Der Schadstoff Bisphenol A – kurz BPA – ist in Dosen weit verbreitet und kann gesundheitsschädliche Auswirkungen auf Tiere und Menschen haben. Im Jahr 2023 wurde die Risikobewertung dieser Chemikalie von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit drastisch erhöht.

 

Was ist BPA?

BPA ist die Abkürzung für Bisphenol A. Dabei handelt es sich um eine chemische Verbindung, die zur Herstellung vieler Produkte wie Plastikflaschen, Fast-Food-Verpackungen und Konservendosen zum Einsatz kommt. BPA wird zur Produktion von Epoxid-Kunstharzen und des Kunststoffs Polycarbonat verwendet. Es ist sehr häufig Bestandteil der Innen- und/oder Außenbeschichtung von Getränke- und Konservendosen. Dadurch soll Korrosion verhindert werden. Das Problem ist jedoch, dass auch Bisphenol A keineswegs frei von gesundheitlichen Auswirkungen ist.

 

In welchen Futterdosen befindet sich Bisphenol A?

Leider müssen Anbieter von Dosen – egal ob sich darin Lebensmittel für Menschen oder Futter für Haustiere befinden – nicht angeben, ob Bisphenol A als Beschichtung zum Einsatz kommt. Es kann also nicht mittels Kennzeichnung auf einem Etikett festgestellt werden, ob es BPA-frei ist. Die einzige Chance bei Dosennahrung besteht darin, dass der Hersteller freiwillig angibt, ob BPA verwendet wurde. Manche tun dies, jedoch heißt es hier, vorsichtig zu sein: Die Angabe „BPA-frei“ hört sich zwar grundsätzlich gut an, es ist dann aber nicht auszuschließen, dass andere Bisphenole enthalten sind. Besser wäre „Bisphenol-frei“, was alle diesbezüglichen chemischen Verbindungen einschließen würde

 

Welche Richtwerte für BPA gibt es?

Es gibt EU-Grenzwerte für alle Materialien, die BPA freisetzen können und Kontakt zu Lebensmitten haben. Allerdings legte die EU-Kommission im Februar 2024 einen Verordnungsentwurf vor, der die Verwendung von Bisphenol A strenger regeln soll. Hintergrund des Vorstoßes sind eine Vielzahl neuer Studien, die sich seit der letzten Festsetzung der Grenzwerte im Jahr 2015 ergeben haben. Aufgrund dieser hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ihre Bewertung für eine tolerierbare Aufnahmemenge deutlich verändert: Statt den bisher genannten 4 Mikrogramm (= 4000 Nanogramm) pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag (bei Menschen) sind es jetzt nur noch 0,2 Nanogramm. Damit ist der Wert 20.000 Mal niedriger als zuvor.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Deutschland sieht den Anpassungsbedarf nicht ganz so kritisch, schlägt aber ebenfalls einen neuen Wert vor, der bei 0,2 Mikrogramm liegt. Ihrer Meinung nach sind die Daten für eine noch strengere Auslegung zur Zeit nicht eindeutig gegeben.

 

Stiftung Warentest hat Konserven auf BPA getestet

Die Stiftung Warentest hat im April 2024 insgesamt 51 Konserven mit Lebensmitteln auf Bisphenol A getestet. Nimmt man die neue Empfehlung der EFSA als Grundlage, wären alle Produkte stark belastet und somit „durchgefallen“. Beim Heranziehen der Grenzwerte von der BfR wären „nur“ 14 Konserven deutlich bis stark belastet. Wie die Ergebnisse bei Nassfutter in Dosen aussehen würden, ist nicht bekannt. Zu vermuten ist jedoch, dass sie ähnliche Ausmaße haben würden.

 

Auswirkungen von BPA in Futterdosen

Nassfutter für Hunde wird häufig in Dosen abgepackt. Enthält dieses Bisphenol A, könnte es in den Körper der Tiere gelangen. Welche Auswirkungen dies haben kann, wurde sowohl bei Menschen wie auch Tieren untersucht. Bei Menschen kann es in den Hormonhaushalt eingreifen und steht im Verdacht, Wachstumsprozesse zu stören. Bei Hunden fanden Wissenschaftler heraus, dass möglicherweise Umweltgifte dafür verantwortlich sind, dass deren Spermienqualität in den letzten Jahrzehnten fortwährend abgenommen habe. Nicht auszuschließen ist, dass hierbei BPA eine Rolle spielt.

Wissenschaftler der University of Missouri überprüften in einer Studie für zwei Wochen 14 Hunde, welche Wechselwirkungen von Bisphenol A in Futterdosen ausgehen. Sie stellten anhand von Blut- und Kotproben fest, dass die Konzentration von BPA nach der kurzen Testphase bereits um fast das Dreifache angestiegen war – und das, obwohl in einer von zwei getesteten Futterdosen gar kein Bisphenol A hätte stecken dürfen.

Studien gibt es außerdem bei Nagetieren. Hierbei konnten Auswirkungen auf den Hormonhaushalt der Tiere festgestellt werden. Aufgrund von Bisphenol A trat die Pubertät früher ein und es kam zu Veränderungen des Brustgewebes. Zudem konnten nieren- und leberschädigende Wirkungen nachgewiesen werden.

 

Wie lässt sich das Risiko von Bisphenol A senken?

Wer Nassfutter in Dosen kauft, sollte dieses möglichst rasch verwenden, einen verschließbaren Deckel nutzen und das Futter stets im Kühlschrank lagern. Möglicherweise gibt der Hersteller Auskunft darüber, ob in seinen Dosen BPA zum Einsatz kommt – die Infos darüber sind jedoch sehr spärlich. Möchte man auf Nummer sicher gehen, verschwinden Dosen weitestgehend aus dem Haushalt und werden entweder durch Tiefkühlware (Barf) ersetzt oder eine BPA-freie Alternative wie die Tetra Recart-Kartons der Marke PLATINUM. Da diese weniger Müll produzieren, sind sie auch umweltfreundlicher und haben den Vorteil, dass in der Produktion zum Erreichen der Kerntemperatur kürzere Verarbeitungszeiten genügen. Das spart Energie und verhindert, dass das Fleisch am Rand schon fast verkocht ist.