Typische Hundekrankheiten erkennen und behandeln

Typische Hundekrankheiten erkennen und behandeln

Auch Hunde werden krank und brauchen dann Pflege sowie tierärztliche Untersuchungen. Doch im Gegensatz zu Menschen können kranke Tiere ihr Leiden schlecht zum Ausdruck bringen. Für Hundehalter bedeutet das: Sie müssen das Verhalten ihres Hundes genau beobachten. Denn viele Krankheiten sind äußerlich schwer zu erkennen.

Manche Behandlungen müssen ohnehin auch ohne eindeutige Symptome regelmäßig durchgeführt werden – zum Beispiel Impfungen und Wurmkuren.

Alte Hunde jammern zwar nicht um den Verlust von jugendlicher Schönheit und Vitalität, doch mit den fortschreitenden Jahren zeigen sich bei den Vierbeinern oft typische Alterskrankheiten wie:

  • Rheuma
  • Arthrose

Außerdem verringert sich die Leistungsfähigkeit von:

  • Nieren
  • Herz
  • Augen
  • Ohren
  • .

Gesunde Ernährung und Bewegung spielen eine wichtige Rolle für das Wohl eines Hundes. Außerdem sind Hunde auf die liebevolle Fürsorge ihrer Halter angewiesen. Diese können durch aufmerksame Beobachtung einige Krankheiten schnell erkennen: Wenn der Hund sich einfach fallen lässt, anstatt sich kontrolliert hinzusetzen, ist das beispielsweise ein Anzeichen von Gelenkbeschwerden und nachlassender Muskelkraft. Massagen und kurze Spaziergänge tun dem Hundesenior dann ebenso gut, wie sie auch athrosegeplagten Menschen gut tun.

Appetitlosigkeit, Haarausfall und Nervosität können auf nahrungsbedingte Mangelerscheinungen hinweisen. Dem kann man oft mit speziellen Vitamin-B-Präparaten vorbeugen. Ohrenentzündungen treten besonders häufig bei Hunden mit hängenden Ohren auf. Sie entstehen, wenn die Ohren beispielsweise nach dem Schwimmen nicht richtig trocknen und sich im feucht-warmen Milieu Bakterien ausbreiten. Schüttelt Ihr Hund häufig seinen Kopf und scheuert und kratzt seine Ohren, ist das ein mögliches Zeichen, dass er unter einer Ohrenentzündung leidet. Um Komplikationen vorzubeugen, sollte ein Tierarzt den geplagten Vierbeiner untersuchen. Außerdem bieten viele Tierärzte Senioren-Checks an, um auch anderen chronischen Leiden auf die Schliche zu kommen.

Da ist der Wurm drin! Parasiten sind lästig und gefährlich

Ob Jung oder Alt: Würmer, Zecken, Milben und Flöhe können jeden Hund befallen und diverse Erkrankungen verursachen. Man unterscheidet zwischen äußeren und inneren Parasiten. Hygiene ist zur Vorsorge wichtig. Sie garantiert aber keinen 100-prozentigen Schutz vor einem Parasitenbefall. Arzneimittel für Ihren vierbeinigen Freund, die prophylaktisch gegen Zecken, Föhe und Würmer wirken, sind online in vielen Tierarztapotheken erhältlich und sollten regelmäßig angewendet werden.

Innere Parasiten
Ein deutliches Anzeichen für einen Wurmbefall ist, wenn der Hund zwar ungewöhnlich viel frisst, aber dennoch abmagert. Außerdem ist das Fell bei einem Wurmbefall oft struppig. Das liegt daran, dass Parasiten sich an der Nahrung im Magen des Tieres bedienen und ihm so wichtige Nährstoffe entziehen, was sich auch im Fell widerspiegelt.

Würmer können durch Flöhe von anderen Hunden übertragen werden und sind auch für Menschen gefährlich. Wurmeier, die oft jahrelang infektiös bleiben, haften zum Beispiel an den Schuhen der Hundehalter und werden mit nach Hause gebracht. Viele Hunde infizieren sich auch beim Beschnuppern des Kots anderer Tiere. Hunde sollten daher alle drei Monate entwurmt werden.

Wurmkur ist wichtig vor dem Impfen
Bei einer Impfung wird der Organismus mit einer abgeschwächten Dosis eines Krankheitserregers konfrontiert. Das Immunsystem bildet Abwehrkräfte gegen diesen Krankheitserreger, und trainiert damit praktisch, den Erreger im Ernstfall effektiv zu bekämpfen. Befinden sich jedoch zur Zeit einer Impfung Bandwürmer im Körper des Hundes, wird das Immunsystem durch die zusätzliche Herausforderung komplett überfordert. Deshalb sollte zwei bis drei Wochen vor einer Impfung eine Wurmkur erfolgen.

Äußere Parasiten
Oft befallen äußere Parasiten wie Zecken, Flöhe oder Milben unsere Vierbeiner. Und Flöhe übertragen nicht nur Bandwürmer, sondern können auch Allergien auslösen. Sie vermehren sich sehr schnell und sind eine wahre Plage für Hund und Halter. Zecken sind meist in Wäldern und auf Weiden anzutreffen, aber auch Stadthunde sind vor Zeckenattacken nicht gefeit. Ist ein Hund von Milben befallen, können Schuppen und Verkrustungen, Juckreiz und Entzündungen entstehen.

Diabetes

Die Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus kommt vor allem bei älteren Hunden häufig vor. Dann fehlt dem Hund das blutzuckerregulierende Hormon Insulin. Diabetes muss auch bei Hunden professionell von einem Tierarzt behandelt werden – in der Regel gibt dieser dann regelmäßig Insulinspritzen. Anzeichen der Zuckerkrankheit sind häufiges Trinken und Gewichtsverlust. Für Hunde, die an Diabetes leiden, ist Nahrung mit hohem Rohfaseranteil am besten geeignet.

Keine Angst vorm Tierarzt

Bei diesen Symptomen sollten die Ursachen von einem Tierarzt abgeklärt werden:

  • Fieber (das man am Zittern, heißen Ohren und zu warmen Innenseiten der Beine erkennt)
  • Appetitlosigkeit
  • Durchfall
  • Apathie
  • Wunden und sprödes Fell
  • Ständiges Kratzen und Lecken

Wenn der Hund beim Betreten der Tierarztpraxis hechelt, zittert und winselt, ist das ein Zeichen, dass er sich vor der Untersuchung fürchtet. Gegen die Angst kann eine Desensibilisierung des Hundes helfen. Hundebesitzer können ihren Vierbeiner in die Praxis bringen und mit einem Leckerli belohnen, ohne dass eine Untersuchung durchgeführt wird. Dazu kann ein “Schnuppertermin” vereinbart werden. So kann der Hund schon mal das Sprechzimmer kennenlernen und wenn es dann ernst wird, ist der Anblick der Arztpraxis nicht mehr so furchteinflößend. Hunde, die schon zu Hause regelmäßig an Ohren, Pfoten und Augen untersucht werden, empfinden das auch in einem anderen Umfeld häufig als normal.

Ein Gastbeitrag von Matthias Schier.

Beitragsbild & Quelle: ewka_pn / Pixabay, creative commons public domain