Der Belgische Schäferhund

Der Belgische Schäferhund

Der Belgische Schäferhund hat sich aus den Hütehundschlägen Belgiens entwickelt und wird seit dem Ende des 19. Jahrhunderts rein gezüchtet.

Es gibt beim Belgischen Schäferhund vier Varietäten

Vier verschiedene Varietäten finden sich unter dem Namen „Belgischer Schäferhund“ zusammen, die sich hauptsächlich in ihrer Fellstruktur unterscheiden, vom Verhalten aber ähnlich sind (wenn der Malinois allerdings aus Arbeitslinien stammt, stellt er andere Ansprüche an seinen Besitzer als ein Malinois aus Standardzucht und der Laekenois ist oft etwas dickköpfiger als die beiden Langhaarvarietäten).

  • Groenendael und Tervueren sind langhaarig,
  • der Malinois stockhaarig und der Laekenois rauhaarig.

„Belgier“ sind leicht gebaute, wendige Hunde, etwa so lang wie hoch und sehr bewegungsfreudig.

MalinoisBildangaben: Bild & Quelle: Ulrike Hodapp

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Warum mich der Belgische Schäferhund fasziniert

Es ist nun beinahe schon 40 Jahre her, dass ich mich in den Tervueren verliebte.

Sein Äußeres war es, das mich zuerst faszinierte: diese Kraft gepaart mit Eleganz, diese leichtfüßigen Bewegungen, das seidige Fell, diese warme braune Farbe mit der ausdrucksstarken schwarzen Maske, ein ganz naturbelassener Hund, an dem nichts kosmetisch verändert wird.

Mein erster Belgischer Schäferhund war also ein Tervueren-Rüde, heute leben zwei Malinois-Hündinnen mit uns, die aus sogenannter Standardzucht stammen und verhaltensmäßig dem langhaarigen Belgier entsprechen (anders als ein Malinois aus der „Arbeitslinie“, die zu Sportzwecken gezüchtet wird und in Deutschland vorwiegend anzutreffen ist).

Belgischer Schäferhund steht auf den HinterbeinenBildangaben: Bild & Quelle: Ulrike Hodapp

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Belgischer Schäferhund TervuerenBildangaben: Bild & Quelle: Sabine Gläsl, via Ulrike Hodapp

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Groenendael Hund beim TurnierBildangaben: Bild & Quelle: Ute Becker, via Ulrike Hodapp

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Was abgesehen vom Äußeren beim Belgischen Schäferhund besonders besticht, ist seine Sensibilität. Er ist ein Hund der leisen Töne, der von seinem Besitzer Geduld und Einfühlungsvermögen verlangt. Man sollte in der Lage sein, einen Hund zu lesen, sonst droht man, seinen Belgier zu überfordern. Und wenn das erst mal passiert ist, kann es sein, dass er sich konsequent verweigert. Der Belgische Schäferhund vergisst Fehler nicht so leicht, deshalb ist man gut beraten, ihn mit liebevoller Konsequenz zu führen.
So ein Belgier will sorgsam auf das Leben in der menschlichen Gesellschaft vorbereitet werden. Die ersten Monate ist man also damit beschäftigt, den kleinen Hund mit allen Merkwürdigkeiten des Lebens vertraut zu machen. Er lernt schnell und sehr gerne und ist äußerst intelligent. Auf der Basis unerschütterlichen Vertrauens zu seinem Menschen wird er ein umweltsicherer Hund, dessen größte Freude es ist, überall dabei sein zu dürfen. Aber er braucht für seine Entwicklung Zeit, man kann gut und gerne drei Jahre rechnen, bis aus dem körperlich erwachsenen Hund auch ein psychisch reifer Belgier geworden ist.

Belgischer Schäferhund Welpe auf KissenBildangaben: Bild & Quelle: Ulrike Hodapp

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Belgischer Schäferhund laekenois-WelpenBildangaben: Bild & Quelle: Ulrike Hodapp

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zwei Belgische Schäferhunde springen durch das Gras quintBildangaben: Bild & Quelle: Ulrike Hodapp

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Belgischer Schäferhund Welpe in der 6. WocheBildangaben: Bild & Quelle: Ulrike Hodapp

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Ob für die Erziehung oder zum Lernen – von allem möglichen Sinn und Blödsinn hat sich bei uns der Clicker sehr bewährt: er garantiert ein Lernen ohne Druck und mit jeder Menge Erfolgserlebnissen. Das kommt dieser Hunderasse sehr entgegen, denn Druck verängstigt ihn und dann geht gar nichts mehr.

Dein persönlicher Schatten

Ein Belgischer Schäferhund schließt sich seinen Menschen sehr eng an. Man sollte darauf vorbereitet sein, dass dieser Hund einem überall hin wie ein Schatten folgt.

hajouna du bois du tot (9)Bildangaben: Bild & Quelle: Vivien Heyer, via Ulrike Hodapp

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Alleine zu bleiben muss daher langsam aufgebaut werden, aber wenn er es erst mal begriffen, kann man ihn auch drei, vier Stunden alleine lassen.

Vorausgesetzt, man hat ihn vorher schön beschäftigt. Dann verschläft er das Alleinsein einfach.
Für den Zwinger eignet sich der Belgier aufgrund seiner großen Menschenbezogenheit überhaupt nicht. Unsere Hunde leben in die Familie integriert im Haus und schlafen im Schlafzimmer. Bei seinen Menschen zu sein ist ihm das Allerwichtigste und als wir aus der Wohnung in ein Haus mit großem Garten umzogen, war die Begeisterung unseres Hundes nicht halb so groß wie unsere eigene: der Garten ist für ihn nur interessant, solange wir uns auch dort aufhalten.

schwarzer Belgischer Schäferhund mit Welpe am KüssenBildangaben: Bild & Quelle: Ute Becker, via Ulrike Hodapp

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Dieser Hund hat einen ausgeprägten Bewegungsdrang

Für sportliche Aktivitäten jeglicher Art lässt sich der Belgische Schäferhund nur zu gerne begeistern. Es müssen nicht die üblichen Hundesportarten sein (wobei er dort in allen Bereichen oft anzutreffen ist), wichtig ist ihm, dass er etwas zusammen mit seinem Menschen tun kann.

Spaziergänge sind für die bewegungsfreudige Rasse ein Muss. Wenn ich es zusammenrechne, sind wir mit den Hunden so ca 2-3 Stunden am Tag draußen.

Spazierengehen allein in bekanntem Gebiet wird dem Belgier schnell langweilig und dann möchte er beschäftigt werden. Ob Suchspiele, verstecken spielen, Ballspielen, Frisbee – egal, alles wird gerne gemacht.

Belgischer Schäferhund zieht an seinem SpielzeugBildangaben: Bild & Quelle: Ute Becker, via Ulrike Hodapp

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Belgischer Schäferhund jagd Ball auf Wiese nachBildangaben: Bild & Quelle: Ute Becker, via Ulrike Hodapp

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Belgischer Schäferhund beisst zuBildangaben: Bild & Quelle: Vivien Heyer, via Ulrike Hodapp

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Belgischer Schäferhunde mit Kindern auf der WieseBildangaben: Bild & Quelle: Ulrike Hodapp

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Wenn nicht, entstehen aus der Langeweile gerne irgendwelche Unarten – und in dieser Hinsicht kann der Belgier sehr kreativ sein. Dann wird auch gejagt, egal ob Jogger oder Radfahrer oder Rehe. Jagdtrieb, ja den hat er auch, mal mehr, mal weniger ausgeprägt. Aber wenn man von Anfang an darauf achtet, dass der gar nicht erst zum Einsatz kommt, ist er gut zu kontrollieren. Je besser man den Hund beschäftigt, desto weniger Probleme wird man mit dem Jagdtrieb bekommen.
Der Belgische Schäferhund ist ein sehr anpassungsfähiger Hund: im Haus ein Schmuser ohnegleichen, ein ruhiger, unauffälliger Hausgenosse und draußen ein außerordentliches Temperamentsbündel. Er ist kein Kläffer, meldet Besucher aber laut und deutlich, um sich sofort zu beruhigen wenn man ihm sagt, dass der Besuch willkommen ist. Gegenüber Fremden ist er freundlich interessiert aber nie aufdringlich.

Belgische Schäferhund: Rüde vs Hündin

Der Belgier hat ein ausgezeichnetes Sozialverhalten und eine sehr klar zu erkennende Körpersprache.

MalinoisBildangaben: Bild & Quelle: Ute Becker, via Ulrike Hodapp

Bild & Quelle: Ute Becker, via Ulrike Hodapp


Im Hinblick auf Verhalten haben wir nur geringe Unterschiede bei Rüden und Hündinnen festgestellt: Der Rüder tritt gern etwas machohaft auf, wenn er anderen Geschlechtsgenossen begegnet, da ist die Hündin neutraler. Bei der Hündin stelle ich hormonell bedingte Gemütsschwankungen fest, die der Rüde nicht hat. Leichtführig sind beide gleichermaßen.

Pflege des Hundes

An die Fellpflege stellt weder der langhaarige noch der kurzhaarige Belgier große Ansprüche. Die Bürste kommt nur während des Fellwechsels zum Einsatz, und da ist es schon erstaunlich, welche Mengen an Unterwolle sogar so ein Malinois produzieren kann. Bei Tervueren und Groenendael muss man an bestimmten Stellen (hinter den Ohren, an den Hosen, unter dem Bauch) im Alter dafür sorgen, dass es nicht zu Verfilzungen kommt.

Ein Gastbeitrag von Maria von der Forst, im Namen des DKBS, via Ulrike Hodapp, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit

Deutscher Klub für Belgische Schäferhunde e.V. im VDHBildangaben: Bild & Quelle: Ulrike Hodapp

Bild & Quelle: Ulrike Hodapp

Beitragsbild & Quelle: Ute Becker, via Ulrike Hodapp
Alle anderen Bilder & Quellen, wie angegeben, jeweils mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Klubs für Belgische Schäferhunde e.V. im VDH.