Mal eine (lange) ERFOLGSGESCHICHTE, oder: wie Goldimplantate halfen

Mal eine (lange) ERFOLGSGESCHICHTE, oder: wie Goldimplantate halfen

Hier könnt ihr nun meine Kranken- / Genesungsgeschichte lesen. Sie dauerte von Oktober 2010 bis März 2013, – , also fast genau drei Jahre meines Lebens!

Sie umfasste eine Reihe von Untersuchungen, die von fünf verschiedenen Tierkrankenhäusern und drei verschiedenen Tierärzten gemacht wurden.

Allein die Anzahl der Klinikbesuche belief sich auf insgesamt elf Termine. Die Tierarztbesuche waren schon fast unzählig viele in diesen drei Jahren gewesen.

Aber vielleicht kann meine Krankengeschichte so manchen Hund und deren Herrchen / Frauchen Mut machen.

Goldimplantate – Dieser „Kanditat“ bekam welche:

Bingo im Portrait

Bild & Quelle: Sabina Küchler

Mein Name ist „Bingo“, ich bin inzwischen 12 Jahre, 52 cm groß und wiege 16,1 kg.

Meine Krankengeschichte, bis es endlich zu den Goldimplantaten kam, dauerte von Oktober 2010 bis März 2013.

Im Oktober 2010 rannte ich wie wild eine meiner Lieblings-Spring-Wiesen herunter. Auf einmal durchfuhr mich ein schlimmer Schmerz und schon stürzte ich schwer.

Mein Herrchen und mein Frauchen schafften mich dann sofort zu unserem Haus-Tierarzt. Dort wurde ich erst mal geröntgt und dann noch komplett untersucht.
Das Ergebnis dieser ersten Untersuchung von noch vielen, vielen Folgenden lautete, dass ich zum Glück keine Brüche hatte, sondern dass ich wahrscheinlich nur an einem leichten Schock von dem Sturz leiden würde.
Somit bekam ich da erst mal zwei drei Spritzen, und mein Fraule bekam dann noch ein paar Medikamente mit nach Hause. Die wurden auch brav von mir genommen.

Doch leider ging es mir seit diesem Sturz fast täglich schlechter. Das veränderte mich so sehr, dass das natürlich auch meinem Fraule auffiel. Denn ich konnte nur noch mit Mühen laufen, Treppensteigen – ach jeee – die war ich seitdem nur noch hinauf geschlichen. Da ich ja auch Schmerzen hatte, war ich auch nicht mehr so umgänglich, wie meine vergangenen 8einhalb Lebensjahre.

All diese Veränderungen brachten mein Fraule dann dazu, mich in den kommenden zwei Jahren von einem Tierarzt zum anderen, von der einen Klinik in die andere verfrachten zu müssen.

Hund beim Tierarzt

Hund beim Tierarz (Symbolbild)t
tpsdave / Pixabay, creative commons public domain

Meine Güte – war das immer eine Prozedur für mich. Immer wurden die selben Untersuchungen gemacht. Doch ich hatte inzwischen gelernt was ich anstellen musste, damit ich schneller wieder meine Ruhe hatte: Ich zeigte bei den meisten Tierärzten einfach nicht mehr so deutlich an, dass das was sie gerade machten, mir eigentlich weh tat. Ich konnte ja nicht wissen, dass mir dann vielleicht viel früher hätte geholfen werden können.

Mein Fraule bekam dadurch immer mehr das Gefühl, dass meine Beschwerden von keinem Tierarzt geglaubt wurden. Denn eine „Diagnose“ lautete dann auch, dass ich mit meinen inzwischen erst 9 Jahren, ja eigentlich schon ein richtig alter Hund bin! Und mein Fraule sollte doch lieber froh sein, dass ich überhaupt noch laufen könne!
Aber mein Fraule gab sich mit einer so schon fast beleidigenden Diagnose nicht zufrieden und erzwang schon fast weitere Untersuchungen.

Seltsamerweise kam da dann was absolut Altersuntypisches heraus

Hund Clipart

Nemo / Pixabay, creative commons public domain


Denn mein Nervenleitsystem war vermindert. Leider wurde meinem Fraule nicht gesagt, dass das mit meinen schlechten Nerven, nur das Symptom einer tatsächlichen Erkrankung war. Und somit wurden wir beide dann aus der Klinik die das diagnostiziert hatte, mit folgend entlassen, dass das sowieso nicht heilbar sei. Obwohl ich noch nicht das entsprechende Alter für diese Symptome hätte, kann das bei jedem Hund jeden Alters auftreten!

Ohne Medikamente, ohne irgendeinen Therapieansatz, wurden mein Fraule und ich wieder nach Hause geschickt.

Dieser Untersuchungsablauf verlief etwa ein halbes Jahr nach meinem Unfall. Da war ich ja dann gerade mal 9 Jahr alt!

Weil mein Fraule ja keine Medis und keine Therapievorschläge bekommen hatte, verlief nun mein weiteres Jahr nur noch abbauend.

Ich konnte immer schlechter Laufen, ich begann zu Zittern wie Espenlaub!

Daran, mal schnell munter irgendwo hin zu rennen, daran konnte ich gar nicht mehr denken. Okay – wenn mein Fraule wollte, dass ich mal einen Spurt hinlegte, dann machte ich das zwar schon, aber auch wirklich nur dann.

Mein allgemeines Befinden verschlechterte sich weiterhin. Da ich ja jetzt nicht mehr so konnte wie ich wollte, wurde ich immer zurückgezogener und trauriger.

Es wurde immer schlimmer

Weitere Monate mit weiteren Tierarzt- und Klinikbesuchen vergingen. Und es ging mir immer schlechter, schlechter und noch schlechter.

Somit stand dann natürlich mal wieder ein Klinikbesuch für mich an. Mein Fraule verfrachtete mich erneut in diese Klinik, die vor einem Jahr das verminderte Nervenleitsystem diagnostiziert hatte. Denn mein Fraule hatte inzwischen erlesen, dass eben nur das Symptom einer Erkrankung war. Na und diese Erkrankung, hatte man ja vor einem Jahr nicht herausfinden wollen.

Doch diesmal wurde dann, nachdem mein Fraule fest darauf bestanden hatte, eine weitere Untersuchung gemacht.
Erst mal wurde da festgestellt, dass mein Nervenleitsystem inzwischen noch schlechter geworden war und eine folgende Muskelbiopsie ergab, dass ich angeblich an einer „distalen Polyneuropathie“ leiden würde.

Als das Ergebnis meinem Fraule erklärt wurde, bekam sie aber weiterhin als Ursache dieses Krankenbildes gesagt, dass das nur mein Alter sein könnte!

Das hieß für mich also, dass ich weiterhin keine Behandlung bekam!

Spinnen die Ärzte?

Mein Fraule sagte dann aber, dass sie mir schließlich ansehen und anmerken würde, dass ich ganz eindeutig auch Schmerzen hatte. Doch diese Aussage wurde fast mit einem Lachen abgewinkt. Schmerzen – das kann gar nicht sein! Denn die bei mir diagnostizierte Polyneuropathie, würde nie Schmerzen verursachen.

Und was mein Fraule da als Schmerzen interpretieren würde, seinen ganz normale Alterserscheinungen eines Hundes.

Keiner konnte, oder besser gesagt, keiner wollte mir helfen!

Mein Fraule wühlte sich dann durch das Internet. – Doch das ergab keinen Erfolg. Darum dachte ich mir, dass ich nun selber mal irgendwie irgendwas erreichen musste. Normalerweise bin ich ja eigentlich recht zurückhaltender und scheuer Charakter. Doch eines Tages erschnupperte ich in unserer Tiefgarage eine Frau. Irgendwas an ihrem Geruch zog mich dann aber sehr an, und somit ging ich zur Überraschung meines Fraules zu einer mir wildfremden Person.

Eine ganz besondere Frau!

Als mein Fraule dann dazukam und sich mit der Frau unterhielt erfuhr sie, dass diese Dame eine Tierärztin war, die ebenfalls Hundephysiotherapie machte.

Ach herrjeeee – Hundephysiotherapie – na da konnte ich mir sofort vorstellen, dass ich die nun wohl auch noch bekommen werde. Na das hatte ich mir aber nun selber eingebrockt! Wäre ich da nicht zu dieser fremden Dame gegangen, wäre mir das erspart geblieben.

Es folgten dann insgesamt fünf Physiotherapie-Einheiten für mich. Also warum ich da erst mal weniger begeistert war, weiß ich nun nicht mehr so recht. Denn alle Einheiten, waren eine reine Wohltat für mich.

Außerdem stellte diese Tierarzt-Physio-Dame endlich jedes Mal fest, dass ich da sehr wohl fast kreuz und quer durch meinen Körper, so einige eindeutig schmerzende Stellen hatte.

Endlich! Nach zwei Jahren glaubte mir nun endlich jemand, dass mir wirklich etwas gehörig weh tat.

Da waren sie – Goldimplantate

Dann – ich glaube bei meiner dritten Physio-Sitzung – erwähnte diese Dame einmal etwas von Goldimplantaten. Na da konnte ich mir schon vorstellen, was mein Fraule wohl nach dieser Sitzung machen würde. Und so kam es dann auch!

Sie setzte sich an ihren Computer und forschte nach.
Goldimplante – „Goldimplantation mit Berlock-Goldimplantaten“. Na besonders viel wurde da im Zusammenhang mit Tieren/Hunden nicht genannt. Doch mein Fraule fand dann doch etwas. Sie fand das:

Tiergesundheitszentrum Schweinfurt Logo

Bildangaben: Bild & Quelle: Sabina Küchler

Bild & Quelle: Sabina Küchler

Das war auch von der Reisestrecke einigermaßen in Ordnung. Doch bevor sich mein Fraule da großartig gleich auf Reisen mit mir machte, sandte sie per Mail erst mal meine komplette Krankengeschichte mit allen Details dort hin.

Dann – etwa ein zwei Tage später schellte das Telefon bei uns. Als mein Fraule wieder aufgelegt hatte, kam sie total freudig zu mir gelaufen und erzählte mir, dass sie soeben mit Dr. Roger Horch telefoniert hatte. Er hörte ihr sehr gut zu, hatte ihr einige Fragen gestellt, na und das Ergebnis dieses Telefonates war dann, dass sie mit mir einen Termin im Tiergesundheitszentrum Schweinfurt ausgemachte.

Ein Tiergesundheitszentrum?

Einen neuen Kliniktermin? In einem Tiergesundheitszentrum? Na nach so einer langen und schmerzhaften Krankenzeit mit X Tierärzten und X Kliniken, muss nun doch wohl endlich mal was passendes geschehen.

Tierarzt Clipart

OpenClips / Pixabay, creative commons public domain


Und dann hatte ich also nun am 19. März 2013 meinen Besuch im Tiergesundheitszentrum.

Ich wurde wirklich sehr sehr gründlich und sorgfältig untersucht. Ich wurde abgetastet, mein Beine und Knie überprüft, ach eigentlich wurde ich von Kopf bis Fuß orthopädisch durchgecheckt.
Eine kurze Filmaufnahme, wurde dann auch noch von mir gemacht. Dabei musste ich dann einige Male auf und ab laufen. Erst im Schritt und dann sollte es auch mal galoppieren gehen.
Was? Schneller Laufen? Na das mache ich aber nun nicht mit!
Somit legte ich gerade mal einen schnelleren Trab hin.

Im darauf folgenden Gespräch erfuhr mein Fraule, dass die Eindrücke die sie von mir und meinen Bewegungen hatte, absolut keine „Einbildung“ waren, so wie es die etlichen Kliniken und Tierärzte bisher gesagt hatten. Ihre Eindrücke waren nicht nur richtig gewesen, – , sie hatte sogar etwas übersehen.
Die Ärzte meinten zu ihr dass aufgefallen war, dass ich beim Laufen mein hauptsächlichstes Körpergewicht auf die Vorderbeine lagern würde. Daher dieser „Watschel-Gang“. Ja na klar machte ich das! Ich hatte hinten ja Schmerzen!

Und die Schmerzen, die wurden meinem Fraule dann auch erklärt.
Man zeigte ihr das Röntgenbild, das eben heute in dieser Klinik gemacht worden war.
Als Vergleich war eines daneben, das einen Gesunden zeigte.

Röntgenbild von Hund Bingo

Bildangaben: Bild & Quelle: Sabina Küchler

Bild & Quelle: Sabina Küchler


Es wurde ihr erklärt, dass ich auf beiden Seiten eine Hüftdysplasie hatte.

Eine Hüftdysplasie…

„Hüftdysplasie“ – das wussten wir doch eigentlich schon. Aber auf beiden Seiten? Mein Fraule wusste nur, dass ich auf einer Seite eine Leichte hatte. Und dann fiel ihr auch gleich wieder ein, was die Polyneuropathie-Diagnose-Klink über meine bereits bekannte Hüftdysplasie gesagt hatte: „Was soll er haben? Eine Hüftdysplasie? Ja wo soll die denn bitteschön sein, und wer hat Ihnen denn so etwas erzählt?“

Weiter ergab sich dann durch Erklären dieses neuen Röntgenbildes das, dass nun endlich zweieinhalb Jahre später, die wahrscheinliche Ursache für meinen Sturz 2010 erkannt wurde: Hüftdysplasie beidseits!
Na da hatte sich bei meinem Spurt 2010 wohl mal etwas verschoben, das mir dann den Schmerz bereitete und mich zu Fall brachte.

Der Schmerz war ja nach diesem Sturz geblieben, und somit gewöhnte ich mir meinen Schongang an, der aber dadurch noch weitere Schmerzen in mir auslöste.

Denn durch diese Schongeherei, belastete ich meinen Körper falsch und erzeugte somit noch mehr Schmerzstellen.

Fazit aus dieser Untersuchung war dann:

Es ist bei mir angesagt und sinnvoll, dass Berlock-Goldimplantate gesetzt würden. 24 Stück bekam ich. Je Eines an meinen beiden Fersen, je 5 bei meinen Oberschenkelgelenken, und die restlichen dann entlang meiner Wirbelsäule.

Die Implantation war bei mir nach einer Stunde dann auch schon fertig gewesen.

Als mein Fraule wieder zu mir kam, stand ich auf jeden Fall schon schwanzwedelnd auf meinen Beinen!

Im Abschlussgespräch wurde meinem Fraule dann noch einige Sachen erklärt. Wie die Implantation verlaufen war (sehr gut bei mir gegangen!), und auf was sie nun achten müsse.

Sie bekam dann auch einen Plan mit, wie sie mit mir die nächsten 16 Wochen umgehen sollte.

Und somit fuhren wir wieder nach Hause. Ich „Vergoldeter“ mit meinem Fraule.
Am weiteren Laufe dieses Tages zeigte ich meinem Fraule gleich die erste Verbesserung:
Ich zitterte überhaupt nicht mehr! Denn das Zittern, das waren ihr und mir bis dahin mehr als nur bekannt. Zittern, egal wann, egal wo, auch im Liegen. Doch nun – kein Zittern mehr!

Dieser positive Eindruck blieb dann am nächsten Tag auch weiter bestehen.

Hunde Gassi gehen Clipart

Kaz / Pixabay, creative commons public domain

Der Verlauf der nächsten vier Wochen:

Weiterhin – kein Zittern! Auch mein Gestöhne vernahm mein Fraule nicht mehr!

Und sie hielt sich sehr brav an die Anweisungen, wie ich denn nun nach der Implantation zu führen sei. Langsam, nur im Schritt, max. 5 Minuten. Sie konnte das verstehen – ich leider nicht!

Auch ich selber spürte schon am ersten Tag nach der Goldimplantation leichte Verbesserung bei mir. Das brachte mich dann nun nach Monaten wieder dazu, dass ich mich nicht immer nur in meine Versteck-Ecken zurückzog, nein, ich gesellte mich wieder mehr zu Herrle und Fraule.
Wie gut ich mich bereits jetzt schon fühlte zeigte sich auch dadurch, dass ich leichter aufstehen, und mich auch leichter wieder hinlegen konnte. Bisher war das nur immer mit Stöhnen verbunden gewesen. Aufstehen aus dem Platz, konnte ich nur „mit Anlauf“ machen. D.h. nur mit mehreren Schubsern, konnte ich mich da hoch arbeiten. Na, und ins Platz, – , da ließ ich mich dann immer einfach fallen. Doch ich konnte das wieder leicht machen – ohne Anlaufschubser, ohne Stöhnen.

Auch bei meinem „Sitz“, gab es wirklich eindeutige Unterschiede. Damit mir das Sitzen nicht weh tat, streckte ich bisher dabei immer meine Knie nach außen. Dadurch musste ich aber dann natürlich wieder meinen Rücken mehr Krümmen. Also – auch das Sitzen war bisher nicht schön anzusehen gewesen. Doch nun saß ich wieder „vorbildlich“ dran. Kniestellung normal, Rücken nicht mehr gekrümmt.

Die ersten Tage nach der Goldimplantation waren ungewohnt gut für mich.

Jaja – das fiel inzwischen sogar mir auf.

Ich mache nun tagsüber wieder so manche Sachen wie z.B. in der Wohnung rumgehen, nach Beschäftigung suchen oder so was.

So was wollte ich nun das letzte Jahr gar nicht mehr tun.

Es gab keinen Watschgang mehr, kein Schmerzgestöhne. Das beste an allem war da aber für mich das, dass ich mich nun endlich wieder gut strubbeln konnte! Nur das Zittern, stellte sich wieder leicht ein.

Bis zur Goldimplantation brachte ich da meist nur ein vorsichtiges Mich-Schütteln hin.
Und nun? Es war einfach eine Wohltat. Sich-Schütteln funktionierte wieder! Außerdem konnte ich nun danach „einfach-so“ weiterlaufen. Vor der Goldimplantation war das meist nicht möglich gewesen.

Das einzige was mir nicht so gefiel war, dass ich nun die nächsten drei Wochen, im absoluten „Schongang“ geführt wurde. Immer angeseilt, immer langsam, immer nur das allernötigste.

Bestätigung vom Arzt?

Etwa dreieinhalb Wochen nach der Goldimplantation rief mein Fraule dann noch mal im Tiergesundheitszentrum Schweinfurt an. Denn ich hatte ihr nun anscheinend schon zu verstehen gegeben, dass es mir besser ging, und dass ich nun sehr wohl wieder ein bisschen weiter laufen könnte.

Bereits an der Anmeldung sagte die Dame zu meinem Fraule, dass nun etwas mehr gelaufen werden dürfte. Sie erkundigte sich noch mal, ob sich mein Fraule die ersten zwei Wochen daran gehalten hätte, was sie von der Klinik bekommen hatte:
Gassi nur Schritt / kleine Spaziergänge von 5 bis 10 Minuten / Leinenpflicht.

Na und ob sich mein Fraule daran gehalten hatte! Ich kannte nun wirklich jeden Grashalm auf meiner kurzen Gassie-Tour in- und auswendig!

Eine halbe Stunde nach dem Telefonat, klingelte wieder das Telefon. Oh jeeee – die Klinik! Jetzt wird bestimmt gesagt, dass ich nicht so weit laufen darf! Aber da war meine Sorge umsonst gewesen. Mein Fraule und ich freuten sich dann. Mein Fraule noch zusätzlich, weil sie sogar unerwartet von der Klinik zurückgerufen worden war. Das zeigte eindeutig, wie gewissenhaft und sorgsam diese dort mit den Patienten und deren weiterer Gesundung umgegangen wurde.

Na und dann bekam ich dreieinhalb Wochen nach der Goldimplantation, das erste Mal wieder ein ordentliches Gassie! – Na das war eine Freude!

Außerdem traf ich da dann auch meinen Lieblingsgassi-Freund:

Samojede

Samojede (Symbolbild) als bester Gassigehfreund
Kaz / Pixabay, creative commons public domain


Den Samojede „Cotone“. Nach einer ordentlichen Begrüßung, gingen wir dann zusammen weiter. Und auch da hörte ich von Cotone-Fraule wie ihr aufgefallen war, dass ich meinen Hunde-Freund endlich mal wieder freudig begrüßt hatte, dass ich schön lief, viel aktiver und munterer wirkte. Na da hatten wir dann auch mal eine Bestätigung einer „außenstehenden Person“. Die Verbesserungen war tatsächlich sichtbar – für jeden!

Sodala! Mein Fraule, mein Herrle und ich, – , wir können von der Entscheidung mich „zu vergolden“ eigentlich nur noch begeistert sein! Nun stehen zwar noch zwölf Wochen Schongang für mich an, aber das ist mir eigentlich egal.
Denn so gut wie es mit jetzt geht – das hat fast drei Jahre lang gedauert!

Jetzt möchte ich mich noch herzlich bei Frau und Herr Dr. Horch, für die erfolgreiche Vergoldung meinerseits bedanken. Alles einfach Spitze gelaufen.

Ach – apropos „LAUFEN“!

An dem „haperte“ es ja bei mir noch etwas. Nicht das wie es aussah wenn ich lief (das war ja nun seit dem Setzen der Goldimplantate wieder vorzüglich geworden), sondern meine Muskeln und meine Kondition, waren noch schlecht bis teilweise gar nicht mehr da. – Ach jaaaaa – und das Zittern. Viel weniger, aber da war es leider.
Dort wo es früher an meinen Hinterbeinen leichte „Muskelberge“ gab, da konnte mein Fraule nun beim Streicheln keine dieser „Muskelerhöhungen“ mehr feststellen.

Nach etwa ¾tel der Genesungszeit seit Setzung der Goldimplantate, beschloss mein Fraule mit mir eine weitere Therapie zu starten. Wasserlaufbandtherapie.

Was schon wieder eine??!! Na das wird wohl nie ein Ende nehmen! – Und wie war das gleich noch mal gewesen? Was hatte sie gesagt? WASSERlaufbandtherapie. WASSER – na wenn ich dies Wort schon höre!!

Doch irgendwie hatte ich das doch schon mal gehört. Hatte das nicht die Dame gesagt, die ich mir vor Wochen in der Tiefgarage zum Gestreichelt-werden ausgesuchte?

Auch hier lief es genauso wie mit dem Goldimplantat-Tipp dann ab. Mein Fraule setzte sich an ihren Computer und suchte, suchte, suchte. Zwischenrein hörte ich dann immer so was wie: „Na das ist aber weit weg.“ – oder ein – „Was? Gleich 5 mal umsteigen?“ – Doch dann wurde sie fündig.
Sie fand eine Tierphysiotherapie, die auch ein Wasserlaufband im Angebot hatte. Das war dann in Königsbronn-Ochsenberg.

Na – okay – drumrum würde / werde ich ja sowieso nicht kommen.
Wenigstens gab es dabei auch etwas schönes für mich. Denn das hieß, dass wir nun wieder „auf Reisen“ gehen mussten. Na und Reisen und von allem Zug-fahren – das ist schon immer was ganz Tolles für mich gewesen.
ZUGFAHREN IST TOLLLLLL!!!!

Also, ab zur Wasserlaufbandtherapie

Und somit gelangten wir dann zum Muskelaufbau bei Praxis für Tierphysiotherapie Ingrid Pereson-Kling.

Praxis für Tierphysiotherapie Ingrid Pereson-Kling

Bild & Quelle: Sabina Küchler

Am 11. Juni 2013 war ich dann mit meinem Fraule zum ersten mal dort. Da ich ja durch die letzten Jahre Tierarzt-, Tierklinik- und Tierphysiotherapie nun inzwischen schon etwas „abgebrüht“ war, wunderte sich mein Fraule sogleich, dass ich scheinbar keinerlei Skepsis und irgendeine Unsicherheit zeigen wollte, als ich das Becken mit dem Wasserlaufband sah. Und somit wurde beschlossen, dass ich dann heute gleich meine erste Sitzung haben werde.
Damit man einen Erfolg sozusagen auch tatsächlich ermessen konnte, wurde dann bei meinen Oberschenkeln vorher noch „Maß genommen“. Vor dieser ersten Wasserlaufband-Sitzung, hatte ich dann einen Oberschenkel-Umfang von 33 cm an beiden Beinen.
Ich hatte aber nur einen Gedanken im Kopf: das muss einen tieferen Sinn haben!

Aber ich muss es trotzdem zugeben – neugierig war ich mal auf jeden Fall! In dem Raum mit diesem komischen großen Wasserbecken, stieg ich dann auch freiwillig auf so ein Podest das davor stand. Mit diesem Podest wurde ich dann zum Beckenrand hinauf befördert und ins Wasser bugsiert.

Wasser, ausgerechnet WASSER!

Wasserlaufband für Hunde

Bildangaben: Bild & Quelle: Sabina Küchler

Bild & Quelle: Sabina Küchler

Als ich dann in diesem „Dingens“ drin war, schien mir das aber nicht mehr so schlimm zu sein! Das Wasser hatte eine angenehme Temperatur, mein Fraule blieb bei mir, na und viel Neues zu sehen – das gab es in diesem Raum auch.
Und somit sah ich mich dann in diesem Becken „laufend“ um. Die rechte Wand, die linke Wand, mal kurz zur Decke, zwischenrein immer wieder mal zum Fraule. Und dann viel mir auf, dass da ja hinter mir ein helles Licht rein schien. Na das wollte ich mir aber dann schon deutlicher ansehen.
Doch bei diesem Wunsch blieb es dann bei mir leider auch. Denn sowohl mein Fraule, als auch die Therapeutin achteten immer darauf, dass ich sehr gerade in dem Becken lief.

Aber ich hatte ja mitbekommen: Mein Fraule hatte eine 12er-Karte gekauft!

Und somit sollte ich dann immer 2mal pro Woche die Gelegenheit haben feststellen zu können, was während des Laufens in dem Becken, wohl hinter mir so los ist!

Und schon gleich nach der ersten Sitzung merkte ich an mir selber, dass diese Therapie diesmal wirklich gleich von Anfang an einen tollen Erfolg hatte. Mein seit den Goldimplantaten eh’ schon viel schöneres Gangbild, war sofort noch schöner, noch geschmeidiger.

Diese gleich bemerkbare Verbesserung, blieb auch bestehen. Egal wo ich lief, es sah schon fast wieder „elegant“ aus. Kein Dahergetapse mehr!

Bei den kommenden fünf Sitzungen, „lief“ alles ganz normal ab. Ich ging leicht widerwillig in das Becken, – , d.h. wenn ich mit dem Lift oben am Beckenrand war, wurde ich von den beiden Madamchens „einfach so“ auf das Laufband im Wasser geschoben, und dann ging’s auch schon los mit der Geherei!
Außerdem wurde nun bei jeder Sitzung etwas verändert. Es kamen immer so ein paar Minuten längere Laufzeit dazu.
Das dosierte die Therapeutin aber auch immer sehr vorsichtig. Denn einen schlimmen Muskelkater – das sollte ich dann nun auch wieder nicht bekommen.
Doch den hatte ich nicht mal nach der ersten Sitzung gehabt.
Ich war nur leicht angestrengt gewesen. – Aber sicher ist sicher!
Als wir dann bereits das sechste Mal unsere Wasserlaufband-Sitzung hatten, wollte ich aber nun das erste Mal partout nicht hinein. Doch ich musste sehr schnell einsehen, dass mein Sträuben auch diesmal keinen Erfolg haben würde.
Und somit „durchlief“ dann auch meine sechste Sitzung sehr gut für mich.

Was mir bis dahin auch schon aufgefallen war war das, dass mir meine nette Therapeutin immer und immer wieder mal ein Leckerlie geben wollte.

Mal von der rechten Seite, dann wieder von links, mal von vorne angeboten. Vergebens! Auch hineinlocken ließ ich mich damit nicht!

Leckerlies hieß für mich: Kein Eis!

Eishörnchen als Lekkerli?

eismannhans / Pixabay, creativecommons public domain


Muss wirklich nicht sein!

Und so ging das bis zu meiner siebten Therapie. In dieser Sitzung überlegte ich mir dann einen anderen Plan: die Zwei würden es ja vielleicht endlich merken, dass ich gar nix will, wenn ich mal völlig überraschend freiwillig und mit Freuden in das Becken steige. Und das tat ich dann bei meiner siebten Therapie. Ich wurde mit dem Podest hochgeliftet und dann hopste ich auch schon selber in das Becken rein! Die Therapeutin und mein Fraule waren da dann ganz aus dem Häuschen! Sie konnten es gar nicht glauben – zumindest mein Fraule nicht!

Ich, der besonders Wasserscheue, stieg zur Therapie ganz selbstverständlich in das Becken rein.

glücklicher Hund

Nemo / Pixabay, creative commons public domain

Ja – okay – inzwischen hatte ich es verstanden, dass mir das Gelaufe im Nass, auf diesem sich immer bewegenden Band, doch tatsächlich sehr gut tat! Auch nach meiner achten Wasserlaufband-Sitzung, behielt ich diese neue „Technik“ bei. Ich konnte es tatsächlich gar nicht erwarten, in das Laufband-Becken zu steigen!

Jetzt heisst es, Maß nehmen

Nach dieser achten Sitzung, wurde dann ein weiteres mal Maß bei mir genommen. Vor der ersten Sitzung, war mein Oberschenkel-Umfang ja 33 cm gewesen. Na da war ich nun mal gespannt, was sich wohl getan hatte!

Die Therapeutin legte das Maßband um und sagte dann: Nun sind es 36 cm!!!

Ich hatte doch glatt 3 cm Muskelumfang zugenommen!! Was das eine Freude!!

Mit so einem tollen Ergebnis, hatte ich nun wieder nicht gerechnet – DREI Zentimeter mehr! Das war für mich aber nun endlich ein „muskelfester“ Beweis dafür, dass die Diagnose Polyneuropathie eindeutig nicht stimmen konnte!

Das tolle Ergebnis prägte sich dann in mir ein. Denn ab dieser Laufband-Sitzung, dauerte es mir fast immer schon zu lange, bis ich da endlich wieder in das Becken steigen konnte! Die Therapeutin und mein Fraule, mussten mich ab da so manches Mal richtig zurückhalten, sonst wäre ich auch schon mit einem Hops in das Becken gesprungen!

Auch während der Wasserlaufband-Sitzung, versuchte ich nun meine neue Begeisterung dadurch zu zeigen, dass ich nun ganz und gar ohne gehalten zu werden, von alleine in der Mitte des Beckens lief. Dass es diesmal auch wieder eine Änderung im Wasserlaufband geben sollte, bemerkte ich recht schnell. Auf einmal entstanden vor mir ein paar kleine Wellen, die ich unter Wasser als leichten Gegenstrom empfand. Völlig überrascht davon, hörte ich mal vorsichtshalber auf zu laufen. Der Gegenstrom im Wasser war dann doch so stark, dass ich ganz leicht nach hinten geschwemmt wurde. – Das hieß nun für mich dann im Verlauf dieser Sitzung, dass ich nun heute und das nächste Mal, wieder etwas an meinem Gurt geführt wurde.

Doch schon ab der nächsten Wasserlaufband-Sitzung mit Gegenstrom hatte ich es auch schon intus, wieder „freihändig“ laufen zu können. Doch ich legte ab jetzt bei mir auch noch eine weitere Steigerung zu! Ich lief ab heute ohne Führung am Gurt, ganz selbstständig in der Mitte des Beckens.

Alle weiteren Laufereien auf diesem Wasserlaufband, machten mir jedes Mal viel Spass. – Auch mit „Gegenstrom“!

Als wir dann zu meiner vorletzten Wasserlaufbandsitzung gingen fiel meinem Fraule auf, dass ich beim „Häufle-machen“, für mich nun seit den Goldimplantaten untytisch, mein rechtes Knie wieder weit rausstreckte. Das erzählte sie dann auch den beiden netten Wasserlaufbandtherapiedamen. Und somit bekam ich bei meiner vorletzten Sitzung auch noch eine „Trockentherapie“. Da stellte meine Therapeutin dann fest, dass mein Muskelgewebe zwischen meinen Schulterblättern und die obere Brustwirbelsäule, etwas verhärtet war. Sie versuchte das dann etwas zu lockern, und zeigte meinem Fraule noch, wie sie es selber machen konnte. Das Lockern brachte dann auch gleich Erfolg!

Am Freitag dem 16ten, da habe ich dann meine letzte von 18 Wasserlaufband-Sitzungen. – Ich hatte sooooo viel Spaß und und machte große Fortschritte!

Aber trotzdem habe ich auf jeden Fall so einige Gründe zum Jubeln!

      Grund: Die „Diagnose“ Polyneuropathie, kann ganz eindeutig nicht stimmen!
      Grund: Die Hin- und Heimreise zur Wasserlaufbandtherapie, war jedes Mal so richtig schön für mich.
      Grund: Meine beiden Therapeutinnen habe ich nun so sehr ins Herz geschlossen, dass ich inzwischen von ihnen sogar Leckerlies an nehme. Und „für so was“ bin ich normalerweise nicht so unbedingt zu gewinnen!
      Grund: Ich bekam MUSKELZUWACHS!!!!! – Nach der 8ten Sitzung waren es doch glatt DREI Zentimeter mehr. Nach weiteren 4 Sitzungen, kamen noch mal 1,5 Zentimeter dazu. Na und heute, nach meiner letzten 18ten Sitzung, da bin ich dann schon mal mächtig gespannt, was das Maßband wohl so anzeigen wird!!! Nochmal 1,5 Zentimer mehr? (Das wäre dann wenigstens ein „linearer“ Aufbau!)

JETZT WIRD GERADE GEMESSEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Tatsächlich! Ein weiterer Muskelaufbau von 1 Zentimeter!!

Die 18 Sitzungen brachten mir dann also 5,5 Zentimeter mehr Kraft, mehr Ausdauer, viel Freude – na und Aussehen tu’ ich nun auch wieder besser!!!

Bingo am Strand

Bild & Quelle: Sabina Küchler

Ein Gastbeitrag von Sabina Küchler

Titelbild & Quelle zum Beitrag „Goldimplantate“: Nemo / Pixabay, creative commons public domain

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