Der Tierarzt der guten Hoffnung

Der Tierarzt der guten Hoffnung

Hallo ihr Lieben,

wenn ihr das hier lest, habe ich meinen ersten Termin bei der Tierärztin „der Hoffnung“! Wir freuen uns alle, aber ich merke, das Herrchen und Frauchen auch Angst vor diesem Termin haben. Meine Blutwerte waren diese Woche wieder super und mir ist auch sonst nichts von all dem anzumerken.

Wer weiß, was die Tierärztin uns heute mitteilt: ob sie mir helfen kann oder nicht.

Frauchen sagt immer: für die Menschen, die sich einen Hund anschaffen, ist das eine gewisse Zeit in ihrem Leben, aber für einen Hund ist das sein ganzes Leben, von der Geburt bis zum Tod (wann auch immer der ist).  Und dieses Leben sollte jeder seinem Hund so schön wie möglich gestalten.  Ich habe ein schönes Leben.

Dem Opa gehts nicht so gut

Meinem großen schwarzen Freund geht`s leider nicht gut. Ich weiß, dass Frauchen ganz traurig ist, ich habe sie schon Weinen sehen! Wir Vierbeiner gehen alle ganz lieb und anders mit ihm um. Wir spüren das ja schon viel früher! Er kommt auch nicht mehr auf unsere langen Spaziergänge mit. Das schafft er nicht und wenn doch, dann gehen wir ganz langsam.  Von einem Spaziergang möchte ich euch heute erzählen:

Die kleine Maus

Wir waren also spazieren, Anni, Odin und ich, ok MEIN Herrchen und Frauchen waren auch dabei. Egal, also wir laufen so dahin und Anni und ich springen immer gern ins hohe Gras, um Mäuse zu jagen. Wir sind an diesem Tag auch wieder dabei, mit allen Vieren in die Luft zu springen und dann ins Gras zu hüpfen und…Maul auf, Maus drin! Hoppla, das ging einfach. Sie hängt nun mit ihrem Vorderteil in meinem Maul und strampelt mit den Hinterbeinen an meinem Kinn rum. Ich finde das eigentlich ziemlich eklig, aber loslassen, nein das kommt nicht in Frage. Anni kommt mir zur Hilfe und nimmt sich das zappelnde Hinterteil ins Maul. Nun standen wir da, Anni und ich uns gegenüber, die Maus zwischen uns. Herrchen maulte uns an, wir sollten die Maus loslassen. Wollten wir aber nicht. “Sofort“! Anni hat sich erschreckt und spuckte ihren Teil aus. Ich nicht. Endlich fange ich mal eine davon und dann soll ich sie loslassen? Niemals! Ich glaube sie war jetzt auch tot, auf jeden Fall  kratzte sie mich nicht mehr am Kinn. Warum sollte ich sie dann loslassen? Langsam setzte ich meinen Weg fort. Immer Richtung Auto. Frauchen sagte dann zu mir, ich brauche sie gar nicht mitnehmen, da ich damit nicht ins Auto einsteigen werde.  Das werden wir ja sehen.

Guten Appetit?!?

So langsam hatte ich eigentlich auch keine Lust mehr diese blöde Maus zu tragen. Ich sabberte, konnte nicht hecheln und schleppte sie mit aufgepusteten Backen immer weiter. Zwischendurch legte ich sie immer kurz ab. Aber hergeben wollte  ich sie immer noch nicht. Wir kamen am Auto an und da musste ich mit Frauchen richtig kämpfen. Sie wollte einfach nicht, das ich sie mitnehme. Als Frauchen sagte: spuck sie aus, habe ich mich erstmal umgesehen. Kann ja sein da steht jemand hinter mir den Frauchen meinte. Ich ignorierte sie noch ein, zwei Mal aber als sie einen Schritt auf mich zukam, spuckte ich sie ihr einfach vor die Füße. Anni schnüffelte an der Maus, die jetzt im Dreck lag.  

Plötzlich schnellte ein großer Schatten zwischen uns, wir schrien  beide auf und sprangen zurück. Es war Odin der sich die Maus schnappte, zwei Mal kaute und sie runterschluckte.

Super, ich darf sie nicht mitnehmen, aber Odin darf sie fressen. Als wir ins Auto einstiegen, würdigte ich Frauchen keines Blickes. Die ganze Fahrt starrte ich aus dem Fenster und als wir zu Hause waren, kuschelte ich mich auf Frauchens Schoß und beschloss ihr nicht mehr böse zu sein. Jeder macht ja mal was falsch…

Ich freue mich, euch das nächste Mal vom Tierarztbesuch berichten zu können

 
Ein Gastbeitrag von Katrin Kränzler

Bild & Quelle: Katrin Kränzler