Pekinese, der Peking-Palasthund

Pekinese, der Peking-Palasthund

Der Pekinese ist ein stolzer Hund mit einer ruhmreichen Vergangenheit. Pekinesenzüchterin Kerstin Riel gewährt einen humorvollen Blick hinter die Kulissen – und wie sie zu dieser Hunderasse gekommen ist:

Edel, stolz und manchmal auch ein kleines Überraschungspaket, denn ich kenne keinen anpassungsfähigeren Gefährten, der sich so dermaßen an seine Familie anpasst. Ich muss anders beginnen, ich hatte damals einen kleinen Yorki und war der Meinung, es fehlt ihm ein Spielgefährte. Also las ich Anzeigen und durchforstete das Internet und fand irgendwann eine Anzeige im Wochenblatt unserer Stadt und rief an, es war ein Yorki Mädchen und eine Pekinesendame von 2 Jahren zu verkaufen, da die Züchterin aus Altersgründen ihre Zuchtstätte auflöste.

Aus Pech wurde Glück – wie ich die Pekinesen entdeckte

Ich hatte Pech, damals wusste ich noch nicht, das es mein Glück sein sollte, denn die kleine Yorkidame war verkauft und ich stand bei der Züchterin in der Küche und Vicky kam auf mich zu – sie schlenkerte ganz relaxt an mir vorbei, schaute mich an als ob sie sagen wollte “wer bist du denn?” Tja und ich nahm sie mit, denn mein Yorkiboy war hin und weg. Bei uns Zuhause angekommen, nahm Madame erst mal ihr neues Domizil in Augenschein und nahm ganz selbstverständlich das Körbchen von Gucci in Beschlag, ging rein kullerte sich zusammen als ob es ihre wäre.

Pekinese dajana ausstellungBildangaben: Bild & Quelle: Kerstin Riel

Bild & Quelle: Kerstin Riel

Die Beiden waren das Traumpaar schlechthin, den ganzen Tag tobten sie durch meine 4 Zimmerwohnung über Sofa und Bett, nichts war sicher und ich war zufrieden, denn mein kleiner Yorki war happy und – naja Ihr kennt das alle – ist der Hund happy, sind wir es auch! Die ersten Tage hielt ich regelmäßig Kontakt mit der Züchterin und berichtete ihr nun glücklich, dass ihre Vicky mit vollen Elan und Speed dem flinken Yorki Parole bot. Sie konnte es nicht glauben, denn weder rannte ihre Vicky, noch sprang sie auf oder über Betten, das hatte sie ja nie getan… Mmh, dachte ich mir, warum nicht?? Dann ein paar Wochen später merkte ich, dass sie sich sowohl dem tobenden Gucci wie mir anpasste, denn ich war richtig krank und konnte keine großen Runden laufen. Sie ging in Kaffeebohnenschritt neben mir her und bewachte meinen Genesungsschlaf.

So wurde ich Pekinesen-Züchterin

Leider ereignete sich 2 Jahre später ein Unglück und mein Yorki starb, Vicky litt still vor sich hin und wurde zusehends weniger. Ich war mittlerweile von der Rasse Peking-Palasthund so begeistert und kaufte mir 2 Welpen dazu. Damals ahnte ich nicht im geringsten, dass ich mal einen Zwinger gründete und Pekinesen züchten würde. Aus drei kleinen Kobolden wurden nun acht süße Fellbündel. Ich bin nun schon bei dem G-Wurf angekommen und hatte das Glück, sehr viele Liebhaber dieser Rasse kennenzulernen und jeder erzählte mir, sie hatten einen oder schon mehrere Pekinesen und wollten nur wieder Pekinesen, ich kann sie alle verstehen!

Ein Pekinese für jedermann

Bei meinen Welpenkäufern waren die unterschiedlichsten Charaktere dabei:

  • Ein keiner Welpe eroberte das Herz einer sehr sportlichen Frau und stellte sich als idealer Joggingbegleiter rauss. Er joggte mit Frauchen jeden früh 3 km durch Feld und Flur. Als Welpe wurde er die letzten Meter im „Rucksack“ getragen, aber heute sprintet er wie ein kleiner Weltmeister und wenn er mit zur Arbeit geht, dann ist er mucksmäuschenstill. Er ist natürlich der Liebling des ganzen Bürohauses, ohne Frage, aber immer unauffällig und ausgeglichen.
  • Der andere Welpe ging in einen Rentnerhaushalt und übernahm dort den Freizeitpart und je nach Befinden gab es Gruppenkuscheln auf dem Sofa oder Gartenarbeit.
  • Pekinese WeltsiegerBildangaben: Bild & Quelle: Kerstin Riel

    Bild & Quelle: Kerstin Riel


    Eigentlich wollte ich damit nur erklären, das, egal was für Typ Mensch sich für einen Pekinesen sich entscheidet, er sich immer so entwickelt, das er allen gerecht wird. Dabei ist er ein sehr wachsamer Gesellschaftshund.

    Überraschenderweise hält sich der Pflegeaufwand in Grenzen

    Die Fellpflege beim Pekinesen

    Viele denken wenn sie das lange Fell sehen, dass ein Pekinese sehr viel Pflege braucht, aber dem ist nicht so, natürlich muss man ihn kämmen und bürsten (und das immer schön gegen den Strich), dann bekommt man die Unterwolle gut raus und der Hund empfindet dies als angenehme Massage.

    Aber wenn man dann einen schönen gepflegten Peken an der Leine spazieren führt, folgen immer anerkennende Blicke und das ist doch ein Grund auf seinen Liebling stolz zu sein.

    Ich nenne das dann liebevoll meinen täglichen Sport, denn nach 8 Fellknäulen weiß man was man getan hat.

    Pfotenpflege

    Wichtig bei der Pflege ist natürlich die Pflege der Pfoten: Außer dem kürzen der Krallen muß man auch die Haare zwischen den Ballen entfernen. Ich benutze dazu einen Scherer, das geht wunderbar und man verletzt den Hund dabei nicht.

    Die Badezeremonie

    Baden – es ist nicht notwendig dies mehrmals im Jahr zu tun, am besten einmal im Jahr. Meine beste Badezeit ist im Sommer, denn richtig trocken föhnen ist bei der Fellmasse nicht immer möglich und somit schließe ich eine Erkältung aus.

    Drum prüfe, wer sich bindet – die Auswahl des Pekinesenzüchters

    Wenn Sie sich für einen Pekinesen entscheiden, dann scheuen Sie nicht, sich viele oder einige Züchter genauer anzuschauen und auch Fragen über die Herkunft und über die Elterntiere sowie deren Ahnen zu stellen. Am Besten ist, Sie schauen sich bei den Züchtern um, die in einem Verein züchten und unter der Obacht eines Zuchtwartes ihre Hunde züchten, denn somit erfahren Sie auch über die Ahnen etwas und sehen die Elterntiere zumindestens die Mutter. Das ist sehr wichtig, genauso wie die regelmäßige Entwurmung und Impfungen.

    Alle Züchter sind auch verpflichtet ihre Welpen mit einem EU-Chip und einem EU-Impfpass auszustatten und werden auch den zukünftigen Pekinesenbesitzer immer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ich habe mit all meinen Hundebesitzern aus meiner Zuchtstätte sehr guten Kontakt und erfahre so viel Schönes über die Besitzer und meinen „Babys“. Ich bekomme Karten aus dem Urlaub und über Facebook viel Fotos und Videos von den Kleinen. Eine ältere Dame sendet mir immer Grüße von Sylt, denn dort fährt ihre kleine Pekinesendame am liebsten hin. Wenn ich dann solche Post bekomme, dann weiß ich, ich habe die richtigen Herrchen oder Frauchen gefunden und freue mich für meine Welpen.

    Leider kann ich nicht alle Hunde oft sehen, denn meine Pekinesen wohnen in der Schweiz in Holland und Luxenburg.

    Ein kleines wunderschönes Schneeflöckchen, mein letzter Wurf war schneeweiß, zieht im Oktober nach Singapur. Aber es gibt ja Skype und Facebook – da kann man Kontakt halten, damit man sich nicht aus den Augen verliert.

    Die Geschichte des Peking-Palasthundes

    Wenn ich mal Zeit habe, was leider nicht so oft vorkommt, dann versuche ich soviel wie möglich über die Rasse zu erfahren und muss dabei immer schmunzeln wenn ich die Geschichte über die Entstehung des Peking-Palasthundes lese: Die Legende besagt, dass im alten China sich ein Löwe in eine Äffin verliebte und diese Beiden sich vereinten und daraus entstand der Pekinese.

    Irgendwie muss da was Wahres dran sein, denn der Pekinese ist stolz und mutig wie ein Löwe und sein Kragen fällt wie sein großer Ahne, das Gesicht aber ist lustig und verschmitzt wie von einem kleinen Affen.

    Wenn ich meine Pekinesen so anschaue, dann denke ich oft: die lächeln mich an. Ich weiß, dass es nicht stimmt, aber es ist doch eine schöne Vorstellung…

    In diesem Sinne verabschiede ich mich von Euch und bedanke mich für Eure Aufmerksamkeit.

    Eure Gastautorin Kerstin Riel

    Kerstin Riel PortraitBildangaben: Bild & Quelle: Kerstin Riel

    Bild & Quelle: Kerstin Riel


    Peking-Palasthund Zwinger von Kerstin`s An-Fu

    Alle Bilder & Quellen: Kerstin Riel