Eine schlimme Woche

Eine schlimme Woche

Mir geht es immer noch sehr gut. Meine Blutwerte sind gut, allerdings müssen wir aufpassen, dass ich keine Infektion bekomme, da mein Immunsystem „ganz weit runtergefahren“ ist. MEIN Herrchen deckt mich jede Nacht zu und ich muss, wenn es regnet, einen Regenmantel anziehen. Super sage ich euch: ich als cooler Beagle und so`n lächerlichen Mantel an. Na ja, kann ich auch noch ertragen. Hauptsache ich werde gesund.

Schlimme Nachrichten!

Dafür möchte ich euch heute eine sehr traurige Mitteilung machen: Odin unser Opa ist eingeschlafen. Herrchen und Frauchen haben lange mit sich gerungen, bis zu der Entscheidung, dass es für ihn besser ist, wenn er gehen darf! Gestern war dann eine Freundin von Frauchen hier, die ist Tierärztin. Es war ein ganz schlimmer Moment für die ganze Familie.

Wir Vierbeiner durften alle mit dabei sein und auch wenn uns immer nachgesagt wird, dass wir nicht trauern können und vieles nicht verstehen, muss ich euch mal sagen, auf unsere Art und Weise verstehen wir sehr wohl was passiert. Wir wussten schon vor den Zweibeinern, dass die Zeit gekommen ist und haben uns oft neben ihn gelegt, nur um ihm zu zeigen, hier sind wir und stehen dir zur Seite.

Es ist alles ganz ruhig abgelaufen und Odin wusste was passieren würde. Er hatte keine Angst, hat sich einfach in Herrchens Schoß gelegt und sich in das, was da kommen mag, fallen lassen. Anni und ich waren die ganze Zeit an seiner Seite, haben ihn abgeschnüffelt und auf ihn aufgepasst. Das hat ihn auch beruhigt. Niemand um uns herum war hektisch, alle haben eine solche Ruhe ausgestrahlt, dass er bis zum Schluss absolutes Vertrauen hatte. Wir haben noch lange bei ihm gesessen…. und Herrchen und Frauchen haben in Erinnerungen geschwelgt.

Erinnerungen an Odin

Zum Beispiel seine Geburt

Frauchen ist damals zu ihrer Freundin gefahren, weil die Geburt anstand. Sie wollte eigentlich einen hellen Hund haben, aber der Erste kam und war schwarz, der zweite auch und auch der Dritte. Als dann der Vierte kam und Frauchen die Fruchtblase öffnete, „winkte“ ihr eine weiße Pfote entgegen und eine weiße Nase kam hinterher. Als Frauchen das sah, sagte sie ganz spontan, das ist meiner. Sie hat ihn jeden Tag besucht und als es der Mama schlecht ging, hat sie ihn teilweise mit der Flasche gefüttert. Stellt euch mal vor: MEIN Herrchen war damals noch im Kindergarten!

Odin im Wald

Oder als er im Wald mal abgehauen ist und eine Wildschweinrotte gejagt hat! Man das war vielleicht ne Aufregung. Und er hat sich mal Schokolade gestohlen. Nicht nur so einen schnöden Riegel oder eine Tafel, nein das war zur Jahrtausendwende, da gab es eine Tafel die 2000g schwer war! Und die hat er sich gestohlen und komplett aufgefressen. Alle dachten, er stirbt daran. Aber Frauchen hat die ganze Zeit seinen Kreislauf in Schwung gehalten, er hat vorne und hinten alles wie Wasser verloren, aber er hatte es nach 3 Tagen geschafft und war über den Berg. VORSICHT: er hatte echt nur ganz viel Glück, Schokolade ist das absolute Gift für uns. Also nicht nachmachen

Odin der Tierversteher

Er hat auch immer alle Tiere hier einfach so akzeptiert: jede Katze die hierher kam fand er toll. Anni und mich hat er einfach so angenommen und auch den Wellensittich der mal hier lebte, dem hat er nichts getan.

Und als die Katzen ihre Baby`s hatten, hat er sich mit 15 Jahren noch aufgeführt, als wäre er Papa geworden.

Und einmal waren Herrchen und Frauchen für 2 Wochen im Urlaub und er war bei unserer „Tante“. Als unsere „Tante“ ihn mit auf dem Flughafen hatte, um die Familie wieder abzuholen, hat er sich so sehr gefreut Frauchen zu sehen, das er den ganzen Flughafen zusammengeschriehen hat. Alle Leute haben schon geguckt, was sie da mit dem Hund machen, aber er hat sich nur so sehr gefreut alle wiederzusehen.

Wir denken an Dich

Wir wünschen ihm auf seinem letzten Weg alles Gute und wir wissen ja alle, wir sehen uns wieder. Er wartet auf der anderen Seite der Regenbogenbrücke.

wir halten hier solange die Stellung! Mach`s gut Opa.

Ein Gastbeitrag von Katrin Kränzler

Bild & Quelle: Katrin Kränzler

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