Der Bearded Collie

Wenn man sich für einen Beardie entscheidet – so nennen Liebhaber den Bearded Collie – dann entscheidet man sich gegen Ordnung, gegen Sauberkeit. Dann entscheidet man für sein Herz.

Ja, man muss ihn lieben, den langhaarigen Zausels, der trotz seines langen Felles ein wirklicher Hund ist. Er bringt Dreck ins Haus, er ist eigenständig und erfindet mitunter seine eigenen Hobbies.

Er ist liebenswert, er ist sanft und er ist fast schon menschlich.

Und dies ist auch der Grund, warum man ihn mit FCI Standards einfach nicht beschreiben kann und beschreiben soll.

Der Hund muss zur Familie passen

Allgemein gesehen ist der Bearded Collie ein gutmütiger Hütehund, ohne Anzeichen von Aggression.
Der ideale Familienhund, so steht es in manchen Büchern geschrieben. Ich wage zu sagen, dass er nur dann der ideale Familienhund ist, wenn er die ideale Familie findet: Wenn man ihm die Möglichkeit gibt der Teil eines Trubels ein Teil einer Familie zu werden, in dem er respektiert und integriert wird. Wo er sich auch einmal zurückziehen kann. Eine Familie, in dem er geliebt wird. Ja, einen Beardie muss man lieben.

Erziehbar?

All das, was man pragmatisch in der Hundeschule vorgebetet bekommt – das kann man zum größten Teil gleich wieder vergessen. Ein Beardie ist erziehbar, aber will er das pragmatisch kommuniziert? Ich weiß es nicht und ich denke, dass es auch nicht passt. In alle den Jahren, in denen ich mit Beardies zusammenlebe, hat jeder seine Eigenart. Der eine sitzt immer hinter mir auf dem Stuhl, der andere muss immer die Decke zusammenlegen, auf der er liegt.

Ja, es gibt sie auch in Vorzeigequalität:

  • Die Beardies mit Begleithundeprüfung,
  • die mit Therapiehunde Bescheinigung,
  • die mit Agility Auszeichnung.

Aber all das wird ein Beardie nur dann tun, wenn er es will. Wenn er es gerne tut. Und dieser Eigensinn, der auch in Erkenntnis münden kann, der macht diese Rasse so liebenswert, fast schon einzigartig. Erzieht sie in sanfter Weise und der Zausel wird gerne etwas für seine Familie tun.

Bearded Collie beim RennenBildangaben: Kaz / Pixabay, creative commons public domain
Kaz / Pixabay, creative commons public domain

Fell ohne Ende –

Ein Beardie hat Fell, ein Beardie ist schön. Aber man hüte sich vor einem Hütehund mit langem Fell, wenn man sich dessen nicht bewusst ist. Dann filzt er zu, schneller als man gucken kann. Wenn der gute Kerl sein Erwachsenenfell hat, je nach Zuchtlinie zwischen 1,5 und 2 Jahren, dann genügt es, wenn man ihn alle drei Wochen auf den Bürstentisch legt (!!!) und mit den geeigneten Utensilien wieder hübsch bürstet. Tut man das nicht – man könnte schier verzweifeln oder es bleibt nur der Weg zum Groomer. Ein Beardie ist eben ein richtiger Hund, der nicht vor Regen, Laub und Matsch zurück schreckt.

Schreckt? Man sagt ihnen Ängstlichkeit nach. Sicher, der Beardie, der einst für die alleinige Hütearbeit gezüchtet wurde – wurde nicht auf Schussfestigkeit selektiert. Und so hat sich in den Köpfen der Menschen eingebrannt, dass ein Beardie ängstlich ist. Auch hier – lebt ihnen Sicherheit vor und der Beardie wird sicher werden. Sie kopieren uns, sie lesen uns, sie interpretieren uns. Sie ahmen uns nach.

Bearded Collie, auch Beardie genanntBildangaben: Kaz / Pixabay, creative commons public domain
Kaz / Pixabay, creative commons public domain

Das Aussehen des Bearded Collie

Der Bearded Collie – rein offiziell, ist ein englischer Hütehund mit langem, doppellagigem Fell. Es gibt ihn in den Farben schwarz- weiß, blau-weiß, braun- weiß, fawn- weiß. Es gibt in auch in tricolor, mit lohfarbenen Abzeichnungen, nicht gefleckt. Er hat doppellagiges Fell mit harschem Dekchaar und wolliger Unterwolle.
Der Bearded Collie – rein inoffiziell, ist ein Vertreter der Rasse Hund, die ein perfekter Familienhund sein kann, von dem viele als Therapiehunde arbeiten und sicher alle ihre Menschen mit ihrer fröhlichen, lustigen, manchmal auch sturen Art sehr glücklich machen.

Eine gesunde Rasse

Sie gehören noch immer zu den gesunden Rassen, auch wenn Autoimmunkrankheiten im Auge zu behalten sind. Sie gehören noch immer zu den unmodernen Rassen und ich hoffe, dass sie auch nie zum Modehund werden. Denn Mode ist vergänglich, Mode ist schnelllebig. Und wer sein Herz an einen Beardie verloren hat, der wird es nicht mehr suchen.

Ein Gastbeitrag von Elke Stockhausen

Titelbild & Quelle: deadro / Pixabay, creative commons public domain