Belgien hat mehr zu bieten als nur Schokolade, den Schipperke beispielsweise. Seitdem die belgische Königin Ende des 19. Jahrhunderts ihn ersteigerte, erfreut er sich im Lande großer Beliebtheit. Ein guter Grund, mit Schipperke-Züchter Ines Dowiasch-Nölp zu sprechen, um mehr über diesen Schäferhund zu erfahren.
Vom Nichtwissenden zum Schipperke Züchter
„Schipperke – noch nie gehört! Diese Hunderasse kannte ich noch nicht. Da muss ich mich doch gleich mal schlau machen!“ dachte ich damals, vor über 20 Jahren, auf einer internationalen Hundeschau.
Der kleinste Schäferhund der Welt begeisterte mich sofort! Er wird oft als „kleiner schwarzer Teufel“ bezeichnet – ein Spitzname, der sowohl seine Energie als auch seinen eigenständigen Charakter widerspiegelt.
Nach einigen Züchterkontakten im Ausland und freundlicher Unterstützung von Herrn Arne Schwarz gründete ich schließlich 1992 meine Schipperke-Liebhaberzucht „Black Skipper`s“ VDH/FCI.
Die Rasse ist in Deutschland sehr selten und erfordert ausreichend Fachwissen, da neben dem äußeren Erscheinungsbild besonders das typische Wesen erhalten werden soll: aufmerksam, lebhaft und dennoch ausgeglichen.
Zahlen, Daten, Fakten über den Schipperke
Der mutige kleine Hütehund aus Belgien hat seinen festen Platz in meinem Leben. Er begleitet mich fast überallhin, was durch seine geringe Größe (Schulter ca. 26-33 cm und Gewicht 3-8 kg) unproblematisch ist. Er ist langlebig (bis 20 Jahre möglich!), robust und pflegeleicht. Seine hohe Lebenserwartung wird unter anderem auf seine ursprüngliche Zucht als robuster Gebrauchshund zurückgeführt. Viele Vertreter der Rasse bleiben bis ins hohe Alter aktiv und verspielt. Außerdem begeistert mich seine Anpassungsfähigkeit: Bei vielen Aktivitäten macht er spontan mit – sitze ich aber z.B. am Computer, legt er sich zu meinen Füßen ab..
Natürlich liebt er ausgiebige Spaziergänge, aber er ist kein typischer Laufhund, der langen Strecken fordert.
Dazu ist er recht klug, was ihm beim Sport (z.B. Agility) und natürlich im Alltag zu Gute kommt. Als kleiner Wächter entgeht ihm nichts, er meldet auch Besucher – ist aber kein Kläffer, wie manchmal zu lesen! Natürlich fängt auch hier die richtige Erziehung beim Welpen an.
Er eignet sich für Alt und Jung und ist kinderlieb. Voraussetzung ist jedoch – wie bei jeder Hunderasse – ein respektvoller Umgang von Kindern mit dem Tier sowie eine frühe Sozialisierung. Dann entwickelt sich der Schipperke zu einem ausgeglichenen Familienhund.
Die Pflege des Schipperke
Mit seinem stockhaarigen, tiefschwarzen Haarkleid, das sich etwas harsch anfühlt und unterschiedliche Längen hat und seiner Halskrause/Mähne (besonders ausgeprägt bei Rüden) ist er ein Begleiter mit viel Ausdruck, der immer mehr Anhänger in Deutschland findet.
Typisch für die Rasse ist auch das sogenannte „Hosenfell“ an den Hinterläufen sowie die dichte Unterwolle, die ihn auch bei kühleren Temperaturen gut schützt. Trotz des üppigen Fells ist die Pflege vergleichsweise unkompliziert, da Schmutz leicht abfällt. Regelmäßiges Bürsten genügt in der Regel.
Herkunft und ursprüngliche Aufgaben
Der Name „Schipperke“ wird oft aus dem flämischen Dialekt abgeleitet und bedeutet sinngemäß „kleiner Schäferhund“, was sowohl auf seine Aufgabe als Hütehund als auch auf sein äußeres Erscheinungsbild verweist. Historisch wurde der Schipperke nicht nur zum Hüten von Kleinvieh eingesetzt, sondern auch als Wachhund auf Höfen, in Werkstätten und auf Lastkähnen, wo er vor Dieben warnte und gleichzeitig Ratten und Mäuse jagte.
Diese Kombination aus Hüteinstinkt, Wachsamkeit und Jagdtrieb auf Kleinnager erklärt, warum der Schipperke bis heute gern „mit der Nase arbeitet“ und Aufgaben braucht, die seinen Geist fordern.
Seine historische Besonderheit, der einzige Hund ohne Rute, ist inzwischen überholt. Heute hat der Schipperke eine Rute, was seine Beliebtheit nur noch verstärkt. In einigen Ländern kommen jedoch noch immer natürlich kurzrutige oder rutenlose Exemplare vor, was genetisch bedingt ist und nichts mit dem früher praktizierten Kupieren zu tun hat.
Gesundheit und Lebenserwartung
Schipperkes gelten generell als robuste und widerstandsfähige Rasse mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von etwa 13 bis 15 Jahren. Einzelne Tiere können bei guter Haltung deutlich älter werden. Rassetypische Erkrankungen sind selten beschrieben, insgesamt spricht man von einer guten Grundgesundheit, die aber – wie bei jeder Rasse – durch verantwortungsvolle Zucht abgesichert werden sollte. Als mögliche erblich bedingte Problematik können unter anderem Stoffwechselerkrankung auftreten.
Einmal Schipperke – immer Schipperke! Am besten persönlich davon überzeugen!
Alle Bilder (und Quelle): Black Skipper`s // via Ines Dowiasch-Nölp






