Hunde-Schnäppchen oder teurer Spaß?

Hunde-Schnäppchen oder teurer Spaß?

Es soll ja nicht wenige Hunde geben, die Ihrem Besitzer klar machen wollen, dass Sie ihr Futter gerne selbst suchen wollen. Neugierige Nasen in Mülleimern, stibitzte Leckereien vom Couchtisch und nicht zuletzt der engagierte Versuch, das Kaninchen im Park zur Abwechslung auf die persönliche Speisekarte zu setzen, könnten zumindest darauf hindeuten. Doch unter dem Strich kostet der Hund seinen Besitzer Geld, unter anderem für sein tägliches Futter.

Doch was kostet der kleine (oder große) Mitesser und was kommt an anderen Ausgaben hinzu? Einfache Frage, unklare Antwort: Kommt ganz darauf an. Wer seine Hundebesitzer-Karriere gleich mit einem Schnäppchen beginnt, zahlt später aber ziemlich sicher umso mehr.

Fangen wir deshalb einmal bei der Anschaffung an.

Am günstigsten sind Hunde in diversen Internetbörsen, leider zum Teil mit unklaren oder gefälschten Herkunftsangaben.

Wir sprechen hier also nicht vom unbeabsichtigten Hunde-Nachwuchs, den private Hundebesitzer weiter vermitteln. Das gilt ebenso für den leider immer noch stattfindenden Verkauf auf kleinen Märkten, quasi direkt aus dem Kofferraum. Wer hier Hunde erwirbt, der kann meist nur schwer ausschließen, dass die Tiere unter schlechten Bedingungen aufgezogen und zu früh von Ihrer Mutter getrennt wurden.

Wen das noch nicht genug abschreckt: Rund die Hälfte der als “Schnäppchen” erworbenen Hunde ist laut der Arbeitsgemeinschaft Welpenhandel (Im Web: Initiative Wühltischwelpen) so krank, dass nach dem Kauf durch den späteren Besitzer der Tierarzt helfen muss. Dabei können schnell Kosten von bis zu einigen Tausend Euro entstehen.

Friss mir nicht die Haare vom Kopf

Doch erst mal genug von den komplett unschönen Themen. Hunde aus dem Tierheim werden zum Teil kostenlos, auf Basis von freiwilligen Spenden oder zu festen Beträgen im dreistelligen Bereich abgegeben. Doch Nachfragen hilft manchmal sparen. Nette Kommunen erlassen den netten Menschen wenigstens für eine gewisse Zeit die Hundesteuer.

Auch für Hunde aus “normaler” Zucht gehen die Beträge teilweise im dreistelligen Bereich los, können aber auch gerne mal bis zu ca. zweitausend Euro betragen. Was leider nicht heißt, dass Rassehunde keine zum Teil rassetypischen Krankheiten bekommen können. Kurzum, der Tierarzt und eventuell regelmäßige Kosten sind die große Unbekannte bei der Hunde-Rechnung.

Bleiben wir bei den überschaubareren Kosten. Für das Starter-Set der persönlichen “Survival”-Ausrüstung des neuen Mitbewohners (Schlafen, Fressen, Saufen, Beschäftigung) kann man mindestens 100 Euro ansetzen. Die Fachmarktkette Fressnapf hat einmal in einer Schätzung zwischen 30 und 80 Euro pro Monat für die Fütterung des Hundes veranschlagt – abhängig unter anderem von Größe und Aktivität des Hundes und von der Futterqualität. Dazu kommen noch die laufenden Kosten, z.B. für eine Hunde-Haftpflicht, meist ein zweistelliger Betrag im Jahr und die unvermeidbare Hundesteuer von ca. 100 bis 150 Euro.

Lange Rede, kurzer Sinn, billig ist der Spaß nicht – aber eben auch unbezahlbar.

Unbezahlbare Vorteile eines Hundes

  • Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte seiner Besitzer über ein kostenloses Fitness-Programm an der frischen Luft, auch im lauschigen Monat November.
  • Ein begnadet großer Kuschelfaktor. Außer bei Hunden, die eine hohe Affinität zum Wälzen in den Hinterlassenschaften anderer Tiere haben.
  • Seelenmassage: Die Illusion, der Hund könnte den menschlichen Ärger und Frust über den lästigen Alltagskram wirklich verstehen, den er ihm jederzeit mitteilen kann. Statt verdrehte Augen über das ausgiebige Gejammer bekommen die Hundehalter einen verständnisvollen Hundeblick, der vielleicht auch etwas mit der Hoffnung auf Leckerchen zu tun haben könnte, aber sei´s drum.
  • Mit anderen Worten – warum Krankenkassen nicht bereitwillig Hunde zur Erhaltung von körperlicher und geistiger Gesundheit finanzieren, bleibt irgendwie schleierhaft.

    Ein Gastbeitrag von Wolfgang Krüger von wunsch-hund.de – dem Portal mit News und Tipps rund um den Hund

    Beitragsbild: PublicDomainPictures / Pixabay / creative commons public domain