Krankenversicherung für Hunde: Ein Muss – oder doch nicht?

Krankenversicherung für Hunde: Ein Muss – oder doch nicht?

Natürlich werden auch Hunde mal krank – warum also keine Krankenversicherung für Hunde abschließen? Doch worauf soll man achten? Wir haben Oliver Mest, Hundefan mit Leib und Seele und Versicherungsmakler, als Experten zu Rate gezogen.

Krankenversicherungen für Hunde erstatten als Vollversicherungen

  • die Kosten für Behandlungen beim Tierarzt aufgrund von Unfällen oder Krankheiten.
  • Außerdem werden fällige Operationskosten übernommen.
  • Bei einer freien Tierarztwahl werden zudem die Kosten auch für eine Unterbringung in einer Tierklinik erstattet.
  • Maximal ist eine Kostenübernahme bis zum zwei- oder dreifachen Satz der Gebührenordnung möglich. Hier gilt: Je höher der Erstattungssatz, umso eher werden die Kosten für aufwändige Behandlungen auch voll übernommen.

    Tipp 1: Höchstgrenzen bei der Kostenübernahme beachten

    Aber Vorsicht: Bei den meisten Versicherungen ist die Kostenübernahme gedeckelt: So erstattet die Helvetia Tierversicherung maximal 2.500 Euro jährlich, die Allianz Optimal dagegen 4.000 Euro Behandlungskosten. Bei der AGILA werden nur 600 Euro für Tierarztbesuche erstattet, darüber hinaus bis zu 3.000 Euro für Operationen. Lediglich bei der Helvetia PetCare Komfort werden die Kosten ohne Begrenzung übernommen – erstattet wird dann aber lediglich der zweifache Satz der Gebührenordnung. Und einrechnen müssen Hundebesitzer auch die fällige Selbstbeteiligung: Bei der Helvetia werden 20 Prozent pauschal fällig, bei der Allianz ebenfalls, bei der AGILA erst ab dem fünften Geburtstag des Hundes – für jüngere Hunde gibt es dort keine Selbstbeteiligung.

    Tipp 2: Auf das Kleingedruckte achten – nicht alle Kosten werden ersetzt!

    Grundsätzlich werden auch im Rahmen der Höchstgrenzen für die Übernahme von Behandlungskosten nicht alle Kosten ersetzt. Ausgeschlossen sind bei vielen Versicherern bei Antrag bereits bekannte Krankheiten, Krankheiten infolge von unterlassenen vorgeschriebenen Impfungen, Eingriffe aus ästhetischen Gründen, reine psychotherapeutische Heilbehandlungen sowie die Kostenübernahme für Gesundheitszeugnisse und Gutachten.
    Anderer Versicherer erstatten dafür die Kosten für alternative Behandlungen wie Homöopathie oder Akupunktur und leisten auch bei einer Kastration oder einer Physiotherapie nach einer Operation oder bezahlen reine Vorsorgemaßnahmen wie Impfungen oder eine Wurmkur.

    Die Leistungen der einzelnen Versicherer sind so unterschiedlich, dass ein Vergleich und eine Beratung durch einen Experten fast ein Muss ist.

    Hohes Prämienniveau

    Eine Krankenvollversicherung für den Hund ist kein günstiges Vergnügen: Ein Top-Schutz bei der AGILA kostet im Exklusiv-Tarif für einen ein Jahr alten Labrador 52,90 Euro monatlich. Und selbst der einfachere Schutz der Helvetia schlägt noch mit 33,90 Euro monatlich zu Buche. Günstiger als eine Krankenvollversicherung ist eine reine OP-Kostenversicherung, die aber nur Operationskosten abdeckt. Die kostet bei der Uelzener 8,81 Euro im Monat – erstattet aber auch nur den einfachen Satz bei Operationen. Bei einer Erstattung bis zum dreifachen Satz werden bei der Helvetia und der Agila bereits um die 20 Euro monatlich fällig.

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    Beitragsbild & Quelle: geralt / Pixabay / creative commons public domain

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