Ein paar Gedanken über meinen Hund

Ein paar Gedanken über meinen Hund

Ich weiß, du hattest keinen guten Start ins Leben…

Als ich dich mit 3 ½ Jahren geholt habe, hast du schon ungefähr 3 Jahre an der Kette gelebt. Es muss dir wie das Paradies vorkommen, wenn du 800 m² zum Toben hast. Ich weiß, dass du ¼ Müllsack Hörnchen auf einmal fressen kannst, ohne das dir davon schlecht wird.

Du hast einfach nur ausgesehen, wie ein Fass auf Beinen. Wahrscheinlich wolltest du einfach nur meine Figur bekommen.

Es war auch eine blöde Idee von mir, dir das „Do as I do“ beizubringen. Seitdem öffnest du den Kühlschrank und verteilst die 3 kg Hundefutter an dich und deine Mädels. Aber wir sind ja auch nicht blöd, mein kleiner Tollpatsch. Wir haben einen Überwurf angebracht und einen Federspanner, nur damit du nicht immer den Kühlschrank plünderst. Sicherlich hätte ich darauf achten sollen, dass du nicht siehst wie ich diesen Verschluss öffne. In der folgenden Nacht hast du es dann ganz alleine gemacht.

Ich weiß, du wolltest das Frühstück einfach nur vorziehen, damit ich morgens etwas mehr Zeit zum kuscheln mit dir habe.

Die Kette mit Karabinerhaken hast du jetzt nicht mehr aufbekommen. Auch wenn du darüber so frustriert warst, dass du die Gummidichtung vom Kühlschrank zerstört hast. Viel schlimmer war, dass die kleine Lady bei dem Lärm nicht schlafen konnte und uns geweckt hat. Aber unser Kühlschrank sieht jetzt so aus, als ob wir eine Diät machen; er ist gut verschlossen.
Auch deine Angriffe auf Personen, die einfach zu dicht (5 m) an mich herankamen, habe ich schon fast vergessen. Jetzt frisst du nur noch andere Hunde.

Wenn ich dann nachts in meinem Bett liege und nicht schlafen kann, weil du auf deinem zerstörten Sessel unter meinem Fenster schnarchst, dass die Wände wackeln, weiß ich, dass du damit potenzielle Einbrecher verscheuchen willst.

Komme ich von der Arbeit nach Hause, ist es immer wieder schön zu sehen, wie du vor Freude in unsere Forsythie springst. Du hast ja recht, da darf keiner drinsitzen; und schon gar kein Vogel.

Immer wieder schön ist auch, wenn du mitten im Training einen Käfer beobachten musst, der über deinen Weg krabbelt. Schaust du mich dann wieder mit deinen schönen braunen Augen an, bringst du mich schon wieder zum Lachen.

Danke, dass ich den Rest deines Weges mit dir gehen darf.

Bleib wie du bist, einfach nur, um unsere Nachbarn zu ärgern.

Ein Gastbeitrag von Evi Reinke

Beitragsbild & Quelle: relaky / Pixabay, creative commons public domain