Der stechende Schmerz

Der stechende Schmerz

Hallo, hier kommt endlich mal wieder ein Lebenszeichen von mir!

Frauchen ist so sehr im Stress, das sie die Zeit, die sie für uns Hunde hat, lieber mit uns draußen in der Natur verbringt. Sag sie zumindest! Ok sie sitzt auch den ganzen Tag am Laptop und tippt immer auf der Tastatur rum. Wird wohl stimmen.
In der Zwischenzeit bin ich mit meinen Tabletten auf 12 Tage eingestellt. Mit geht es damit echt super gut. Leider ging es mir damit schon zu gut…

2 Beagle Peppi bei einer Wiese im Sonnenuntergang

Bild & Quelle: Katrin Kränzler

Ich bin mit Herrchen gewandert, 20 lange Kilometer und habe unterwegs mit Anni getobt. Auf der halben Strecke hatte ich das Gefühl, mir sticht jemand ein Messer in den Rücken. Au, das tat weh! Als ich aufschrie, hat Herrchen sich ziemlich erschreckt. Er hat allerdings nicht gewusst, was los war und hat meine Füsse untersucht, ob ich mich da irgendwie verletzt hatte. Er hat sie sogar mit Wasser abgespült, um besser sehen zu können. Er hat natürlich nichts gefunden. Wir sind dann die letzte Strecke langsam nach Hause gegangen. Ich durfte mit Herrchen im Garten bleiben, weil ich nun fast bei jeder Bewegung Schmerzen hatte und laut aufgeschrien habe. Als Frauchen dann nach Hause kam, hat sie mich ins Haus gebracht und auf meinen Platz gelegt. Es wusste ja immer noch keiner, was mit mir los war.

Ich habe gehechelt wie blöd und Frauchen hat ein nasses Handtuch um mich gewickelt. Das tat gut! Aber ich hatte keine Ruhe. Ich konnte nicht sitzen, nicht liegen, nicht laufen und nicht stehen, zumindest nicht ohne Schmerzen.

Frauchen hatte gesagt, sie denkt, dass ich geprellte Rippen oder irgendwas an der Wirbelsäule haben könnte. Und dann hat sie bei unserem Tierarzt angerufen. Nein, bitte Frauchen nicht! Mir geht`s gut, siehst du! Hallo, ich rede mit dir! Nicht`s half! MEIN Herrchen sollte mich hochheben, aber jedes Mal wenn er versucht hat mich anzuheben, habe ich geschrien und er hat immer schön brav die Hände wieder von mir gelassen. Dann kam das „unbarmherzige“ Frauchen. Sie hat mit MEINEM Herrchen geschimpft: er solle einmal zufassen und mich auch anheben, egal ob ich schreie oder nicht. Wie sagt sie? Einmal mit Schmerz anheben, als mehrmals bis zum Schmerz versuchen! Ha, ein Griff von ihr, ein Schrei von mir und schwupp saß ich in ihrem Arm. Sie hat mich dann ins Auto gebracht und MEIN Herrchen und sie sind mit mir losgefahren. Jede Kurve, jedes Bremsen hat mir einen Messerstich in den Rücken verpasst, obwohl Frauchen schon ganz vorsichtig gefahren ist.
Wir kamen in der Praxis an und Frauchen hat mich wieder unbarmherzig aus dem Auto genommen.

Eigentlich ist sie ja ganz lieb, aber es tat schon weh, wenn sie mich anfasste. Naja, das musste wohl sein.

Ich kann`s doch verstehen, sie will mir immer nur helfen und raus musste ich aus dem Auto.

Im Wartezimmer schlotterten mir die Beine. Ich glaube mein Blut hat schon Blasen geschlagen… Dann wurden wir aufgerufen. In dem Behandlungszimmer hat Frauchen mich auf dem Fußboden gelassen, damit der Arzt gleich sehen konnte, wie ich laufe. Das war meine Chance: in dem Zimmer gibt es fast bodentiefe Fenster und eins davon stand auf. Ihr wisst schon, was kommt oder? Ich nahm trotz Schmerzen Anlauf, mit starrem Blick auf`s Fenster zu… Frauchen sah mich und hatte wohl die gleiche Idee. Auf jeden Fall rannte sie auch los. Warum wollte Frauchen denn aus dem Fenster springen? Sie hatte doch nichts zu befürchten. Na auf alle Fälle war Frauchen vor mir am Fenster und sprang… nicht, sondern schob es blitzschnell zu! Ah, das war ihr Plan. Meiner war also grundlegend gescheitert, danke!

3 Hündin Peppi mit Spielzeug

Bildangaben: Bild & Quelle: Katrin Kränzler

Bild & Quelle: Katrin Kränzler

Der Tierarzt kam rein und sah mir zu, wie ich lief, dann musste ich auf den Tisch und wurde vorsichtig untersucht. Eine Röntgenaufnahme wurde gemacht und dann gab`s drei Spritzen. Als wir wieder im Auto waren, fühlte ich mich so komisch. Alles war unwirklich. Und zu Hause wollte ich nicht mal mehr aufstehen. Frauchen hat mich dann aus dem Auto genommen und im Haus in einen Hundekennel gelegt. Ich war wie benebelt. Sie haben auch noch eine Decke über den Kennel gehängt, das ich meine Ruhe hatte. Am nächsten Morgen ging es mir schon viel besser, aber ich musste noch 4 Tage zum Tierarzt und brauchte Spritze. Außerdem bekam ich noch einige Zeit Schmerzmittel, die Frauchen mir zu Hause geben konnte. Seitdem brauche ich keine Treppen mehr gehen und werde auch immer ins Auto gehoben und heraus. Toll ist das nicht.

Wenn ich so um die Ecke gestürmt komme und die Treppe hochrennen möchte, ruft immer irgendwer von hinten: Peppi stopp! Warte! Zum Glück sieht das kein Unbeteiligter, peinlich!

Ich freue mich schon, wenn Frauchen die nächste Geschichte aufschreibt, die ich ihr diktiere…

Ein Gastbeitrag von Katrin Kränzler

Alle Bilder & Quellen: Katrin Kränzler

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