliputbahn, dort gibt es nämlich eine riesige Hundewiese, überquert man die landet man in einem Wald und kann hier legal ohne Leine mit dem Hund spazieren gehen. Diese Hundeauslaufzone geht übrigens auf der anderen Seite der Hauptallee weiter, einfach auf die Pläne an den Eingängen schauen, insgesamt kann man hier sicher eine Stunde spazieren gehen und trifft dutzende Hunde. Henri liebt diesen Spaziergang. Die Hundezone wird übrigens übergroß gekennzeichnet und man sollte besonders die Hundeverbotszonen wie die Jesuitenwiese daneben einhalten. Hier sind nämlich Hunde verboten und man zahlt eine ziemlich hohe Strafe. Also lieber in der Hundezone bleiben – wenn der Hund durstig ist, gibt’s hier auch zwei Brunnen, wie übrigens in den meisten Hundezonen in Wien.

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Wo wohnen?

Wien ist eine sehr grüne Stadt. Und nachdem Hunde Rasen meistens mögen, sollte man sich den Stadtplan ein bisschen genauer ansehen, bevor man sich ein Hotel bucht. Ich mag es, wenn ich noch vor dem Frühstück im Hotel schnell ein paar Meter mit dem Hund spazieren gehen kann – innerstädtisch geht das am besten auf den beiden Seiten des Donaukanals, im Prater oder im Augarten. Henri wohnt im zweiten Bezirk gleich am Donaukanal, das ist für einen Städteurlaub in Wien auf jeden Fall zu empfehlen. Man ist zu Fuß in 15 Minuten in der Innenstadt, hat eine gute Verkehrsverbindung und ist auch gleich im Prater – und hier gibt’s die schönste Hundezone Wiens, siehe Grünes Wien.

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Wie unterwegs sein?

Am einfachsten ist man in Wien mit U-Bahn, Schnellbahn, Bus oder Bahn unterwegs. Für Autos zahlt man innerstädtisch Parkgebühr. Wer ein paar Tage in Wien ist, kauft am besten das 72 Stunden Ticket um 16,50, ein Ticket für eine Einzelfahrt kostet 2,20. Der Hund bekommt seinen eigenen Fahrschein, und zwar die ermäßigte Streifenkarte, hier kosten 4 Fahrten 4,40. Jeder streifen gilt für eine Fahrt und muss jeweils entwertet werden. Und nicht auf den Beißkorb vergessen!

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Man kann sich in Wien auch Fahrräder ausborgen, allerdings passen wahrscheinlich die wenigsten Hunde in den Fahrradkorb.

Rund um Wien – Ausflugstipps

Wer ein bisschen mehr Zeit mitbringt, sollte auf jeden Fall auch mal zum Heurigen gehen. Da haben auch die Hunde Freude daran, weil Heurige meistens in der Nähe von Weingärten liegen und da kann man gut spazieren gehen.

Zum Heurigen mit der Straßenbahn

Wien ist die einzige Großstadt der Welt, in der es in größerem Rahmen Weinanbau gibt. Auf 700 Hektar wird Wein angebaut, bekannt sind zum Beispiel Weinorte wie Grinzing oder Stammersdorf. Von Neustift im Walde gibt es einen 10 Kilometer langen Weg durch die Weinberge mit atemberaubenden Aussichten auf die Stadt und die Donau. Alle Stadtwanderwege in Wien finden sich hier.

Wachau mit dem Boot

Bequemer kommt man zum Heurigen, wenn man am Schwedenplatz ins Boot steigt und Richtung Wachau fährt – seit 2000 ist die Kulturlandschaft mit den terrassierten Weingärten und den Stiften Melk und Göttweig auf der Liste des Unesco Weltkulturerbes. Die DDSG Blue Danube bietet aber auch andere Fahrten, zum Beispiel eine Stadtrundfahrt in Wien. Hunde brauchen Leine und Beißkorb, dürfen aber gratis mitfahren.

Lesetipps

  • “Wien geht Gassi. Für und mit vier Pfoten die Stadt entdecken.” Robert Sonnleitner und Martin Moser
  • „Fred und Otto. Stadtführer für Hunde. Unterwegs in Wien. Hedi Breit und Yvonne Lacina
  • Serientipp: Kommissar Rex – eine österreichische Krimiserie, die in Wien spielt und von 1994 bis 2004 gedreht wurde, der Hauptdarsteller ist der Polizeihund Rex, der in den unterschiedlichsten Verbrechensfällen ermittelt, auf jeden Fall sieht man viel von Wien.
  • Links:

    Hundezonen in Wien

    Österreichisch- Deutsch Lexikon für Hundebesitzer

  • Frauerl, Frauchen – Weibliche Hundebesitzerin
  • Herrl – Männlicher Hundebesitzer
  • Mandl, Bua – Rüde
  • Weiwal – Hündin
  • Gackerl – Hundekot
  • Ea tuat e nix – typische Aussage, wenn der Hund bellt oder knurrt
  • Geschäft – Shop oder Hundekot
  • Ein Gastbeitrag von Michaela Speringer von www.stadt-land-hund.at