Von Regensburg über Deggendorf nach Freising

Von Regensburg über Deggendorf nach Freising

Eine Radtour mit einem damals 9 Jahre alten Hund? Über mehrere Tage? Das geht? Klar geht das! Heutzutage gibt es tolle Fahrradanhänger für den Hund und nach ein paar kleineren Tagestouren hatte sich auch Mailo schnell an seines neues Fahrzeug gewöhnt. Wir – das sind übrigens Björn, meine Papa und ich – planten die Tour entlang der Donau und Isar, suchten hundefreundliche Unterkünfte, besorgten uns entsprechendes Kartenmaterial und schon konnte es losgehen.

Tag 1: Regensburg (8 km) – Das Abenteuer beginnt

Mit dem Zug ging es zunächst von Freising nach Regensburg, dem Ausgangspunkt unserer Radtour. Zugegeben die Zugfahrt, insbesondere das Ein- und Aussteigen war etwas schwierig: Zwei Personen, zwei Fahrräder, ein Hundanhänger, Rucksäcke und Mailo. Zwei Hände mehr wären von Vorteil gewesen. Vom Regensburger Bahnhof bis zu unserem Hotel waren es knappe 8 km, die natürlich geradelt wurden.

Tag 2: Regensburg – Straubing (53 km) – Ein nasser Auftakt

Lange Gesichter am Morgen – es regnete. Na, so hatten wir uns unseren Start nicht vorgestellt. Nach dem Frühstück war der Regen in Nieselregen übergangen und wir fuhren los. Erster Halt war die Walhalla, von außen, denn Hunde sind in der Ausstellung nicht erlaubt. Nachdem man die Stufen mühsam erklommen ist, zeigt sich dieses bedeutende Nationaldenkmal aber als absolut sehenswert! Weiter ging unsere Fahrt entlang der Donau, mal mit mehr, mal mit weniger Regen. Am Nachmittag, als der Regen wieder richtig eingesetzt hatte, fluchte ich kurzzeitig lauthals vor mich hin – es war kalt, nass und eklig – und steuerte eine urige Gaststätte irgendwo im Nirgendwo an. Ich brauchte was Warmes. Wir waren mehr oder weniger plitschnass – außer Mailo, da er in seinem Anhänger im Trocknen saß. Hund müsst man sein. Nach einem Tee und einer Suppe nahmen wir die letzten 10 km in Angriff. Noch einmal nass werden, und dann unter die warme Dusche.

Hund wird im Anhänger transportiertBildangaben: Bild & Quelle: Claudia Scheler

Bild & Quelle: Claudia Scheler


Auf den letzten Metern ließen wir Mailo ein Stück am Rad mitlaufen – ein Fehler, wie sich gleich herausstellen würde. Es kamen demnach 3 völlig durchgeweichte Radfahrer und ein mittlerweile ebenso nasser Hund in der Pension in Kößnach an. Die Dame erklärte uns noch an der Haustür, dass sie überall Teppichboden liegen habe und das so, und so zwar genauso, nicht geht. Das wird ja alles dreckig! Ich versuchte noch mit ihr zu reden, aber nein, hier können wir nicht übernachten. Na, super! Und nun? Wir hatten extra diese Pension rausgesucht, weil es bis nach Straubing so weit war und wir nicht gleich am ersten Tag über 50 km radeln wollten. Es nutzte nichts, die letzten 8 km nach Straubing mussten in Angriff genommen werden. Dort fanden wir sehr schnell eine Pension, in die auch wir durften – nass, dreckig und mit Hund.

Tag 3: Straubing – Deggendorf (40 km) – Entlang der Donau

Die Sonne schien! Bevor es weiter ging, machten wir noch einen kleinen Bummel durch Straubing, wirklich sehenswert. Der Radweg führte nun direkt an der Donau entlang, und es ist einfach herrlich auf der einen Seite das Wasser zu haben und auf der anderen den Bayrischen Wald. Am Nachmittag kamen wir bereits in Deggendorf an, so dass wir noch genügend Zeit hatten die Innenstadt anzuschauen. Am Abend mussten wir noch entscheiden, ob wir am nächsten Tag auf direktem Weg Richtung Isar fahren oder noch ein Stück Richtung Süden und dann mit der Fähre zum anderen Ufer übersetzen. Wir entschieden uns für Letzteres, was zwar etwas länger war, aber wahrscheinlich der schönere Weg.

Tag 4: Deggendorf – Landau (51 km) – Durch Wiesen und Wälder

kleine Bootstour mit HundBildangaben: Bild & Quelle: Claudia Scheler

Bild & Quelle: Claudia Scheler


Die Sonne schien! Und zwar so richtig! Sogar ich Frostbeule wählte die kurze Hose für die Fahrt. Wie besprochen ging es erst ein Stück weiter in den Süden, und dann mit der Fähre auf die andere Seite der Donau. Danach radelten wir ein ganzes Stück durch Wiesen und Wälder bis wir an die Isar kamen. Weiter ging es nach Landau. Dort lag unsere Pension etwas außerhalb, und keiner von uns hatte an diesem Abend Lust sich in irgendeiner Form zu bewegen. Daher fiel der Stadtrundgang in Landau aus.
Hund am BachBildangaben: Bild & Quelle: Claudia Scheler

Bild & Quelle: Claudia Scheler

Tag 5: Landau – Landshut (55 km) – Ein ungeplanter Tierarztbesuch
Schock am Morgen! Die Sonne schien zwar immer noch, aber Mailo hatte eine dicke Backe. Es sah aus als ob ihn was gestochen hatte. Wir entschieden uns zur Sicherheit einen Tierarzt aufzusuchen. Mailo bekam was gegen die Schwellung und am späten Vormittag konnten wir unsere Tour fortsetzen. Der Weg verläuft nun an der Isar, direkt am Wasser entlang. Landschaftlich ist es deutlich schöner, als an der Donau, wo man eher auf oder hinter dem Deich fährt. Der Nachteil ist allerdings, dass der Radweg hier nicht ganz so schön ist, und man oft den typischen Grasstreifen in der Mitte hat, Baumwurzeln oder andere Schlaglöcher – alles nicht so toll für den Hundeanhänger. Mailo musste an diesem Tag öfter mal „zu Fuß“ gehen, weil es einfach zu uneben war.

Radeln mit HundBildangaben: Bild & Quelle: Claudia Scheler

Bild & Quelle: Claudia Scheler


In Landshut angekommen, machten wir noch einen kleinen Stadtbummel und am Abend im Biergarten unserer Pension, bekamen wir die genaue Historie der Landshuter Hochzeit erklärt – frei Haus, sozusagen.

Tag 6: Landshut – Freising (49 km) – Alles Schöne hat ein Ende

Ein bisschen wehmütig brachen wir an diesem Morgen auf. Die letzte Etappe von einer großartigen Radtour war angebrochen. Der Tag verging wie im Fluge, und schneller als gedacht kamen wir in Freising an. Und was passierte wohl, während wir noch unsere Fahrräder in der Tiefgarage verstauten? Richtig, es fing an zu regnen.

Als kleines Fazit:

Es war einfach super! Den ganzen Tag draußen, in Bewegung und mit Mailo. Auch er hat die Tour sichtlich genossen. Er liebt es einfach überall mit dabei zu sein, gerne läuft er auch ein Stück am Rad mit, aber eben keine 50 km. Deswegen war die Lösung mit dem Anhänger am besten und wir sind glücklich darüber, ihn mitnehmen zu können.

Ein Gastbeitrag von Claudia Scheler

Alle Bilder & Quellen: Claudia Scheler