Hund und Ehrenamt Teil II – Hürden sind zu nehmen…

Hund und Ehrenamt Teil II –  Hürden sind zu nehmen…

Das Projekt „Hund und Ehrenamt“ kommt ins Rollen, auch wenn der Weg etwas steinig ist. Frustrationstoleranz bei Hund und Frauchen ist gefragt… Aber der Reihe nach.

Cody und ich besuchen nun seit Oktober regelmäßig einmal pro Woche eine 86 Jahre alte Dame, die allein in ihrer Wohnung lebt und hundebegeistert ist. Früher haben Frau C. und ihr verstorbener Mann jahrelang selber Hunde gehabt. Doch mit 86 Jahren ist es ihr einfach nicht mehr möglich, angemessen einen Hund zu halten und der Gassigang fiele ihr auch zu schwer.

Cody macht den „Besuchsdienst“ ganz gut, denn er ist es schon gewöhnt, geduldig zu sein und er hat eine relativ hohe Frustrationstoleranz – aufgebaut durch Restaurant- und Cafébesuche, Einkaufsbummel oder Fahrten mit dem ÖPNV.

Auch lässt er sich bei Hundebegegnungen nie durch rumpöbelnde Artgenossen aus der Ruhe bringen.

Doch Jagdhund bleibt Jagdhund: Ob der kleine Kerl meine Eltern besucht oder Frau C. – Cody stürmt regelrecht in die jeweilige Wohnung. Aber nicht, weil er damit die Begeisterung für die Person kundtut. Vielmehr sondiert er das „Feld“ und schnüffelt erst einmal gründlich den Boden ab. Es könnte ja schließlich etwas Fressbares zu finden sein: Brotkrumen hier, Kekskrümel dort.

Peinlich, dieses Ausmaß an Pragmatismus – doch immerhin ist der Boden danach wirklich sauber ;-).

Deshalb ist Cody auch gern gesehener Gast in der Gastronomie, und zwar als „Staubsauger“.

Streicheleinheiten machen Freude

Dennoch – Cody scheint nach anfänglicher Aufwärmphase bzw. Rumgeschnüffel in der Wohnung von Frau C. zu wissen, worauf es ankommt: Geduldig lässt er sich von ihr knuddeln und herzen, auch wenn es manchmal vielleicht ein wenig zu heftig ausfällt. Wenn er sich dann eine Weile wieder zurückzieht oder an mir orientiert, lässt Cody sich aber klaglos zur nächsten Streicheleinheit zurückschicken. Frau C. hat sichtlich Freude daran. Nach etwa einer Stunde klingelt es gegen Mittag und Herr Cody ist überaus gespannt: Denn es kommt „Essen auf Rädern“. Jedes Mal eine große Enttäuschung, weil das Mittagessen nicht für ihn, sondern für Frau C. gedacht ist. Naja… die würde ihm am liebsten ständig etwas zustecken. Wir haben uns dann auf ein Walnüsschen geeinigt, das sie mit Freude für Cody aufknackt. Danach verabschieden wir uns meist.

Unerwartete Sendepause

Doch wie die Leser von Teil 1. „Hund und Ehrenamt“ ja bereits wissen, hatten wir etwas mehr vor, sprich: Meine Idee war, eine Gruppe von älteren Menschen mit dem Hund zu beglücken. So hatten wir dann auch ein Vorstellungsgespräch bei der Leiterin des Seniorenforums des Nachbarschaftsheims in Wuppertal. Offenbar haben wir einen guten Eindruck gemacht. Schon während des Gesprächs kam die Idee auf, dass Cody und ich künftig die Demenzgruppe besuchen, man sich aber zunächst vorher gegenseitig beschnuppern sollte. Zumal sich eine der Ehrenamtlichen – diese betreuen die Demenzgruppe in Rotation –, dagegen aussprach, weil sie wohl keine Hunde mag. Die Leiterin sah darin aber kein Problem, da wir eben an einem anderen Tage kommen könnten. Tja, Anfang November sollte das Ganze eigentlich losgehen, doch gehört habe ich bislang nichts mehr.

Zwischenzeitlich hatte ich eine weitere Anfrage an die Direktorin einer Senioren-Residenz in Wuppertal-Elberfeld per E-Mail gesandt. Auf eine – wie auch immer geartete – Antwort warte ich schon seit mehr als drei Wochen…

Haustier als Therapeut hier schon im Einsatz

Hund Cody auf dem SesselBildangaben: Bild & Quelle: Ute Latzke

Bild & Quelle: Ute Latzke


Unerbaut, aber noch nicht ganz entmutigt, wandte ich mich per E-Mail an ein Altenzentrum in unmittelbarer Nähe der Alten-Residenz. Das sollte dann für mich aber auch der letzte Versuch sein! Formuliert habe ich das Schreiben übrigens aus Sicht von Cody.
Hat wohl gepasst: Gleich am nächsten Tag erhielt ich um 8.00 Uhr morgens einen Anruf. Offenbar ist man begeistert von meinem Vorhaben, und die Idee „Haustier als Therapeut“ wird in dem Altenzentrum schon länger praktiziert. „Bislang erhielten die Anwohner regelmäßig Besuch von einem Kaninchen, das sogar zum Streicheln aufs Bett durfte. Doch leider ist es inzwischen verstorben“, erklärte mir der Mitarbeiter. Mit ihm haben Cody und ich uns am Montag kommender Woche zum persönlichen Beschnuppern vor Ort verabredet. Wenn alles passt, klamüsern wir gleich aus, wie die Treffen mit Cody und den Bewohnern künftig aussehen sollen. Ich werde berichten…

Ein Gastbeitrag von Ute Latzke, www.utelatzke.de

Alle Bilder & Quelle: Ute Latzke