Sommerzeit: Leidenszeit für Hunde und Tierheime

Sommerzeit: Leidenszeit für Hunde und Tierheime

Für die meisten Leser wird der Gedanke, den eigenen Hund auszusetzen, unerträglich sein. Doch leider ist genau das in Deutschland bittere Realität. Vor allem in der Sommerzeit, wenn viele Hundebesitzer verreisen, werden viele Hunde gnadenlos zurückgelassen. Viele von ihnen landen entweder auf der Straße oder werden direkt in den örtlichen Tierheimen abgegeben.

Was Hundebesitzer dazu bewegt, ihr eigenes Tier auszusetzen, bleibt unbegreiflich. Bringt der beste Freund des Menschen die Urlaubspläne von Herrchen oder Frauchen zu sehr durcheinander? Ist kein Geld für eine Hundepension vorhanden? Oder war die Zeit vor dem langersehnten Urlaub zu knapp, sich anständig um das Tier zu kümmern? Eine Rechtfertigung für solch ein Verhalten zu finden, ist nicht einfach. Tatsache ist, dass gerade im Sommer die örtlichen Tierheime viele Neuzugänge verzeichnen.

Tierheime brauchen Unterstützung

Die meisten Tierheime in Deutschland stoßen ohnehin schon an ihre Kapazitätsgrenzen. Die zusätzlichen, von ihren Haltern nicht mehr erwünschten Tiere stellen die Tierschutzeinrichtungen vor zusätzliche Herausforderungen – Herausforderungen, die viele Tierheime aus eigener Kraft kaum bewältigen können. Damit in Not geratene Tiere die Zuwendung bekommen, die sie brauchen, sind Tierheime auf Unterstützung angewiesen. Kampagnen wie “Wir helfen den Helfern” von CosmosDirekt oder “Nimmst du mein Tier, nehm’ ich dein Tier” des Deutschen Tierschutzbundes leisten bereits einen großen Beitrag, um die Situation in den Tierheimen zu verbessern. Denn ohne Spenden würden, laut Deutschem Tierschutzbund, knapp 50 Prozent der deutschen Tierschutzeinrichtungen kurz vor der Insolvenz stehen.

In den letzten Jahren wurden die Probleme größer

Angekündigt hat sich diese finanzielle Misere schon vor einigen Jahren: Seit Beginn der Finanzkrise ist das Geld knapp geworden, da die Tierheime seitdem weniger Spenden, Mitgliedsbeiträge oder andere Sponsorings erhalten.

Bei durchschnittlich 20.000 Euro im Monat, die pro Einrichtung für Personal, Unterbringung, Medizin und Verpflegung benötigt werden, zählt jeder Cent.

Deswegen hofft der Tierschutzbund nun auf die tatkräftige Unterstützung der Kommunen. Zwar fließen jetzt schon Finanzmittel in unterschiedlichem Umfang an die Tierheime, doch man kann vom Tropfen auf dem heißen Stein sprechen. Für eine aufgenommene Katze erhält zum Beispiel ein Heim im Raum Köln eine Pauschale von 100 Euro. Dass diese Summe bei durchschnittlichen Kosten von zehn Euro pro Tag und zu versorgendem Tier blitzschnell aufgebraucht ist, ist klar. Auch bei anderen Vierbeinern sieht die Lage nicht besser aus: Für die Aufnahme eines Hundes zahlt die Stadt 200 Euro. Bei durchschnittlichen Kosten von circa 21 Euro pro Tag reicht diese Summe gerade mal für knappe zehn Tage. Viel zu oft ist das Heim für die Tiere nicht nur ein vorläufiges Zuhause, sondern wird zur dauerhaften Unterbringung für Wochen oder Monate.

Der Tierschutzbund möchte nun den Staat mehr in die Verantwortung nehmen und fordert insbesondere von den Kommunen zusätzliche finanzielle Unterstützung. Denn die Aufnahme von sogenannten Fundtieren oder beschlagnahmten Tieren sei eigentlich eine kommunale Aufgabe, die aber viel zu wenige Zuschüsse erhält. Die Kommunen hingegen geben die Verantwortung an den Tierschutz weiter. Eine rechtliche Grundlage gibt es dafür nicht. Unter dem Motto “Rettet die Tierheime” wurde nun ein offener Brief an die einzelnen Mandatsträger formuliert. Ein Apell, der dringenden notwendig ist, denn jetzt in der Sommerzeit ist die Situation besonders kritisch. Die vielen, von Urlaubern zurückgelassenen Tiere reißen ein zusätzliches Loch in die ohnehin schon knappen Budgets.

Urlaub mit Hund kann so einfach sein

Dabei könnte alles so einfach sein. Seinen Hund mit in den Urlaub zu nehmen, muss keine Belastung bedeuten. Schließlich gehört der Vierbeiner mit zur Familie und kann mit seiner treuen und liebenswürdigen Art den geplanten Urlaub sogar bereichern. Ein Besuch beim Tierarzt vor Reiseantritt, eine passende Unterkunft im Urlaubsland und ein EU-Heimtierausweis für eine Reise innerhalb der Europäischen Union. Und schon kann die Reise mit dem Vierbeiner losgehen. Um sein Haustier während des Urlaubs gut untergebracht zu wissen, bietet sich als Alternative eine Hundepension an. Wer Geld für eine Reise aufbringen kann, für den müssten die Kosten für eine Hundepension eigentlich Peanuts sein.

Bild & Quelle: katja / Pixabay, creative commons public domain