Bonny über Hundstage, Lieblingsspiele und eine Regenkatze

Bonny über Hundstage, Lieblingsspiele und eine Regenkatze

September! Die HUNDSTAGE sind vorüber.

HUNDSTAGE! Das ist die Zeit zwischen 23. Juli und 23. August. Meine Lieblings-Jahreszeit. Da erscheint mein Lieblings-Sternbild GROSSER HUND am Himmel – CANIS MAJOR. Der GROSSE HUND besteht aus mehreren größeren und kleineren Sternen. Man kann sie mit gedachten Linien verbinden und sich ein Strich-Hündchen am Firmament vorstellen. Wenn der GROSSE HUND am Himmel steht, ist oft schönes Wetter mit hohen Temperaturen. Deswegen nennt man sehr warme Tage auch Hundstage.

Fräulein UHU, meine Katze, hat übrigens auch ein eigenes Sternbild es heißt FELIS, also „KATZE“ und ist ein Sternbild des Südhimmels. Mit „GROSSER HUND“ aber überhaupt nicht zu vergleichen. Es ist viel kleiner, und „Katzentage“ wie Hundstage gibt es nicht.

Während der Hundstage fallen häufig Sternschnuppen zu Boden. Es heißt, wenn man eine sieht, geht ein Wunsch in Erfüllung. Keine Ahnung, ob das stimmt. Ich habe noch nie eine Sternschnuppe gesehen. Fressen, Spazierengehen, Spielen, Bürsten, Kraulen, Schlafen. Das sind meine Wünsche, und die erfüllen meine Kraulomaten. Bis jetzt auch ohne Sternschnuppen.

Hundstage sind wie gesagt immer sehr warm. Ich liebe warm! Ich bin ein Sonnenhund. Deswegen habe ich mein persönliches Lieblings-Sonnenhund-Spiel erfunden:

Mittagshitze im Juli und August. Auf der Terrasse herrschen etwa 45° in der Sonne. Ich suche die allerwärmste Stelle. Genau da lege ich mich hin und strecke mich aus und genieße. Die pralle Sonne knallt mir aus dem Zenit brandheiß auf Körper und Kopf.

Ich schließe die Augen. Nach etwa fünf Minuten jagt mein Herz. Nach acht Minuten fange ich an zu hecheln. Zehn Minuten – die Pfoten zucken. Das ist der Moment, in dem ich aufspringe und auf den Liegestuhl unter den Sonnenschirm renne.

Hund Bonny unterm Sonnenschirm

Bild & Quelle: Katja Doubek


Dort döse ich, bis mein Kreislauf sich wieder normalisiert. Dann spiele ich das Spiel noch einmal – und noch einmal – und noch einmal.Seit fünf Jahren – seitdem sie bei mir ist – erkläre ich Fräulein UHU die Spielregeln von meinem Sommer-Spiel. Immer wieder sage ich ihr, was für ein sonnenhund-überirdisches Gefühl es ist, wenn im Schatten der Schwindel nachlässt. Aber Fräulein UHU spielt nicht mit. NIE! Wahrscheinlich liegt das daran, dass sie eine Regen-Katze ist.
Ihre Regen-Spiel-Zeit beginnt, wenn Gewitter und Wolkenbrüche kommen. Fräulein UHU mag Gewitter. Sie findet die Blitze schick und der Donner ist ihr gleichgültig. Für mich sind Gewitter das Allerschlimmste! Doppel-Hunde-Horror. Ich weiß nicht genau, was schrecklicher ist, der ohrenbetäubende Kanonen-Lärm des Donners oder wenn diese entsetzlichen Grell-Blitze, die Augen beißen.
Natürlich spüren Fräulein UHU und ich lange bevor unsere Kraulomaten etwas merken, wenn der Luftdruck fällt, die Luftfeuchtigkeit steigt und Unwetter im Anzug sind. Fräulein UHU freut sich dann, aber ich laufe ins Haus und verkrieche mich unter dem Schreibtisch. Unter dem Schreibtisch ist der optimale Blitz-Donner-Schutzplatz. Davon verstehe ich etwas! Ich bin nämlich ein Gewitter-Schutz-Platz-Tester und habe alles ausprobiert:
Hinter dem Sessel, im Garderobenschrank, hinter dem Bett (drunter kann ich leider nicht kriechen, es ist zu niedrig), in der Abstellkammer … alles keine echten Alternativen zum Schreibtisch-Blitz-Donner-Schutzplatz.
Wenn es so richtig blitz-funkt und donner-kracht, ziehen unsere Kraulomaten die Stecker aus den Dosen. Wegen der Elektrizität, sagen sie. Ich frage mich jedes Mal – warum kommt eigentlich niemand auf die Idee, den Stecker vom Gewitter zu ziehen? Das ist doch auch Elektrizität. Und wenn mal einer Gewitter-Stecker zöge, wäre der Unwetter-Horror vorbei und ich bräuchte nicht unter den Schreibtisch.
Bei Regen verkrieche ich mich übrigens nicht. Da reicht es mir, wenn ich in einem trockenen Zimmer sein kann. Fräulein UHU mag Wasser. Ich nicht! Nicht von oben, nicht von unten, und von den Seiten auch nicht.
Wasser! ! ! Wenn das mein Element wäre, wäre ich ja wohl als Fisch auf die Welt gekommen und nicht als Hund. Baden, Duschen, Schwimmen, Regen. Wasser auf dem Rücken oder in der Nähe von Kopf und Ohren finde ich in höchstem Maße widerwärtig.
Einzige Ausnahme: Wenn es sehr warm ist, stecke ich meine Vorderpfoten mit großem Vergnügen in unsere weiße Trinkwasserschüssel und plantsche ein wenig darin herum. Dabei habe ich eine interessante Beobachtung gemacht:
Nach einer Weile Schüssel-Plantschen ist das Trinkwasser graubraun, und gleichzeitig sind meine Pfoten angenehm kühl. Meine Beobachtung also: Graubraunes Wasser macht kühle Pfoten. Das funktioniert übrigens auch in Pfützen. Graubraunes Wasser = Kühle Pfoten. Mit solch kühl-nassen Pfoten laufe ich am liebsten auf den hellen Fliesen im Flur herum. Das hinterlässt ein lustiges Pfoten-Spuren-Muster. Finde ich. Finden meine Kraulomaten nicht
Für das Muster auf den Fliesen gibt es jedes Mal Kraulomaten-Mecker. Ungerecht! Ich bekomme Pfoten-Spuren Mecker. Aber wenn Fräulein UHU ihr Regen-Spiel veranstaltet, wird gekichert:
Sobald sich graue Wetter-Wolken am Himmel zusammenziehen, sitzt meine Regen-Katze nämlich am Fenster und wartet ungeduldig darauf, dass nicht etwa nur ein paar dicke Tropfen, sondern ein richtiger Guss herunter prasselt.
Katze UHU am Regen Fenster

Bildangaben: Bild & Quelle: Katja Doubek

Bild & Quelle: Katja Doubek


Wenn es so weit ist, richtet Fräulein UHU den Schweif auf wie ein U-Boot-Periskop und nimmt Kurs auf die Terrasse. Draußen stellt sie sich drei Minuten unter die Himmelsdusche und rast anschließend mit lautem MIAU wieder ins Haus.
Im Flur wartet ein gut gelaunter Kraulomat mit ausgebreitetem Handtuch auf sie. Fräulein UHU springt in das Handtuch und lässt sich schnurrend abtrocknen.
UHU Regenkatze

Bild & Quelle: Katja Doubek


Kaum ist sie trocken, schüttelt sie das Handtuch ab, stellt den Periskop-Schweif hoch und flitzt wieder in den Regen. Die Kraulomaten lachen und wiederholen die Nummer mit dem Handtuch, bis es Fräulein UHU zu langweilig wird, oder der Regen aufhört.
Und nach dem Regen-Spiel! Was ist da immer auf dem Flur-Boden? Genau! Ein Katzen-Pfoten-Spuren-Muster allererster Güte. Und kriegt Fräulein UHU vielleicht Kraulomaten-Mecker dafür? Nein, kriegt sie nicht! Gerecht ist das nicht! Braucht aber keiner glauben, dass ich es nicht merke!
Soviel für heute.
DIE SACHE MIT DEM SCHLAFEN UND TRÄUMEN ERZÄHLE ICH DANN AM 1. OKTOBER
Bonny Unterschrift Pfotenabdruck

Bildangaben: Bild & Quelle: Katja Doubek


In diesem Sinne einen schönen September
BONNY

P.S.: Wer mehr über mich wissen möchte, hier findet Ihr meine Geschichte.

Beitragsbilder & Quellen: Katja Doubek

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