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Der Bayerische Gebirgsschweißhund – ein Hund der Sonderklasse

Die gesammelten BGS-Erfahrungen vom Bayerische Gebirgsschweißhund-Züchter Martin Vetter vom BGS vom Fischbach (Lauchheim).

Mit lautem Gebell wird man begrüßt, die meisten Bayerische Gebirgsschweißhund sind sehr lautstark. Das gehört zum guten Ton. Auch bei der Arbeit.
Das Eindringen ins Reich der Afra vom Ölbach, wird immer angezeigt. Afra – eine rehbraune BGS-Dame – entgeht absolut nichts. Dabei meldet sie grundsätzlich jeden der gerade kommt freundlich aber lautstark an, begleitet den Besucher auch gerne vom Gartentor bis zur Haustür – dabei hält sie aber immer etwas Abstand und kommt einem nicht unangenehm zu nahe. Ein normaler BGS ist immer vorsichtig, hauptsache am Anfang, Abstand ist sehr wichtig für diese Rasse.
Der Bayerische Gebirgsschweißhund ist eine vergleichsweise junge Rasse: Sie entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland, aus dem Hannoverschen Schweißhund gekreuzt mit einheimischen Bracken. Ziel war es, einen im bergigen Gelände beweglicheren Hund zu züchten, da die bisherigen Schweißhunde sich dafür als zu schwer erwiesen hatten. Die Nordseite der Alpen sind einfach sehr schroff.

Bayerische Gebirgsschweißhund: Der Körperbau des BGS / Afra vom ÖlbachBildangaben: Bild & Quelle: Martin Vetter, BGS vom Fischbach
Bild & Quelle: Martin Vetter, BGS vom Fischbach

Der Bayerische Gebirgsschweißhund ist ein Experte für die Nachsuche

„Über die Jahre hinweg hat sich der BGS zu einem guten Jagd- und Familienhund entwickelt, sowie zu einem absoluten Spezialisten für die Nachsuche. Er ist aber kein Flächensuchhund – das ist wichtig“,

erklärt Martin Vetter, Besitzer von BGS Dame Afra und zugleich auch Bayerische Gebirgsschweißhund Züchter.
Beim genaueren Blick auf den BGS sieht man einen robusten, muskulösen Hund von einer Größe bis zu 52 Zentimetern. Das Fell ist dicht und liegt glatt an, hat eine hirschrote, über fahlgelbe bis zu rotgrauer Farbe mit dunklen Färbungen. „Typisch ist beim BGS die schwarze Maske und der klare, aufmerksame Ausdruck.“, erläutert Martin Vetter.
Charakterlich zeichnet sich der Bayerische Gebirgsschweißhund besonders durch seine sensible und anhängliche Art aus. „Es ist ein sehr reinlicher Hund, er riecht verhältnismäßig wenig was wir besonders bei unserer Afra merken. Was mir persönlich noch besonders am BGS gefällt ist, dass er sehr schlau, zugleich familientauglich und ein guter Arbeitshund ist.“, sagt Martin Vetter. Bereits seit dem Jahr 2008 ist die Hündin Afra im Haushalt und Büro mit Martin Vetter unterwegs. „Wir wollen die Afra nicht mehr missen“.

Bayerische Gebirgsschweißhund: Afra vom Fischbach mit dem A-Wurf auf einem AusflugBildangaben: Bild & Quelle: Martin Vetter, BGS vom Fischbach
Bild & Quelle: Martin Vetter, BGS vom Fischbach

Auf die Frage hin, welches Erlebnis diese Rasse für ihn besonders auszeichnet antwortet Martin Vetter direkt: „Jeder Tag ist ein Erlebnis. Ich habe Afra einfach gerne um mich, es ist einfach schön und angenehm sie um sich zu haben und man freut sich immer sie zu sehen – einfach ein vollwertiges Familienmitglied.“
Der BGS ist aber kein reiner Familienhund, der den ganzen Tag auf dem Sofa verbringen kann. „Es ist sehr wichtig den Hund zu fordern und zu fördern – er braucht seine Aufgaben nicht nur in der Familie. Ob es dabei um Nachsuche, Mantrailing oder den täglichen Spaziergang geht.“, erklärt Martin Vetter. „Ein BGS ist kein Hund, der nur mit ‚Gassi gehen‘ klar kommt. Er braucht Arbeit für die Nase und den Kopf.“
Dies sieht er als ein Nachteil der Rasse und unterstreicht, dass der Bayerische Gebirgsschweißhund kein Anfänger- oder Ersthund ist. Die Rasse baucht in den ersten zwei Jahren sehr viel Erfahrung. „Besonders die Ausbildungsphase ist beim BGS langwierig und teils schwierig“, kann er aus eigener Erfahrung berichten. Auch, dass der BGS so schlau ist, gerät ihm zum Nachteil.
In der Ausbildungsphase lernt er unglaublich schnell, wodurch die Übungen zum Teil mit wenigen Wiederholungen ziemlich schnell abgeschlossen werden können. Sozusagen: Der Hund beherrscht die Übung – fertig. Das passt ja, denkt man dann als Hundeführer.

Lässt man das Gelernte dann länger ruhen, kann es sein, dass der Hund es wieder vergisst, obwohl er es ja schon konnte.

„Meiner Meinung nach fehlt dem BGS dann die Übung, die er braucht, um das im Schlaf zu können“, so Martin Vetter. „Aber es gibt auch Dinge die gleich sitzen, wie alles was mit der Nase zu tun hat. Dafür sind die BGS ja schließlich auch gezüchtet worden“.

Bayerische Gebirgsschweißhund: Der BGS im Profil / Aik vom FischbachBildangaben: Bild & Quelle: Martin Vetter, BGS vom Fischbach
Bild & Quelle: Martin Vetter, BGS vom Fischbach

Als einen sowohl positiven als auch negativen Punkt sieht Martin Vetter die Tatsache, dass ein BGS nie wirklich allein sein will/kann.

„Das sehe ich immer wieder bei meiner Afra. Es geht ihr einfach nicht gut, wenn wir sie mal alleine lassen. Es kann funktionieren, man kann das trainieren, aber rein von der Art und Weise geht es ihr dann nicht wirklich gut. Es stresst sie einfach.

Aber man kann unsere Afra dafür auch überall mit hinnehmen. Da verhält sie sich immer super angenehm und brav. Es ist eben ein Partnerschaftshund*“ Weiterhin lobt Martin Vetter die Rasse als in alle Richtungen positiv, sie sind nicht sehr raubautzig, sehr besonnen, nicht mannscharf und einfach liebenswürdig. „Die Hunde sind sehr agil und bleiben auch bis ins hohe Alter meist sehr fit – das ist ein Punkt den man beim BGS unbedingt beachten sollte.“, zeigt Martin Vetter auf.
Aus den Eigenschaften der Rasse heraus, empfiehlt Martin Vetter den BGS nur Leuten die beruflich zum Beispiel beim DRK im Bereich Mantailing oder beim Zoll / Polizei arbeiten. Dort werden die letzten Jahre immer mehr BGS eingesetzt, auch wegen ihres geringen Gewichtes (um die 18 -25 kg – ob Weibchen oder Rüde), der Familientauglichkeit und ihrem guten Arbeitswillen.
Natürlich sind Jäger, die einen guten Hund zur Nachsuche mit Familienanschluss benötigen die perfekten Halter eines BGS. Hier würde Martin Vetter natürlich nach Absprache immer einen Hund abgeben. Da ist ein BGS einfach in seinem Element.
„In unzähligen Gesprächen stellen wir immer wieder fest: Nicht jeder Jäger braucht einen BGS, aber das ist auch wie mit allem, mit dem neuen Hund kommt auch der Spaß an der Nachsuchearbeit.“, gibt Martin Vetter zu beachten.

Bayerische Gebirgsschweißhund: Erfolgreiche Nachsuche / Asra vom FischbachBildangaben: Bild & Quelle: Martin Vetter, BGS vom Fischbach
Bild & Quelle: Martin Vetter, BGS vom Fischbach

Fazit

„Alles in allem ist der Bayerische Gebirgsschweißhund einfach eine besondere Rasse.“, fasst Martin Vetter zusammen. Mit der hervorragenden Nasenstärke und einem großen Finderwillen ist er ein echter Spezialist für die Nachsuche. Bei sich kreuzenden, verregneten, alten Spuren oder beim Mantrailing findet der BGS seine Erfüllung.
„Ich habe mich für diese Rasse entschieden, weil es ein echter Partnerschaftshund (Anmerkung: Der Hund will immer und überall mit seinem BGS-Führer zusammen sein. Er tut auch alles für seinen Herrn) ist. Der BGS verbringt ein ganzes Leben mit seiner Bezugsperson ist immer freundlich und zurückhaltend. Für mich ein Hund der Sonderklasse.“, erklärt Martin Vetter.
Wer nun Interesse am BGS / Bayerischen Gebirgsschweißhund hat, möge sich gerne bei Herrn Vetter in Lauchheim unter 0178 / 89 940 01 melden und sich vorher noch dieses Video anschauen:

Brandaktuell: Ein neues Video von unserer Afra mit dem BGS B-Wurf gibt es auch, hier bei einem der ersten Ausflüge in der freien Natur: