Die französische Bulldogge – Wesen, Pflege und Ernährung

Die französische Bulldogge – Wesen, Pflege und Ernährung

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen kurz die Französische Bulldogge vorstellen. Ausser dem vom FCI offiziellen Rassestandard und der Geschichte handelt es sich hierbei um meine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse. Ich übernehme keine Gewähr über Vollständigkeit bzw. Richtigkeit der Angaben.

Wir selber leben seit ca. 15 Jahren mit unseren Bullys unter einem Dach und haben uns vor über 10 Jahren zur Zucht dieser wundervollen Rasse entschieden.

Die Geschichte der Französischen Bulldogge

Die Französische Bulldogge, die auch Bully genannt wird, stammt vom englischen Bulldog alten Typs ab. Erstmals erwähnt wurde der Vorfahre im 13. Jahrhundert unter dem Namen Bonddog (bond = fesseln) bzw. Bolddog (bold = kühn). Sein Metier war der Kampf Hund gegen Bullen, weswegen er auch heute noch gelegentlich als Kampfhund bezeichnet wird. Bei der Zucht wurde damals auf „Mut“ und Aggressivität Wert gelegt, äußerlich auf eine kurze Schnauze, breite Kiefer und eine zurückgenommene Nase geachtet. Die zurückliegende Nase hatte den Zweck, dass der Hund sich in die Nase des Bullen verbeißen konnte und dabei weiter gut Luft bekam. In späterer Zeit wurde er auch auf andere große Tiere gehetzt. Auch kamen immer mehr Kämpfe Hund gegen Hund in Mode. 1835 wurden Hundekämpfe in Großbritannien verboten.

In East London und in Nottingham nahmen sich die Weber und Spitzenklöppler der Zucht der kleinen Bulldoggen an, die 1836 erstmals auf einer Hundeausstellung vorgestellt wurden. Als kurz vor der Jahrhundertwende in der Normandie große Spitzenfabriken entstanden, wanderten englische Spitzenklöppler vor allem aus Nottingham nach Frankreich aus und ließen sich in der Gegend von Calais nieder. Sie brachten die kleinen Bulldoggen mit, die um die 10 kg wogen, und setzten deren Zucht in der neuen Heimat fort – teils aus Liebhaberei, teils zur Aufstockung ihres Einkommens. Dabei entstanden auch Kreuzungen mit Möpsen, Griffons, Terriern und deren Mischlingen. Diese Hunde wurden in Frankreich unter den Namen “Terrier-Boule” bekannt: kleine Hunde mit einem festen muskulösen Knochenbau, gestutzten Ohren und gestutzter Rute, die 10 bis 15 kg schwer wurden. Das Terrierblut wurde ihnen vermutlich eingekreuzt, um ihnen Rattenfängerinstinkte zuzuführen. Rückschlüsse darauf kann man anhand der Fellfarben “black and tan” ziehen. Damals waren diese Farben noch sehr häufig gewesen und konnten nur durch das Einkreuzen der Terrier entstanden sein. Die kurze gedrehte Rute sowie die vorstehenden Augen stammen vermutlich vom Mops, der damals auch mit eingekreuzt wurde.

Außerdem wurde das aufrecht stehende Fledermausohr erblich gefestigt. Gleichzeitig nahm die Breite des Unterkiefers ab, was den Hunden ein froschähnliches Aussehen gab. Georges Phelps, ein Amerikaner, war bei einem Aufenthalt in Frankreich im Jahr 1886 so sehr von diesen Hunden begeistert, dass er sich vornahm, einige dieser Exemplare mit nach Amerika zu nehmen. Er holte sich Rat bei dem englischen Richter Mr. Krehl, welcher jedes Jahr in Paris richtete, sowie bei der Société Centrale Canine. Er suchte in den Vorstädten von Paris nach Französischen Bulldoggen (welche zu dieser Zeit jedoch noch nicht so offiziell genannt wurden). Es gelang ihm, die Hunde Ninette und Rabot für 50 Dollar zu erwerben.

1898 erfolgte die eigentliche Anerkennung der Rasse, und nachdem der englische König Eduard VII. einen Rüden erstand, wurde ihr weltweit Beachtung geschenkt.

Der Rassestandard der Französischen Bulldogge (Bouledogue Français)

  • FCI – Standard Nr. 101 /. 06.04.1998 / D
  • Ursprungsland: Frankreich
  • Verwendung: Gesellschafts-, Wach- und Begleithund
  • Klassifikation FCI: Gruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde
  • Sektion 11 kleine Doggenartige Hunde
  • Ohne Arbeitsprüfung
  • Allgemeines Erscheinungsbild der französischen Bulldogge:

    Ein typischer, klein- formatiger Molosser. Trotz seiner geringen Größe ein kräftiger, in jeder Hinsicht kurzer und gedrungener Hund, mit kurzem Fell, mit kurzem, stumpfnasigem Gesicht, Stehohren und natürlicher Kurzrute. Sie muss den Eindruck eines lebhaften, aufgeweckten, sehr muskulösen Tieres von kompakter Struktur und solidem Knochenbau vermitteln.

    VERHALTEN UND CHARAKTER (WESEN):
    Umgänglich, fröhlich, verspielt, sportlich, aufgeweckt. Besonders liebevoll im Umgang mit ihren Besitzern und mit Kindern.

    KOPF:
    Der Kopf muss sehr kräftig, breit und quadratisch sein; die ihn bedeckende Haut bildet nahezu symmetrische Falten und Runzeln. Der Kopf der Bulldogge ist gekennzeichnet durch den eingezogenen Oberkiefer- und Nasenbereich; der Schädel macht an Breite weit, was er an Länge verloren hat.

    OBERKOPF
    Schädel: Breit, nahezu flach, mit stark gewölbter Stirn. Die vorstehenden Augenbrauenbogen werden durch eine zwischen den Augen besonders entwickelte Furche getrennt. Die Furche darf sich auf der Stirn nicht fortsetzen. Sehr wenig entwickelter Hinterhauptkamm.
    Stop: Sehr stark ausgeprägt.

    GESICHTSSCHÄDEL:
    Nasenspiegel: Breit, sehr kurz, aufgeworfen; Nasenlöcher gut geöffnet und symmetrisch, schräg nach hinten gerichtet. Die Neigung der Nasenlöcher und die aufgeworfene Nase (man spricht von ” aufgestülpt “) müssen jedoch eine normale Nasenatmung erlauben.
    Nasenrücken: Sehr kurz, breit; er zeigt konzentrisch symmetrische Falten, die auf den Oberlefzen abwärts laufen (Länge: 1/6 der gesamten Kopflänge).

    Lefzen: Dick, ein wenig schlaff und schwarz; die Oberlefze trifft die untere in der Mitte und verdeckt völlig die Zähne, die niemals sichtbar sein dürfen. Die obere Lefze ist im Profil fallend und abgerundet. Die Zunge darf nie sichtbar sein.

    Kiefer: Breit, quadratisch, kräftig. Der Unterkiefer verläuft in einem weiten Bogen und endet vor dem Oberkiefer. Bei geschlossenem Fang wird das Vorstehen des Unterkiefers (Vorbiss) durch den gebogenen Verlauf der Unterkieferäste gemildert. Dieser gebogene Verlauf ist nötig, um ein zu starkes Vorstehen des Unterkiefers zu vermeiden.

    Zähne: Die Schneidezähne des Unterkiefers dürfen auf keinen Fall hinter den oberen Schneidezähnen stehen. Der untere Zahnbogen ist abgerundet. Die Kiefer dürfen nicht seitlich verschoben oder verdreht sein. Der Abstand der Schneidezahnbogen kann nicht strikt festgelegt werden; von grundlegender Bedeutung ist, dass Oberlefze und Unterlefze so aufeinandertreffen, dass sie die Zähne völlig verdecken.

    Backen: Die Wangenmuskulatur ist gut entwickelt, jedoch nicht hervortretend.

    Augen: Aufgeweckter Ausdruck; tief eingesetztes Auge, ziemlich weit vom Nasenspiegel und vor allem von den Ohren entfernt; von dunkler Farbe, ziemlich groß, schön rund, leicht hervorstehend und ohne jede Spur von weiß (weisse Augenhaut), wenn das Tier nach vorne schaut. Der Lidrand muss schwarz sein.

    Ohren: Mittelgroß, breit am Ansatz und an der Spitze abgerundet. Hoch auf dem Kopf angesetzt, jedoch nicht zu dicht beieinander; aufrecht getragen. Die Ohrmuschel ist nach vorne geöffnet. Die Haut muss dünn sein und sich weich anfühlen.

    HALS:
    Kurz, leicht gebogen, ohne Wamme.

    KÖRPER
    Obere Profillinie: Die obere Linie steigt stetig bis in die Lendengegend an, um dann rasch zur Rute hin abzufallen. Ursache für diese sehr angestrebte Form ist die kurze Lende.
    Rücken: Breit und muskulös.
    Lenden: Kurz und breit.
    Kruppe: Schräg.
    Brust : Walzenförmig und sehr tief; fassförmige, stark gerundete Rippen.
    Vorbrust: Weit geöffnet.
    Untere Profillinie und Bauch : Aufgezogen, jedoch nicht windhundartig.

    RUTE:
    Kurz, tief auf der Kruppe angesetzt, an den Hinterbacken anliegend, am Ansatz dick; Knoten- oder Knickrute; zum Ende hin verjüngt. Selbst in der Bewegung muss sie unterhalb der Horizontalen bleiben. Eine relativ lange (aber nicht über das Sprunggelenk reichende) und sich verjüngende Knickrute ist zulässig, aber nicht erwünscht.

    GLIEDMASSEN
    VORDERHAND : Läufe gerade und senkrecht, sowohl in der Seiten- als auch in der Vorderansicht.
    Schultern: Kurz, dick; hervortretende, feste Bemuskelung.
    Oberarm : Kurz.
    Ellenbogen : Unbedingt am Körper anliegend.
    Unterarm: Kurz, gut abgesetzt, gerade und muskulös.
    Vorderfußwurzel/ Vordermittelfuß : Kräftig und kurz.
    HINTERHAND: Die hinteren Gliedmaßen sind kräftig und muskulös; sie sind etwas länger als die Vordergliedmaßen und überhöhen dadurch die Hinterhand. Sowohl in der Seiten- als auch in der Rückansicht sind sie gerade und senkrecht.
    Oberschenkel: Muskulös, fest, nicht zu sehr gerundet.
    Sprunggelenk: Recht tief gestellt, nicht zu stark gewinkelt, vor allem aber auch nicht zu steil.
    Hintermittelfuß : Kräftig und kurz. Die Bulldogge darf von Geburt an keine Afterkrallen tragen.

    PFOTEN: Die Vorderpfoten sind rund, klein sogenannte ” Katzenpfoten “; guter Kontakt zum Boden, leicht ausgedreht. Die Zehen sind sehr kompakt, die Krallen kurz, dick und gut abgesetzt.
    Die Ballen sind hart, dick und schwarz. Bei gestromten Tieren müssen die Krallen schwarz sein. Bei den Farben ” caille ” (fauvegestromte Hunde mit mittlerer Weißscheckung) und ” fauve ” (falbfarbene Hunde mit mittlerer oder überhandnehmender Weißscheckung) werden dunkle Krallen bevorzugt, helle Krallen jedoch nicht bestraft.
    Die Hinterpfoten sind sehr kompakt.

    GANGWERK: Bewegungsablauf frei; die Gliedmaßen bewegen sich parallel zur Medianebene des Körpers.

    HAARKLEID
    HAAR : Schönes, dichtes, glänzendes und weiches Kurzhaar.
    FARBE : – gleichmässiges Fauve, gestromt oder ungestromt, oder mit begrenzter Scheckung. – gestromtes oder ungestromtes Fauve mit mittlerer oder überhandnehmender Scheckung.
    Alle Abstufungen der Falbfarbe sind zulässig, von ” Rot ” bis hin zu ” Milchkaffee “. Völlig weiße Hunde teilt man der Farbe ” Gestromtes Fauve mit überhandnehmender weißer Scheckung ” zu. Wenn ein Hund einen sehr dunklen Nasenschwamm und dunkle Augen mit dunklen Lidrändern aufweist, so kann bei besonders schönen Exemplaren ausnahmsweise eine gewisse Depigmentierung im Gesicht toleriert werden.

    GRÖSSE UND GEWICHT: Bei einer Bulldogge in gutem Zustand darf das Gewicht nicht mehr als 14 kg betragen, wobei die Größe im Verhältnis zum Gewicht steht.

    Fehler bei der französischen Bulldogge

    Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

  • Enge oder zusammengekniffene Nase, chronische Schnarcher.
  • Vorn fehlender Lefzenschluss.
  • Depigmentierte Lefzen.
  • Helle Augen.
  • Wamme.
  • Hoch getragene Rute; zu lange oder anormale kurze Rute.
  • Lose Ellbogen.
  • Steiles oder nach vorn versetztes Sprunggelenk.
  • Unkorrekte Gangarten.
  • Getüpfeltes Haarkleid.
  • Zu langes Haar.
  • Schwere Fehler bei der französischen Bulldogge:

  • Bei geschlossenem Fang sichtbare Schneidezähne.
  • Bei geschlossenem Fang sichtbare Zunge.
  • “Trommelnder” Hund (schnelle Bewegung der Vorderglied- maßen)
  • Depigmentierte Stellen im Gesicht, mit Ausnahme bei fauve-gestromten Hunden mit mittlerer Weißscheckung (” caille “) und falbfarbenen Hunden mit mittlerer oder überhandnehmender Weißscheckung (” fauve “)
  • Übermäßiges oder ungenügendes Gewicht.
  • Ausschliessende Fehler bei der französischen Bulldogge

  • Aggressiv oder ängstlich.
  • Nasenschwamm von anderer Farbe als schwarz.
  • Hasenscharte.
  • Hunde, bei denen die unteren Schneidezähne hinter den oberen schließen.
  • Hunde, deren Fangzähne bei geschlossenem Fang ständig sichtbar sind.
  • Verschiedenfarbige Augen.
  • Nicht aufrecht getragene Ohren.
  • Ohren, Rute oder Afterkrallen kupiert.
  • Afterkrallen an den hinteren Gliedmaßen entfernt oder vorhanden.
  • Schwanzlosigkeit.
  • Die Haarfarben ” Schwarz mit Brand “, ” Mausgrau “, ” Braun “.
  • Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.

    N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

    Farbvarianten der französischen Bulldogge gemäß des FCI Rassestandards

    gestromt

    französische bulldogge gestromtBildangaben: Bild & Quelle: Bianca Binsker

    Bild & Quelle: Bianca Binsker

    schwarz mit weißem Abzeichen

    französische bulldogge schwarz mit weissen abzeichenBildangaben: Bild & Quelle: Bianca Binsker

    Bild & Quelle: Bianca Binsker

    red fawn

    französische bulldogge red fawnBildangaben: Bild & Quelle: Bianca Binsker

    Bild & Quelle: Bianca Binsker

    gescheckt

    französische bulldogge geschecktBildangaben: Bild & Quelle: Bianca Binsker

    Bild & Quelle: Bianca Binsker

    fawn

    französische bulldogge fawnBildangaben: Bild & Quelle: Bianca Binsker

    Bild & Quelle: Bianca Binsker

    weiß

    französische bulldogge weissBildangaben: Bild & Quelle: Bianca Binsker

    Bild & Quelle: Bianca Binsker

    Was erwartet mich mit einer Französischen Bulldogge?

    Die Französische Bulldogge ist ein mittelgroßer Hund der sich fast jeder Situation anpassen kann. Ihm ist es egal ob er in einem Haus mit Garten, oder in einer Wohnung lebt. Auch ist er ein sehr menschenbezogener Hund der als vollwertiges Familienmitglied akzeptiert werden möchte. Kindern gegenüber ist er liebevoller und ein treuer Spielgefährte. Trotz seiner Anhänglichkeit gegenüber seiner Familie kann er durchaus je nach Erziehung auch mehrere Stunden alleine bleiben. Denn man kann nicht erwarten, dass man als Hundebesitzer seinen Job aufgeben muss um sich liebevoll um sein Tier kümmern zu können.

    Ist man mit seinem Bully zusammen wird man auch immer von einer gewissen rassetypischen Geräuschkulisse wie das Schnarchen begleitet.

    Aber auch entgegen vieler Meinungen möchte er genügend Auslauf haben und so ist es für ihn kein Problem entsprechend der Klimaverhältnisse und der Regelmäßigkeit durchaus ein bis zwei Stunden spazieren zu gehen, auch ausgelassene Spielzeiten mit Artgenossen sind für ihn kein Problem. Am warmen Tagen sollten sie jedoch darauf achten, dass der Bully sich nicht überanstrengt.

    Das Wesen des Bully

    Die Französische Bulldogge ist von Hause ein freundlicher, aufgeweckter und verspielter Hund, der seiner Familie ein Leben lang mit seinem unverwechselbaren Charme bei Seite steht.

    Durch seine Kinderliebe Art ist er ein absoluter Familienhund und ein sehr treuer Gefährte auch für die in der Familie lebenden Kinder.

    Er spielt gern mit ihnen und geniesst die liebevollen Streicheleinheiten. Aber wie bei jeder Rasse sollte besonders bei Kleinen Kinder darauf geachtet werden, dass immer eine Aufsichtsperson dabei ist um Unfälle für Kind und Tier zu vermeiden.
    Haben Sie einen Bully und leben in einer Wohnung kann durchaus auch mal die Frage aufkommen, „Sagen Sie mal haben Sie Ihren Hund noch, man hört ja gar nichts“. „Ja“ werden Sie antworten, denn ein Bully ist kein unnötiger Beller sondern eher von der leiseren Sorte der nur selten oder zu bestimmten Anlässen bellt.

    Haltung und Bewegung

    Der Bully ist grundsätzlich für jedermann geeignet. Hierbei ist es auch egal ob sie ein erfahrender Hundehalter oder Anfänger sind. Sie sollten sich jedoch vor der Anschaffung darauf achten, dass der Bully ein Begleithund ist. Das bedeutet, für sehr sportliche Menschen ist er nicht geeignet. Diese sollten sich lieber für eine andere Rasse entscheiden, da er für das Joggen oder auch Radfahren aufgrund seiner Anatomie nicht geeignet ist.
    Durch die fehlende Unterwolle ist ein Bully ausdrücklich nicht zur Zwingerhaltung geeignet, dies muss mit aller Deutlichkeit gesagt werden!

    Pflege und Ernährung

    Fellpflege

    Der Bully hat ein kurzes Fell, das nicht sehr pflegebedürftig ist. Um den natürlichen Schutzfilm des Fells und der Haut nicht zu beschädigen, sollte ein Bully nur nach Bedarf, also bei Verschmutzung mit einem milden Shampoo gewaschen werden.
    Ein wenig intensiver ist die Faltenpflege im Gesicht. Diese sollten regelmäßig gereinigt und gepflegt werden. Hierbei ist es nicht nötig teure Pflegeprodukte vom Tierarzt oder aus dem Zoofachhandel zu kaufen. Es reicht aus wenn Sie einen feuchten Waschlappen oder ein einfach ein Babyfeuchttuch benutzen. Regelmäßig durchgeführt kommt es in den seltensten Fällen zu Entzündungen.

    Ohrenpflege

    Auch hier gilt Vorsorge ist besser Nachsorge. Reinigen Sie die Ohren regelmäßig oder nach Bedarf täglich oberflächlich auch hier mit dem Babyfeuchttuch. Sollte sich Schmutz im inneren des Ohres ansammeln gibt es im Handel oder bei Ihrem Tierarzt spezielle flüssige Ohrenreiniger. Sollte es doch einmal zu einer Entzündung kommen, bitte gehen Sie zu Ihrem Tierarzt und lassen die Entzündung behandeln. Wird eine Ohrenentzündung nicht richtig behandelt kann es zu chronischen Entzündungen und Ohrenzwang kommen.

    Ernährung

    Heutzutage gibt es unzählige Futtersorten die sich sehr häufig in der Zusammensetzung also in der Qualität unterscheiden.
    Bei Trockenfutter sollten Sie besonders auf den Fleischanteil achten. Steht an erster Stelle das sogenannte Tiermehl, dann sollten Sie das Futter nicht kaufen. Denn es kann bei einem Bully wie bei jeder anderen Rasse zu Allergien und Unverträglichkeiten führen.
    Greifen Sie auf Trockenfutter von Herstellern zurück die Fleisch verarbeiten.

    Dosenfutter ist ein Feuchtfutter mit einem relativ hohen Wasseranteil. Auch hier gibt es unzählige Anbieter. Wie schon bei dem Trockenfutter achten sie auf hochwertige Inhaltsstoffe.

    Bei der Fütterung von Frischfleisch auch bekannt als das Barfen müssen Sie Ihrem Hund zusätzlich regelmäßig mit Ballaststoffen Vitaminen und Mineralien versorgen, da diese im Frischfleisch vorhandenen Stoffe für eine ausgewogene Ernährung nicht ausreichen. Fragen Sie Ihren Tierarzt oder auch Züchter. Er kann Ihnen bei der richtigen Auswahl eines Futterergänzungsmittels helfen.

    Leckerlies wie Kaustangen, Hundekuchen aber auch getrocknete Brotkanten können Sie in Maßen geben und werden gern genommen.

    Gesundheit

    Wie jeder Rassehund, hat auch der Bully mit rassetypischen Krankheiten zu kämpfen. Hier eine Kleine Zusammenfassung:

    Futtermittelallergie

    Wie bei vielen Menschen, kann es auch bei Hunden zu Unverträglichkeiten der Nahrung kommen. Ursachen dafür können zum einen eine erbliche Veranlagung sein oder aber auch durch das Futter selber, da dieses von einigen Futtermittelherstellern mit immer mehr künstlichen Zusatzstoffen, Geschmacksverstärkern, Lockmitteln aber auch tierischen Abfallprodukten versetzt wird.

    Hitzschlag

    Aufgrund ihrer Anatomie sind Molosser und andere kurznasigen Rassen leichter anfällig für Hitzeschläge als andere Hunderassen.
    Bitte versuchen Sie einen Hitzschlag unbedingt zu vermeiden indem Sie bei sommerlichen Temperaturen Ihre Spaziergänge auf die kühlen Morgen- bzw. Abendstunden verlagern. Auch das Spielen, das Bahn fahren und zurücklassen im Auto muss unbedingt vermieden werden, da ein Hitzschlag oftmals mit dem Tod des Tieres endet.
    Einen Hitzschlag erkennt man durch übermäßiges Hecheln, Erbrechen, Ohnmacht, Teilnahmslosigkeit, blaue Zunge und das Ansteigen der Körpertemperatur über 40°C.

    Sollte es doch einmal zu einem Hitzschlag kommen ist absolute Eile aber auch Ruhe geboten. Das heisst, Sie müssen ihren Bully beruhigen und versuchen die Körpertemperatur zu senken. Dies muss langsam geschehen um das Versagen des Kreislaufs bzw. der Organe zu vermeiden.
    Legen Sie Ihren Bully an einen kühlen Ort auf feuchte Tücher oder stellen Sie Ihn in die Wanne und lassen langsam nicht zu kaltes Wasser einlaufen. Sprechen Sie ihm immer wieder Mut zu. Auch muss in jedem Fall der Tierarzt informiert werden um weitere Absprachen zu treffen.
    Auf dem Weg zum Tierarzt muss weiter mit der Kühlung des Tieres fortgefahren werden. Beim Tierarzt angekommen, wird dieser auch medikamentös eingreifen können um das Leben Ihres Bullys retten zu können.

    Bitte nehmen Sie den Ratschlag sehr ernst, da leider die meisten Hitzschläge von Bully auf das Fehlverhalten Ihrer Besitzer zurückzuführen sind!

    Keilwirbel

    Ein Keilwirbel unterscheidet sich von einem normalen Wirbel in der Form. Ein normaler Wirbel weist eine rechteckige Form auf. Bei einem Keilwirbel weist diese Form ab. Nahezu alle Bullys haben Keilwirbel. Nicht alle Keilwirbel sind für den Bullys gefährlich. Hier muss durch eine röntgenologische Untersuchung festgestellt werden wo der Keilwirbel sitzt und wie weit dieser ausgeprägt ist.

    Nickhautdrüsenvorfall

    Es ist ein Vorfall der Nickhautdrüse, die meistens bei Junghunden auftritt. Es ist eine kugelige gerötete Vorwölbung, die den Rand der Nickhaut überragt. In vielen Fällen lässt sich die Nickhautdrüse wieder im Auge zurückverlagern. Sollte dies nicht der Fall sein, gibt es zwei gängige Formen der Operation:

  • die Vernähung der Nickhautdrüse im Auge und/ oder
  • deren Entfernung
  • Beide Arten haben Fürsprecher und Gegner. Aus eigener Erfahrung würde ich mich immer für die Entfernung der Nickhautdrüse entscheiden, da sie dann einfach gesagt weg ist.
    Dies wird bei unserem Tierarzt geläsert, was den Vorteil hat, das keine Nähte im Auge sind und durch das Läsern die Gefäße sofort wieder verschlossen werden, was die Gefahr einer Blutung sehr minimiert. Ein Nachteil dabei soll die Feuchtigkeitsregulierung des Auges sein, da die Nickhautdrüse zu 30% – 40% zur Tränenproduktion beiträgt. Dies kann in einzelnen Fällen zu einem trockenen Auge führen, was zur Folge hätte dass das Tier täglich mit Augentropfen versorgt werden müsste. Trotz dieses Nachteils hat keiner der von uns bekannten Bullys die nach dieser Methode operiert worden ist ein trockenes Auge bekommen und ist somit auch nicht auf Augentropfen angewiesen.
    Mehrere negative Erfahrungen wurden mit der Vernähung der Nickhautdrüse einiger von uns bekannten Bullybesitzer gemacht. Dies führt durch den Faden im Auge immer wieder zu Entzündungen und trüben Augen. Weiter findet im Auge durch den Faden immer eine Reizung statt, die eine Verletzung der Hornhaut hervorrufen kann, die in einzelnen Fällen bis zur Blindheit führen könnte. Ein Weiterer ausschlaggebender Punkt ist, dass in den meisten Fällen des vernähten Nickhautdrüsenvorfalls es wieder zu einem erneuten Vorfall kommt, was eine weitere Operation zur Folge hat. Das heisst auch wieder, eine Vollnarkose, Schmerzen und auch wieder die Kosten für die Operation und daraus resultierende Nachsorgekosten für Medikamente.
    Die Entscheidung für welche Variante Sie sich im Fall entscheiden würden, liegt natürlich ganz bei Ihnen, da beide Operationen wie jede, gewisse Risiken mit sich bringen. Wenn Sie sich nicht sicher sind fragen sie auch noch einmal Ihren Züchter und Tierarzt.

    Patella Luxation

    Patella Luxation ist eine meist erbliche Erkrankung. Sie kann aber auch in der Wachstumsphase hervorgerufen werden. Es handelt sich hierbei um eine Verlagerung der Kniescheibe (Patella). Das heisst, diese rutscht bzw. springt immer wieder aus ihrer Führung heraus, der sogenannten Luxation. Dadurch verliert das Knie an Stabilität und kann dem Hund je nach Ausprägung Schmerzen bereiten. Die Ausprägung der Erkrankung wird in verschiedene Grade festgelegt. Bei Grad 0 liegt keine Patella Luxation vor. Jedoch kann bei Grad 4, dem schwersten grad die Kniescheibe nicht in ihre Ausgangslage zurückgeführt werden. Hier kann nur noch ein operativer Eingriff helfen, die Kniescheibe wieder fest in ihre Ursprungslage zu verlagern.

    Was tun bei Unsicherheit?

    Sollten Sie sich im Krankheitsfall unsicher sein, scheuen Sie sich nicht Ihren Züchter zu kontaktieren. Oftmals kann auch er Ihnen weiterhelfen und Ratschläge geben ohne das Sie gleich zum Tierarzt gehen müssen. Denn leider gibt es immer noch Tierärzte die sich mit dem Bully nicht besonders gut auskennen.

    Ein Gastbeitrag von Bianca Binsker – www.franzoesischbulldog.de

    Alle Bilder & Quellen: Bianca Binsker