Vielen von uns Hundebesitzern geht es ähnlich: Wir möchten kaum eine Minute unserer Freizeit ohne unseren geliebten Hund verbringen. Bei vielen von uns kommt aber auch noch eine zweite Leidenschaft dazu: Kurzurlaube. Gerade jetzt in der kommenden warmen Jahreszeit verbringen viele Hundefreunde gerne lange Wochenenden an verschiedenen Orten. Natürlich darf der Hund dabei nicht fehlen. Doch aus Erfahrung wissen wir, dass gerade im Sommer einige Dinge zu bedenken sind, wenn beide Parteien – also der Hund und ich – dabei auf ihre Kosten kommen sollen und die Reise wirklich genossen werden kann.

Reisen, Sommer, Stadt und Hund – wir packen einen Hunde-Koffer

Chihuahua Rüde Sammy im Koffer

Es soll Hunde geben, die packen den Koffer selbst…
Bild & Quelle: Issn‘ Rüde!


Hitze, lange Autofahrten und aufgeheizte Innenstädte sind auf den ersten Blick keine wirklich ideale Kombination. Ohne eine gute Vorbereitung und Planung kann ein Hund unter solchen Bedingungen sehr leiden, und dann macht auch uns die Reise auch keinen Spaß mehr. Eine gelungene Städtereise mit Hund im Sommer fängt also mit einer guten Vorbereitung an. Der Hund bekommt auch eine Reisetasche gepackt und diese enthält:

  • stilles Wasser in Flaschen und Dosenfutter
  • einen Wassernapf, der handlich und leicht zu transportieren ist
  • zwei feste Näpfe für Futter und Wasser
  • eine kleine Tasche mit Leckerlies
  • Kotbeutel
  • Halsband, Leine, Maulkorb (Bitte vorher über die regionalen Regularien und Verordnungen informieren)
  • eine kleine Erste-Hilfe-Ausrüstung für Tiere
  • das Lieblingsspielzeug
  • die vertraute Hundedecke
  • Bei großer Hitze: ein Kühlhalstuch und eine Kühlweste, die, in kaltes Wasser getaucht, viele Stunden kühl halten
  • Wenn mit Auto unterwegs: ein klemmbares Gitter für die Autoscheiben, das eine halb oder sogar ganz heruntergelassene Scheibe ermöglicht
  • Die Anfahrt – gemütlich und mit schönen Pausen

    Meistens fahren wir mit dem Auto zu unseren Städtezielen. Für einen gelungenen Start in den Kurzurlaub starten wir im Sommer, je nach Länge der geplanten Fahrstrecken, am besten in den ganz frühen Morgenstunden. Mein Hund bekommt morgens keine große Mahlzeit, damit ihm während der Fahrt nicht übel wird. Ich plane so, dass wir am besten vor der Mittagshitze eine bestimmte, vorher ausgesuchte Location in der Stadt erreichen. Ganz früh morgens ist die Staugefahr auch relativ gering – im Vergleich zum Rest des Tages. Die Fahrzeit wird großzügig bemessen und je nach ihrer Länge machen wir spätestens nach jeweils 1,5 Stunden eine Pause – wenn es möglich ist, plane ich auch die Orte für die Fahrtunterbrechungen vorher. Gern wähle ich Rastplätze, die an ein kleines Waldstück grenzen und wir machen einen kurzen Spaziergang. Mein vierbeiniger Begleiter bekommt Wasser angeboten und einen kleinen Snack.
    Kommen wir auf der Fahrt doch in einen Stau und es wird wärmer, arbeite ich mit der Klimaanlage und halte die Temperatur im Wageninneren auf einem angenehmen, aber nicht zu kühlen Niveau.

    In der Stadt – Aktivitäten in der Mittagszeit

    Den Hund bitte nicht allein im Auto lassen!
    Bild & Quelle: PublicDomainPictures / Pixabay / creative commons public domain


    Über eine Tatsache ist sich jeder Hundefreund im Klaren: Den Hund allein im Auto zu lassen, ist im Sommer absolutes No-Go. Selbst im Schatten und mit halb geöffneter Autoscheibe erreicht das Wageninnere Temperaturen, die beim Hund nur allzu schnell zu einem Kreislaufkollaps und Schlimmeren führen können.
    Es handelt sich also um Tierquälerei, allein ausgedehnte Erkundungstouren zu machen, und den Hund im Wagen zu lassen. Daher sind Aktivitäten so zu planen, dass der Hund dabei sein kann.
    Ich gehe dabei immer so vor, dass ich in der Stadt für die Mittagshitze Orte aussuche, die wir entspannt im Schatten und im Grünen verbringen können. In Berlin etwa gibt es verschiedene Hundeauslaufgebiete, die auch teilweise an Gewässer angeschlossen sind. Das schafft zusätzliche Erfrischung und mein Hund kann sich etwas abkühlen. Jede Stadt hat Parks, kleine und große Waldflächen oder zumindest einen Brunnen, der um die Mittagszeit für eine kleine Abkühlung taugt. Natürlich muss man schauen, was wo erlaubt ist mit dem Hund, aber an echten Hundstagen im Hochsommer widerspricht meist niemand, wenn der Hund zumindest seinen Kopf kurz ins kühle Nass taucht.
    Wird zwischendurch eine Pause eingelegt und etwas gegessen oder getrunken, darf der Hund nicht vergessen werden. Hier bietet sich zum Beispiel sehr der transportable Napf an. Sollte ich kein Wasser dabei haben, kann man in den meisten hundefreundlichen Gaststätten darum bitten – gegen einen kleinen Aufpreis oder vielerorts sogar kostenlos.

    Halte ich mich in einer Stadt mit Fluss oder See auf, kann ich die heißesten Stunden auch mit einer schönen Bootsfahrt überbrücken und den Fahrtwind genießen (natürlich aus dem Schatten heraus!). Bei solchen Aktivitäten leisten auch das Kühlhalstuch und die Kühlweste für meinen vierbeinigen Begleiter sehr gute Dienste. Wichtig ist immer, die Zeit zwischen 12.00 Uhr und 16.00 Uhr mit erfrischenden, ruhigen Aktivitäten in schattenspendenden Umgebungen zu verbringen. Keinesfalls lasse ich den Hund zu dieser Zeit in der prallen Sonne liegen oder stehen, und wir gehen keine großen Strecken ab.

    Besichtigungen und Erkundungen

    tpsdave / Pixabay / creative commons public domain


    Nach 16:00 Uhr, und wenn wir in der fremden Stadt übernachten, in den frühen Vormittagsstunden, darf einiges abgelaufen werden: Hier plane ich Besichtigungen des Stadtzentrums und von Orten ein, die ich mit dem Hund besuchen kann. Tierparks oder Zoos bieten sich immer an, insofern man seinen Hund mitführen darf. Zum Glück ist dies mehr und mehr gestattet, Leinenführung vorausgesetzt. Nach einer längeren Phase an der Leine versuche ich, stets wieder in einem für Freilauf zugelassenen Raum in der Stadt zu gelangen, um meinem Hund eine kurze Phase ohne Leine mit einem Spiel zu gönnen. Besuche von Botanische Gärten und schönen Parks bieten sich auch oft an (bitte vorher über Leinenpflicht informieren).

    Museen und Ausstellungen kommen im Sommer ein bisschen zu kurz, denn Hunde dürfen regelmäßig nicht hinein. Ähnliches gilt für Kirchen. Dennoch braucht man auf Kultur nicht verzichten: Immer mehr Städte bieten Stadtführungen spezielle für Hundeleute mit ihren Vierbeinern an. Berlin zum Beispiel bietet geführte Stadtführung mit Hund, die zu einigen Sightseeing-Highlights und auch in exklusive Hundeläden Kreuzbergs führt – handgemachte Hundekekse inklusive. Und wer gerne shoppen möchte: Alternativ zu meist überfüllten Einkaufsstraßen laden Wochen- und Trödelmärkte zu einem hundefreundlichen Einkaufserlebnis ein und gleichzeitig lassen sich das Flair und die Einwohner der besuchten Stadt herrlich erleben.

    Mit Planung ist vieles möglich

    Sommerliche Städtetrips mit Hund machen sehr viel Spaß, wenn den Ansprüchen und Bedürfnissen des Hundes ebenso Rechnung getragen wird wie den eigenen Wünschen. Gute Vorbereitung ist alles. Spontanität, so aufregend diese auch ist, ist für Hundemenschen an dieser Stelle leider nicht geeignet – Doch dafür einen schönen Kurzurlaub mit einem zufriedenen Hund zu erleben, macht das mehr als wett.

    Ein Gastbeitrag von Klaus Strippel, einer der Köpfe hinter Hunde.de

    Beitragsbild & Quelle: steinchen / Pixabay / creative commons public domain