Entspannt vorbeugen statt mühsam korrigieren und erziehen – 8 Tipps für frisch gebackene Welpenhalter (Teil 1)

Entspannt vorbeugen statt mühsam korrigieren und erziehen – 8 Tipps für frisch gebackene Welpenhalter (Teil 1)

Ganz oft lassen sich unerwünschte Verhaltensweisen, mit denen ich als Hundetrainer konfrontiert werde, auf Versäumnisse aus der Welpenzeit zurückführen. Deswegen gibt es hier 8 wichtige Tipps, um langwierigen Trainings zur Korrektur von Verhaltensauffälligkeiten vorzubeugen.

1. Die Hausordnung steht vor dem Welpeneinzug

Überlege dir, was in deiner Hausordnung steht, damit dein Welpe von Anfang an gezeigt bekommt, wie das Leben mit dir drinnen funktioniert. Der Hund soll nicht auf das Bett oder die Couch? Ok, kein Problem, dann aber bitte von Anfang an. Auch wenn der kleine Tollpatsch noch so süß schaut, solltest du die Couch gleich und konsequent für tabu erklären. Die ausgewachsene Dogge weiß später nicht, dass ihr Volumen bei der aktuellen Größe nicht mehr auf dem Polster erwünscht ist. Es ist dann viel schwieriger etwas abzugewöhnen, was vorher erlaubt war. Folgende Punkte solltest du für die Hausordnung bedenken:

  • darf der Hund auf Bett oder Couch
  • Darf der Hund vom Tisch essen
  • Darf der Hund bestimmte Räume nicht betreten (Küche, Bad, Schlafzimmer, Kinderzimmer)
  • Darf der Hund zum Besuch an die Tür stürmen
  • Darf der Hund überall liegen
  • … u.s.w.
  • PS. Erlaubt ist, was du gut findest und keinem Dritten schadet. Wenn du also mit deinem Hund im Bett kuscheln willst, kannst du das auch erlauben.

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    2. Ruhige erste Tage

    WOW, ein neuer, kleiner, super niedlicher Hund ist im Haus. Klar, dass Oma, Opa, Freunde, Eltern, Nachbarn, Bekannte,… das kleine Fellbündel gebührend begrüßen müssen. Müssen sie nicht! Zumindest nicht in den ersten Tagen. Das kleine Tierchen wurde aus seiner bisherigen Umgebung, von der Mama, von den Geschwistern und von bekannten Menschen getrennt und kommt nun in eine ganz neue Welt. Zeige zuerst in Ruhe deinen Wohnraum, mache den Welpen mit seinem Kernrevier (max. 100 Meter Radius) um deine Wohnung bekannt. Zeige die Gerüche deiner Straße. Gönne deinem kleinen Freund viel Schlaf, knuddel ihn und gib ihm ein wenig Zeit, sich an dich zu gewöhnen und dir zu vertrauen. Das sind schon sehr viele neue Eindrücke. Nach 4-5 Tagen kannst du das Fellknäuel in kleinen Gruppen oder einzeln mit den Menschen bekannt machen, die dir wichtig sind und die eine Rolle in seinem Leben spielen werden. Nicht überfordern, das sorgt für Stress und davon soll er in seinem neuen Zuhause so wenig wie möglich haben.

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    3. Sozialisierung und Erkundung vor Erziehung

    Zuverlässig sitzen bleiben, zurück kommen und an lockerer Leine laufen ist wichtig. Den Grundstein dafür kannst du von Anfang an legen, aber übertreibe es nicht mit den Erziehungsübungen. Ein Hund mit 18 Wochen muss noch nicht perfekt Fuß laufen und 5 Minuten im Platz liegen können. Viel wichtiger ist es, den Hund seine Umgebung erkunden zu lassen und ihn mit allen Dingen in Berührung zu bringen, die ihm im Leben an deiner Seite begegnen. Du fährst Bus oder Bahn? Nimm den Welpen gleich mit. Zeige ihm verschiedene Untergründe, Orte und alles was dir so einfällt und dir wichtig erscheint. Bringe ihn mit verschiedenen Menschen zusammen, mit verschiedenen Hunden und anderen Tieren, die ihm in seinem Leben begegnen könnten. Der Welpe soll positive Umwelterfahrungen auf einem niedrigen Stresslevel sammeln dürfen, damit er lernen kann mit unterschiedlichen Außenreizen umzugehen und nicht ängstlich oder aggressiv zu reagieren.

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    4. Routine & Rituale

    Routine bringt Vertrauen und Entspannung. Dein Welpe kann dich besser einschätzen, sich besser auf sein neues Leben einstellen und fühlt sich sicher. Beispiele für das Etablieren routinierter Abläufe: Was passiert nach dem Aufstehen? Was passiert vor dem Spaziergang? Wann & wie wird der Hund angeleint? Was passiert, wenn es an der Tür klingelt? Wird vor dem Schlafengehen geknuddelt? Wie geht man mit Besuch um? etc. Je mehr Abläufe sich in eurem täglichen Miteinander ähneln, desto besser wird das Zusammenleben harmonieren.

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    Das waren die ersten vier Tipps, die einen entspannten Start mit dem kleinen Fellknäuel erleichtern. Dein Züchter, ein guter Hundetrainer, der mit vielen unterschiedlichen Welpen arbeitet oder ein kompetenter Tierheimmitarbeiter, hilft sicher gerne, wenn du zu bestimmten Verhaltensweisen weitere Fragen hast. Gerne kannst du auch hier deine konkreten Fragen stellen. Im nächsten Teil geht es weiter mit den Themen: Eigener Platz, Hundekontakt, Blicke loben und den Welpen mal abgeben. Was findest du noch wichtig? Kommentiere deinen Punkt gerne unter diesem Beitrag.

    Bild & Quelle zum Text:
    -Gastbeitrag von Julia Hartkopf

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