Zecken: Hund und Mensch richtig schützen

Zecken: Hund und Mensch richtig schützen

Wenn Hunde von Zecken befallen sind, ist das nicht nur richtig gefährlich für die Vierbeiner, sondern im schlimmsten Fall auch für den Menschen. Denn einige der Krankheiten, mit denen der Parasit den Hund infiziert, können auch Reaktionen beim Herrchen auslösen. Zeckenvorsorge und Bekämpfung der Blutsauger ist deshalb für jeden Hundebesitzer Thema.

Die Zahl der Zecken nimmt immer weiter zu, und neue Arten breiten sich aus. Durch den Klimawandel und die Veränderung der Agrarlandschaft sind die Zecken in Europa auf dem Vormarsch. In den warmen Sommermonaten können sich deshalb auch mediterrane Arten, die sonst nur in südlichen Ländern zu finden sind, sehr gut in Deutschland entwickeln. Neue Lebensräume für Zecken werden durch die Stilllegung landwirtschaftlicher Nutzflächen und den geringen Einsatz von Pestiziden begünstigt. Die Zunahme von Wildschweinen und kleinen Nagern tut ihr Übriges und trägt zur weiteren Verbreitung der Zecken bei.

Nur im Sommer?

Zecken galten lange als Sommerplage, doch das hat sich geändert. Einige Arten lauern auch im Winter. Andere werden im Frühjahr aktiv. Wenn die Temperaturen mindestens sechs bis acht Grad betragen und über mehrere Tage anhalten, erwachen die Zecken aus ihrer Winterruhe. Am aufdringlichsten sind sie dann Anfang Juni und Mitte September. In den warmen Monaten sind Zecken am späten Vormittag und frühen Abend sehr mobil.

Dabei fallen sie nicht von Bäumen, wie allgemein geglaubt wird. Die Blutsauger befinden sich in etwa einem Meter Höhe auf einem Grashalm oder Blatt eines Strauchs und reagieren auf Wärme und den Geruch ihrer Opfer.

Unbemerkte Gefahr

Werden sie von Spaziergängern oder Tieren abgestreift, bewegen sie sich bis zu zwei Stunden auf dem Körper und suchen nach der richtigen Stelle. Spärlich beharrte Stellen mit dünner Haut sind dabei klar bevorzugt. Bei Hunden sind also der Kopf, die Ohren, der Hals und der Zwischenbereich der Zehen sowie Bauch und Schenkelinnenseiten besonders gefährdet.
Bei Menschen sind gut durchblutete Hautpartien für Zecken beliebt. Kopfhaut, Ohren, Hals, Arm- und Kniefalten, Leisten, Hände und Füße sollten also nach einem Spaziergang oder dem Kontakt mit einem infizierten Tier abgesucht werden.

Denn ein Zeckenbiss bleibt oft unbemerkt. Zwar graben sie mit ihren Mundwerkzeugen einen Hohlraum in die Haut des Wirts, im Speichel der Parasiten befindet sich aber eine betäubende, gerinnungshemmende Substanz.

Prävention gegen Zecken

Wer eine Zecke bei seinem Hund entdeckt, muss diese sofort entfernen. Am besten, bevor sie sich festgesogen hat. Eine gründliche Untersuchung nach jedem Spaziergang durch Wald und Wiesen sollte zum täglichen Programm gehören. Befindet sich die Zecke auf dem Tier, aber ist noch nicht dabei sich vollzusaugen, kann sie aus dem Fell gesammelt werden. Füllt sie sich dagegen bereits mit Blut, sollte man sie nicht einfach entfernen und vor allem dringend die Finger von Hausmitteln lassen. Cremes, Öl, Alkohol oder Nagellackentferner töten den Blutsauger zwar, im Todeskampf setzt er aber vermehrt Speichel frei. Wenn nun eine Zecke infiziert ist, gibt sie noch mehr des erregerhaltigen Speichels in den Wirt ab. Antizeckenmittel für Hunde sind ein besserer Schutz gegen die gefährlichen Infizierungen und können über spezialisierte Händler unkompliziert bezogen werden. Spot on Präparate schützen bis zu vier Wochen vor Hundezecken und anderes Ungeziefer. Es ist aber auch möglich, ein Zeckenhalsband zu verwenden oder Sprays und Tabletten zu benutzen.

Gefahr für den Menschen

Wer nachlässige Parasitenvorsorge betreibt oder einen Hund unter unhygienischen Verhältnissen hält, setzt nicht nur die Gesundheit des Vierbeiners, sondern auch seine eigene aufs Spiel. Denn die Zecke ist einer der Parasiten, der auch auf andere Wirte überspringt und sich von diesen dann das Blut holt. Dann kann es passieren, dass der Mensch vom Parasiten des Hundes befallen und ebenfalls infiziert wird. Es drohen die gleichen Krankheiten wie beispielsweise Borrelliose.

skeeze / Pixabay, creative commons public domain

Anmerkung: Wie immer gilt, dass Onlinebeiträge nicht den Besuch beim bzw die Diagnose vom Tierarzt ersetzen können.