Der erste Winter mit einem Welpen ist eine spannende Zeit: Schnee, Kälte und kurze Tage sind für junge Hunde eine komplett neue Erfahrung. Selbiges gilt für Ersthundebesitzer. Damit dein junger Hund gesund, sicher und fröhlich durch die Wintermonate kommt, haben wir 10 wichtige Punkte zusammengestellt.
1. Welpen benötigen im Winter besonderen Schutz
Welpen können ihre Körpertemperatur noch nicht zuverlässig aufrechterhalten und kühlen daher deutlich schneller aus als erwachsene Hunde. Ihr Fell ist dünner, die Unterwolle fehlt oft noch und die Körperoberfläche ist im Verhältnis zur Körpergröße größer – dadurch verlieren sie bei Kälte rascher Wärme. Besonders der Bauch- und Brustbereich sowie die Pfoten sind empfindlich und werden im Winter schnell kalt.
Weil Welpen neugierig sind und Reize im Freien sie stark ablenken, zeigen sie Kältezeichen häufig erst spät. Erste Hinweise wie Zittern, enges Zusammenkauern, Stehenbleiben oder das Suchen von Körperkontakt solltest du daher ernst nehmen. Ein wärmender Hundemantel ist für viele Welpen sinnvoll, vor allem für kurzhaarige, kleine oder zierliche Rassen.
2. Welpen fellgerecht pflegen
Im Winter braucht das Fell und die Haut eines Welpen besondere Aufmerksamkeit, weil Nässe, Kälte und Schnee sie reizen können. Nach jedem Spaziergang solltest du deinen Welpen gründlich abtrocknen, besonders an Bauch, Brust, Beinen und zwischen den Zehen. Das verhindert Auskühlung und beugt Hautirritationen vor, die durch Feuchtigkeit entstehen können.
Bei langhaarigen Welpen ist es sinnvoll, das Fell regelmäßig zu bürsten, damit sich keine Knoten oder verfilzten Stellen bilden, in denen sich Schnee und Eis festsetzen. Auch die Haut braucht im Winter etwas Unterstützung: trockene Heizungsluft kann sie austrocknen. Regelmäßiges Bürsten regt die Durchblutung an und verteilt natürliche Hautfette, was den Schutz des Fells stärkt. Verzichte auf häufige Bäder, da Shampoo die natürliche Schutzschicht der Haut angreift. Ein Welpe sollte im Winter nur dann gebadet werden, wenn es unbedingt nötig ist.
3. Sicher unterwegs bei Glätte, Schnee und Eis
Im Winter müssen Welpen erst lernen, mit rutschigen und ungewohnten Untergründen umzugehen. Glatte Wege, vereiste Stellen oder hart gefrorener Schnee können schnell zu Ausrutschern führen. Halte deinen Welpen deshalb bei Glätte lieber an der kurzen Leine, damit er nicht unkontrolliert losrennt.
Achte darauf, wo ihr lauft: geräumte Wege oder weicher, frischer Schnee sind deutlich sicherer als eisige Flächen. Welpen können Hindernisse im Schnee schlecht erkennen – unter der weißen Schicht können sich Löcher, Äste oder harte Kanten verbergen.
Ein gut sitzendes Geschirr ist im Winter besonders sinnvoll, da es bei einem Rutscher besser schützt und Zugkräfte gleichmäßiger verteilt. Sobald dein Welpe sicherer läuft und du den Untergrund gut einschätzen kannst, darf er auch mal kurz toben – allerdings möglichst ohne schnelle Stopps oder enge Wendungen, da seine Gelenke noch empfindlich sind.
4. Schutz vor Kälte & Unterkühlung – wie lange darf ein Welpe raus?
Welpen sollten bei starkem Frost nur kurze Runden draußen verbringen. Die Faustregel lautet: lieber häufiger, aber dafür kürzer rausgehen. Zittert der Welpe, senkt er den Kopf oder wirkt steif, solltest du sofort nach Hause gehen. Verbringe im Winter nicht länger als 10 bis15 Minuten draußen, wenn dein Welpe sehr jung, klein oder kurzhaarig ist. Nach dem Spaziergang hilft ein angenehm warmer Rückzugsort, damit der Körper sich wieder stabilisieren kann. Sollte das Fell nass sein, rubble es mit einem Handtuch trocken.
5. Pfotenpflege & Schutz vor Streusalz
Streusalz kann die Pfoten reizen, rissig machen oder sogar zu kleinen Entzündungen führen. Vor dem Spaziergang kannst du die Ballen leicht eincremen (z. B. Pfotenbalsam). Solltet ihr im Schnee unterwegs sein, können sich zwischen den Ballen Schneeklumpen bilden, die schmerzhaft sind. Ein vorsichtiges Zurückschneiden der Ballenhaare kann hilfreich sein. Nach dem Spaziergang solltest du Pfoten mit lauwarmem Wasser abwaschen und sie trocknen.
6. Ernährung im Winter: Brauchen Welpen mehr Futter?
Welpen verbrauchen viel Energie, weil sie wachsen, spielen und lernen – im Winter steigt dieser Bedarf oft noch leicht an. Kälte zwingt den Körper, mehr Wärme zu produzieren, wodurch der Energieverbrauch etwas höher ist als im Sommer. Trotzdem solltest du die Futtermenge nur moderat erhöhen und immer das Körpergewicht beobachten. Zu viel Futter kann zu Übergewicht bzw. einem zu schnellen Wachstum führen, das die Gelenke vermehrt belastet. Ein hochwertiges Welpenfutter unterstützt das Immunsystem und liefert wichtige Vitamine und Mineralstoffe.
Achte außerdem auf die Wasseraufnahme deines Kleinen: Viele Welpen trinken im Winter weniger, weil sie den Durst nicht spüren. Stelle immer frisches Wasser bereit und erwäge bei Bedarf leicht erwärmtes Wasser, falls dieses besser ankommt. Zudem kannst du immer etwas Wasser ins Futter geben.
7. Sicher im Straßenverkehr – Dunkelheit als Risiko
Im Winter wird es früh dunkel, und viele Spaziergänge finden in der Dämmerung oder bei völliger Dunkelheit statt. Für Welpen ist das gefährlich, da sie klein sind und Autofahrer sie schlechter erkennen. Reflektierende Geschirre, Leinen oder Leuchthalsbänder sowie LED-Lämpchen erhöhen die Sichtbarkeit deutlich und machen euren Spaziergang sicherer.
Gewöhne deinen Welpen frühzeitig daran, ruhig am Straßenrand zu warten, bevor ihr eine Straße überquert. Viele Welpen laufen ungestüm herum oder drehen abrupt ab – auf glatten Straßen kann das riskant werden. Wähle möglichst beleuchtete Wege und breite Gehsteige, auf denen ihr gut sichtbar seid.
Auch die Länge der Leine spielt eine Rolle: Eine zu lange Leine kann im Straßenverkehr gefährlich sein, da der Welpe plötzlich auf die Fahrbahn laufen könnte. Halte ihn an stark befahrenen oder dunklen Stellen lieber nah bei dir.
8. Spielen im Schnee – was ist erlaubt, was nicht?
Viele Welpen lieben Schnee – er ist spannend, kühl und lädt zum Toben ein. Dennoch solltest du das Schneespiel kontrolliert gestalten. Tiefschnee kann für junge Hunde belastend sein, da er die Gelenke und Muskeln stärker beansprucht. Außerdem können unter der Schneedecke Hindernisse wie Steine oder Äste verborgen sein.
Achte darauf, dass dein Welpe möglichst wenig Schnee frisst, da dies zu Bauchschmerzen oder Magenproblemen führen kann. Kurze, sichere Spiele wie Apportierübungen, Suchspiele oder kleine Rennspiele auf geräumten Flächen sind ideal. So kann dein Welpe Energie abbauen, ohne sich zu überlasten.
9. Immunsystem stärken & Erkältungen vorbeugen
Welpen sind im Winter anfälliger für Infekte, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigen Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen unterstützt die Abwehrkräfte. Achte außerdem darauf, dass dein Welpe ausreichend Schlaf bekommt, denn Ruhephasen sind entscheidend für Wachstum und Immunabwehr.
Kälte, Nässe und eisiger Wind können schnell zu Unterkühlung oder Atemwegsinfekten führen. Daher solltest du Spaziergänge an sehr kalten oder nassen Tagen kürzer halten und darauf achten, dass dein Welpe nicht durchnässt nach Hause kommt. Nach dem Spaziergang ist gründliches Abtrocknen Pflicht.
Achte auf Symptome wie Husten, Niesen, tränende Augen oder ungewöhnliche Müdigkeit. Wenn solche Anzeichen auftreten, konsultiere frühzeitig den Tierarzt. Leichte Bewegung drinnen, ausreichend Futter und Wasser, sowie liebevolle Betreuung tragen dazu bei, das Immunsystem deines Welpen zu stärken und ihn gesund durch die Wintermonate zu bringen.
10. Trainings- und Sozialisierungstipps für die dunkle Jahreszeit
Auch im Winter darf die Erziehung und Sozialisierung deines Welpen nicht vernachlässigt werden. Viele Welpen reagieren bei Kälte und Dunkelheit sensibler auf neue Reize. Kurze, positive Trainingseinheiten helfen, dass dein Welpe sich sicher fühlt und Neues lernt, ohne überfordert zu werden. Nutze helle Tageszeiten, wann immer möglich, für Spaziergänge und Begegnungen mit Menschen, anderen Hunden oder alltäglichen Situationen wie Straßenverkehr, Kinderwagen oder Einkaufswagen.
Drinnen kannst du die Zeit nutzen, um erste Kommandos, Tricks, Nasenarbeit oder leichte Intelligenzspiele einzubauen. Auch Ruheübungen, Impulskontrolle oder kleine Bewegungsparcours fördern die Koordination und Konzentration deines Welpen. Achte darauf, die Einheiten kurz und abwechslungsreich zu gestalten, denn Welpen ermüden schneller als erwachsene Hunde.







