Australian Kelpie

Australian Kelpie

Bei der Hunderasse Australian Kelpie handelt es sich wie der Name bereits suggeriert um einen echten Schotten. Im Ernst, der Australian Kelpie kann auf eine turbulente Hundegeschichte zurückblicken. Gastautorin und Australian Kelpie Züchter Nancy Lucas von der Zucht “Velvet Mountain” teilt ihr Wissen und ihre Einblicke in den Charakter dieser besonderen Hunderasse.

Australian KelpieBildangaben: Foto: Cornelia Brickum Quelle: Cornelia Brickum / http://www.cb-tierfoto.de / via Nancy Lucas

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Geschichte des Australian Kelpie

Der Ursprung der Rasse geht auf sechs Collies (Collie ist in Schottland die allgemeine Bezeichnung für Hütehunde) zurück, die aus Schottland nach Australien importiert wurden. Unter ihnen war eine black&tan Hündin namens Kelpie (Kelpie ist ein gälisches Wort und bedeutet übersetzt Wassergeist). Sie wurde 1866 importiert und später von Jack Gleeson im Tausch gegen ein Pferd erworben. Nachfahren dieser Hündin nahmen sehr erfolgreich an Hütewettbewerben teil. Um 1900 wurden die ersten Kelpies auch auf Ausstellungen vorgeführt, aus dieser Entwicklung entstanden die “Show-Kelpies”. Der erste Rassestandard für Kelpies wurde 1902 verfasst, dieser wurde 1963 vom Australian National Kennel Council anerkannt, im Jahre 1967 unterteilte sich die Rasse dann endgültig in Working Kelpie (WK) und Australian Kelpie (AK), im Jahr 1989 wurde der Australian Kelpie als eigenständige Rasse von der FCI anerkannt. Es war also vollbracht!

Die Bezeichnung “Show-Kelpie” lässt viele Hundefreunde denken, dass ein Australian Kelpie eine Light-Version des Working Kelpies ist, das entspricht nicht der Realität! Der bedeutendste Unterschied zwischen den Varianten ist, dass der Australian Kelpie meist nicht über einen ausgeprägten Hütetrieb verfügt, da dieses Kriterium in der Auswahl der Zuchttiere eher nebensächlich ist. Beim Working Kelpie hingegen ist der Hütetrieb das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der Zuchttiere. Unabhängig von der Hüteleistung ist ein Australian Kelpie ebenso wendig, schnell, triebig, anspruchsvoll und aktiv wie ein Working Kelpie (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Australian KelpieBildangaben: Foto: Cornelia Brickum Quelle: Cornelia Brickum / http://www.cb-tierfoto.de / via Nancy Lucas

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FCI Nr. 293
Ursprung: Australien
Verwendung: Schäferhund
Farbe: Schwarz, Schwarz und Loh, Rot, Rot und Loh, Falbfarben, Schokoladenfarben oder Rauchblau
Größe: Rüden 46 bis 51 cm; Hündinnen 43 bis 48 cm


Australian KelpieBildangaben: Foto: Cornelia Brickum Quelle: Cornelia Brickum / http://www.cb-tierfoto.de / via Nancy Lucas

Foto: Cornelia Brickum
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Australian Kelpies sind eine Traumrasse, aber nicht für jeden Hundehalter

Australian Kelpies (AK) sind eine sehr vielseitige Rasse und wenn man regelmäßig Hundesportveranstaltungen besucht, wird man ihnen immer öfter begegnen. Sie sind im Obedience, im Agility, beim Flyball, Dogdance, der Objektsuche und der Rettungshundearbeit zu finden – sehr oft in den höchsten Klassen erfolgreich.

Da sie schnell und gerne lernen (auch schnell das Falsche!), gehen viele Hundefreunde davon aus, dass es sich um eine leicht erziehbare Rasse handelt. Das Gegenteil ist der Fall.

Selbstständigkeit ist eine der ausgeprägtesten Eigenschaft des AK`s und stupide Wiederholungen (Bsp. Hundesport) schätzen viele AK´s gar nicht. Ein AK möchte den Sinn eines Kommandos erkennen und hinterfragt auch gerne Mal seinen Hundeführer.

Auf Härte oder körperliche Korrekturen reagieren Kelpies mit Arbeitsverweigerung oder Meideverhalten, in der Ausbildung und Erziehung sind Kreativität und Konsequenz gefragt.

Ein typisches “Problem” ist die mangelnde Selbstbeherrschung bei Bewegungsreizen. Lernt der Junghund keine Impulskontrolle hat man schnell einen AK, der Radfahrer, Wild oder Autos jagt – ein Fall für eine Hundehaftpflichtversicherung. Viele AK`s sind außerdem sehr “redefreudig”, dies sollte man beachten wenn man in einem Mehrparteienhaus lebt!

Australian KelpieBildangaben: Foto: Cornelia Brickum Quelle: Cornelia Brickum / http://www.cb-tierfoto.de / via Nancy Lucas

Quelle: Cornelia Brickum / http://www.cb-tierfoto.de / via Nancy Lucas

Ich liebe sie

Ist man jedoch ein Fan von Selbstständigkeit gepaart mit Intelligenz und bereit viel Zeit und Liebe in die Erziehung zu investieren, bekommt man mit einem AK einen tollen Begleithund. AK´s sind ausdauernd, vielseitig, lernbegierig, instinktsicher, pflegeleicht (Fell) und in der Regel verträglich mit Artgenossen, außerdem lieben sie das Kontaktliegen und Kuscheln mit ihren Menschen. Sehr gerne werden auch Küsschen bzw. eine Ganzkörperwäsche an Besucher verteilt, diese Eigenschaft wird aber nicht von Allen positiv bewertet, hört man während dem Begrüßungsritual doch oft: „Ihhhhh, bäääh, hihi, lass das…“ Also Obacht liebe Besucher, Kelpieküsse sind legendär!!

Ich persönlich habe im Australian Kelpie meine Traumrasse gefunden und lebe nach dem Motto:

“If it´s not a Kelpie it´s just a dog”

Australian KelpieBildangaben: Foto: Cornelia Brickum Quelle: Cornelia Brickum / http://www.cb-tierfoto.de / via Nancy Lucas

Quelle: Cornelia Brickum / http://www.cb-tierfoto.de / via Nancy Lucas

Übrigens, ein gutes Hunde Buch zum Australian Kelpie ist: Kelpie / Australian und Working Kelpie von Ute Reichenbach / ISBN 978-3-88627-841-1
Wer noch nicht genug hat, findet hier noch mehr Fotomaterial.

Und noch einmal das Bild von oben mitsamt der Quellenangabe: