Winterliches Hundewandererlebnis – vier „Bigfoots“ und vier Hundepfoten in den Osttiroler Bergen

Winterliches Hundewandererlebnis – vier „Bigfoots“ und vier Hundepfoten in den Osttiroler Bergen

Ein Reisebericht: Mit Schneeschuhen durch‘s Virgental (Hohe Tauern)

Matrei in Osttirol – wir biegen ab ins ruhige Virgental, an dessen Ende die gewaltige Venedigergruppe steht. Eine Woche aktiver Silvesterurlaub im Nationalpark Hohe Tauern erwartet uns und unsere Berner Sennhündin Gusti. Wir treffen an unserer Pension „Ferienhaus Tirol“ in Prägraten auf unsere Freunde, die ebenfalls mit einer Berner Sennhündin unterwegs sind. Prächtiges Wetter ist angesagt, wie wir dem Aushang mit Schnee- und Lawinenbericht im Gemeindeamt entnehmen können. Drei unserer schönsten Winterwanderungen mit unseren Hunden möchten wir hier kurz vorstellen.

Stabanthütte – ein Schlößchen überm Virgental

Osttirol Stabanthütte (4)Bildangaben: Bild & Quelle: hundeausflug.net, via Franziska Rößner

Bild & Quelle: hundeausflug.net, via Franziska Rößner


Osttirol Stabanthütte (1)Bildangaben: Bild & Quelle: hundeausflug.net, via Franziska Rößner

Bild & Quelle: hundeausflug.net, via Franziska Rößner


Am ersten Urlaubstag werden wir es ruhig angehen, um die Hunde zu testen. Der Schnee liegt 1 m hoch – eine neue Erfahrung für die beiden Fellnasen. Wir nutzen einen festgetretenen Winterwanderweg zur kleinen Bauernsiedlung Bichl. Die Sonne lacht, der Schnee funkelt und wir beschließen spontan, weiter zur Stabanthütte aufzusteigen. Der Wanderweg zur Hütte ist tief verschneit. Eine schmale Schneeschuhspur führt gemächlich durch lichten Bergwald hinauf.
Osttirol Stabanthütte (3)Bildangaben: Bild & Quelle: hundeausflug.net, via Franziska Rößner

Bild & Quelle: hundeausflug.net, via Franziska Rößner


Die Hütte ist nach einer Stunde in Sicht, doch fordert ein abenteuerlicher, holpriger Holzsteg an einer Felswand ent¬lang zur Hütte hinauf nochmal unsere ganze Aufmerksamkeit. Die beiden urigen Wirtsleute und ein paar gut gelaunte Gäste auf der Hüttenbank begrüßen uns mit einem freundlichen Hallo! Die sehr schön anzuschauende Stabanthütte ist zur beliebtesten „erwanderbaren Hütte“ der österreichischen Wanderdörfer gekürt worden – wir können dies nur bestätigen! Die Sonnenterrasse bietet einen wunderbaren Talblick, ein Kinderspielplatz mit einer kleinen Blockhaushütte ist auch vorhanden. In der gemütlichen Gaststube mit Bauernofen gibt es durchgehend warme Küche. Nach einem Begrüßungs-„Schnaps’l“ geht’s uns richtig gut.

Nilljochhütte – uriges Blockhaus in den Bergen

Osttirol Nilljochhütte (6)Bildangaben: Bild & Quelle: Barbara Kipper, via Franziska Rößner

Bild & Quelle: Barbara Kipper, via Franziska Rößner


Nach dieser positiven Erfahrung sollte es am nächsten Tag noch einmal zu einer besonderen bewirtschafteten Hütte gehen. Ein Blockhaus aus kanadischen Tannen thront hoch überm Tale. Das wollen wir uns ansehen!
Im Winter gibt es nur einen lawinensicheren Aufstieg zur Nilljochhütte. Von Obermauern gings gemütlich einen Fahrweg aufwärts, der an 2 schönen Holzhäusern endet. Dahinter war nun an einem steilen Hang aufzusteigen. Da wir am Vortag so gute Wegverhältnisse vorfanden, hatten wir die Schneeschuhe wieder zu Hause gelassen – ein grober Fehler!
Osttirol Nilljochhütte (3)Bildangaben: Bild & Quelle: Barbara Kipper, via Franziska Rößner

Bild & Quelle: Barbara Kipper, via Franziska Rößner

Wir finden zwar eine alte verwehte Spur vor, aber sacken immer wieder knietief ein und ärgern uns, daß wir ohne die „Bigfoots“ losgegangen sind. Nach 20 harten Minuten stehen wir auf einem gratähnlichen Bergrücken. Eine Supersicht ins Tal belohnt uns für die Mühen und bald taucht auch die ersehnte Hütte zwischen den Krüppelkiefern über uns auf. Die Niljochhütte besitzt eine große Sonnenterasse mit fantastischem Panoramablick auf‘s gesamte Virgental, der gegenüberliegenden Lasörlinggruppe und auf die Malhamspitzen. Im Inneren findet man einen tollen Gastraum mit großem Kamin.

Wir bleiben bei dem schönen Wetter gleich draußen sitzen und genießen den Ausblick. Der Wirt ist sichtlich erstaunt über unsere bergbegeisterten Hunde und gibt uns noch einige Tipps für die nächsten Tage.

Gottschaunalm – nur für Naturgenießer

Osttirol Gottschaunalm (7)Bildangaben: Bild & Quelle: hundeausflug.net, via Franziska Rößner

Bild & Quelle: hundeausflug.net, via Franziska Rößner


Die dritte Tour sollte uns zu einer im Winter nicht bewirtschafteten Alm führen. Sehr steil führt ein Wallfahrtspfad über einen wundervollen, mit uralten Lärchen bewachsenen Waldrücken zur Aller-Heiligen-Kapelle hinauf, die an einen großen Felsen herangebaut wurde. Auf dieser Tour zur Gottschaunalm sind wir mit Schneeschuhen unterwegs. Das ist auch gut so. Der Schnee wurde tiefer und das Gehen beschwerlicher. Ruhig stapfen wir voran. Eine uralte Alm mit einer rustikal gezimmerten Sitzgruppe an der Südseite der Hütte, auf einer flachen Hochfläche gelegen, macht Lust auf Mittagsrast. Die aus alten, tiefbraun bis schwarz gefärbten Holzbohlen gezimmerte Hauswand hat sich von der Sonne aufgewärmt, und es läßt sich angenehm sitzen.

Osttirol Gottschaunalm (1)Bildangaben: Bild & Quelle: hundeausflug.net, via Franziska Rößner

Bild & Quelle: hundeausflug.net, via Franziska Rößner

Ein paar Knacker mit Brot, Lebkuchen und Glühwein aus der Thermoskanne haben wir für diese schöne Pausenstelle mit heraufgebracht. Wir relaxen eine gute Stunde. Hier sind wir ganz alleine und genießen die Stille an der Alm, den Blick über die verschneite Almwiese auf die umliegenden Berggipfel. Gegenüber können wir die Wetterkreuzhütte erkennen. Vom Tal aus sind laut Karte über 1000 Höhenmeter zu überwinden, ein bewaldeter Steilhang führt zur an der Waldgrenze liegenden Hütte. Lawinensicher und über 2000 Meter! Wir beschließen spontan, in den nächsten Tagen auch diese Hütte zu besuchen. Zuerst müssen wir aber die heutige Tour beenden. So schnallen wir wieder die Schneeschuhe an und stapfen durch die Tiefschnee-Wiese zum Waldhang hinunter. Auf schmalem, steilem Pfad schlängeln wir uns durch den uralten Nadelwald. Steile Passagen mit Schneeschuhen zu gehen, ist erstmal etwas gewöhnungsbedürftig. Die Füße rutschen in den Schuhen nach vorn und stoßen an der Schuhspitze an – Nachschnüren! Der weitere Abstieg ist teilweise steil, ab und an schauen Zweige von abgebrochenen Äste aus dem Schnee und wir müssen höllisch aufpassen, nicht hängenzubleiben und zu stolpern. Bereits nach 1,5 Std. ist der Abstieg geschafft. Wir fragen uns, warum wir über 3 Stunden hinauf gebraucht haben…

Noch Fragen? Wir helfen gerne weiter

Für weitere Tipps zu einem Bergurlaub im Virgental oder unseren Hundewanderungen in Osttirol stehen wir gern zur Verfügung. Viel Spaß beim Nachwandern wünschen
Franziska Rößner und Kaj Kinzel, www.hundeausflug.net