Der Freudenweg im Hundesport

Hundebücher gibt es eine ganze Menge, aber welche sind es wert gekauft und gelesen zu werden? Insb wenn es “ans Eingemachte” geht, nämlich um das Training Eures geliebten Vierbeiners?

Wir haben hineingeblickt in “Der Freudenweg im Hundesport” von Barbara Feldbauer und Carmen Schmid, erschienen im Oertel + Spörer Verlag.

Um was geht es?

Das Buch ist fast ein Almanach, Nachschlagewerk und Tagebuch in einem. Auf 150 Seiten gehen die Autorinnen der Frage nach, wie man Hunde trainieren und für Turniere fit machen kann. Dabei verschonen sie nicht die Person am anderen Ende der Leine, geben aber auch fundierte Tipps für die Basics – dennohne diese geht gar nichts. Zudem portraitieren sie auf nette Art die verschiedenen Hundetypen (der gemütliche Hund, der Ängstliche, der Aktive) und besprechen ausgiebig die verschiedenen Trainingstypen (bspw Clicker, Shaping etc).

Leseprobe

Einführung

Einige von uns gehen ihn schon, den Freudenweg. Ihre Harmonie, ihre Ausstrahlung, ihr
Selbstbewusstsein, ihre Freude an der gemeinsamen Arbeit zu sehen ist ein reines Vergnügen.
Viele von uns möchten ihn unbedingt gehen, den Freudenweg. Sie besuchen Seminare,
tauschen sich mit ihren Trainern und Trainingskollegen aus, beschäftigen sich intensiv und
kritisch mit verschiedenen Trainingsmethoden und tun alles dafür, es zu schaffen, und doch
missglückt es immer wieder an den verschiedensten Stellen. Sie finden ihn einfach nicht, den
Freudenweg.

  • Sie möchten Erfolg im Hundesport haben und dabei eine glückliche Zeit gemeinsam mit Ihrem Hund verbringen?
  • Sie möchten entspannt und mit Spaß mit Ihrem Hund trainieren und merken, wie der Zusammenhalt mit ihm täglich wächst?
  • Sie möchten sehen, wie Ihr Hund stetig mehr Freude an seinen Aufgaben entwickelt und dabei immer besser wird?
  • Sie möchten Ihre Ziele realistisch entwickeln und sie dann auch erreichen?
  • Sie möchten sich nicht fragen müssen, ob Ihr Training Ihren Hund überfordert oder ihm einfach nicht guttut?
  • Wir haben diesen Weg hier beschrieben. Von Anfang an bis hoch hinauf zur Spitze! Verständlich,
    logisch und gut strukturiert erklären wir jedes einzelne Teilstück. Es war eine unglaublich
    spannende Aufgabe und hat uns großen Spaß gemacht. Der Freudenweg ist einfach zu gehen,
    wenn man weiß, was zu beachten ist, und wenn wir unsere Leitziele kennen, um nicht von
    diesem Weg abzukommen.
    Unser Buch richtet sich sowohl an aktive Hundesportler als auch an diejenigen unter uns, die
    gerade die ersten Schritte in eine Sparte des Hundesports gesetzt haben. Egal, an welchem Punkt
    Ihrer sportlichen Karriere Sie und Ihr Hund sind, dieses Buch wird eine Bereicherung für Sie sein
    und eine Bereicherung für die Ausbildung Ihres Hundes.

    Alltag versus Training

    Damit wir uns im weiteren Verlauf dieses Buches nicht missverstehen, grenzen wir die beiden
    Begriffe Alltag und Training voneinander ab, so wie wir sie hier definieren.
    Fangen wir beim Training an. Das Training beginnt mit dem Betreten unseres Trainingsortes und
    endet erst, wenn wir ihn wieder verlassen. Dieser eng definierte Bereich ist das Thema dieses
    Buches! Alles andere fällt in den somit sehr großen Komplex des Alltags. Diese Abgrenzung ist
    sehr wichtig, da beide Bereiche einen unterschiedlichen Trainingsanspruch aufweisen.
    Widmen wir uns an dieser Stelle kurz dem Alltag und den Erwartungen an unsere Hunde,
    bevor wir ihn auch schon wieder verlassen.
    Viele unserer Erwartungen und Anforderungen stehen der Natur unseres Hundes konträr
    gegenüber. Die Anpassung an unseren Lebensstil birgt für ihn Einschränkungen, Langeweile
    und manchmal Frustration. Das können wir nicht ändern, aber durch gezieltes und sorgfältiges
    Training können wir Konfliktsituationen reduzieren und für uns und ihn das Leben einfacher
    machen. Wenn unser Hund weiß, welches Verhalten in einer bestimmten Situation angemessen
    ist, fällt es ihm leichter, den Versuchungen dieser Situation zu widerstehen.
    Um hierfür einen einfachen Begriff zu verwenden, nennen wir das erwünschte Verhalten unseres
    Hundes Alltagsgehorsam. Ist er beständig vorhanden, ist die Grundlage für unser harmonisches
    Zusammenleben gegeben. Da Alltag und Ansprüche eines jeden Hundehalters individuell
    verschieden sind, lässt sich der Alltagsgehorsams nicht allgemeingültig formulieren.

    Minimonster Pia liebt es, auf dem Küchentisch zu liegen. Das ist aber verboten. Manchmal erwischt Barbara sie trotzdem dabei und ein strenger Blick reicht aus, um Pia traurig den verbotenen Platz wieder verlassen zu sehen.
    Hat Barbara ein schlechtes Gefühl dabei? Nein, ganz und gar nicht. Es gibt im Haus verschiedene Spielregeln, welche von den Hunden befolgt werden müssen, auch wenn sie dabei mal traurig schauen. Wir möchten im Alltag möglichst entspannt mit unseren Hunden umgehen können und dafür müssen sie sich zumindest meistens an unsere Regeln halten.

    An dieser Stelle hatten wir ursprünglich als Beispiel eine Liste von Dingen aufgeführt, die wir
    von unseren eigenen Hunden im Alltag erwarten. Wir haben sie gestrichen! Denn eigentlich
    interessiert es doch gar nicht, was wir von unseren Hunden in unserem Alltag erwarten. Hier geht
    es um Sie und Ihren Hund. Es ist egal, ob Ihr Hund am Tisch betteln darf oder beim Essen weit
    weg vom Tisch liegen soll, den Fernsehsessel mit Ihnen teilt oder Sie es lieben, nachts mit ihm in Ihrem Bett zu schlafen. Es ist Ihr Hund und Ihr Alltag und hier zählen nur Ihre Bedürfnisse. Wichtig ist aber, dass all diese Dinge für den Hund ganz klar definiert sind!

    Führen wir uns kurz noch einmal die Definition von Alltag und Training vor Augen. Die Zeit, die
    nicht dem aktiven Training gewidmet ist, unterliegt den individuell verschiedenen Anforderungen
    eines jeden von uns an das Verhalten seines Hundes. Das bedeutet, dass unser Hund, der
    sportlich gearbeitet wird, zusätzliche Bereiche in seinem Alltagsgehorsam gelernt haben muss,
    verglichen mit dem Hund der allein stehenden Rentnerin in unserer Nachbarschaft, der von ihr
    liebevoll umsorgt ihren Lebensabend bereichert.

    Auch diese speziellen Anforderungen an unsere Hunde während der ans aktive Training
    angrenzenden Zeit und am Turniertag werden wir im Verlaufe dieses Buches besprechen.
    Und jetzt fangen wir dann einfach mal an und gehen los.
    Viel Vergnügen auf dem Freudenweg!

    Die Freudenweg-Leitziele

    Kampf, Verzicht, Frust oder sogar Qual hat im Hundesport nichts zu suchen –
    weder bei uns selbst noch bei unserem Hund.
    Sie suchen einen Weg, freudvoll, fair und erfolgreich mit Ihrem Hund zu arbeiten?
    Dann sind unsere Leitziele eine wunderbare Unterstützung für Sie!
    Sie können Ihre Trainingsleistung sehr einfach anhand unserer Freudenweg-Leitziele beurteilen.
    Sie sind unser einziges Kriterium.
    Die Freudenweg-Leitziele sind völlig klar in ihrer Definition und lassen keinen Raum für
    Fehlinterpretationen und Missverständnisse. Sie können die Freudenweg-Leitziele bei jedem
    Ausbildungsstand sofort im Training einsetzen. Sie merken, an welcher Stelle beim Training
    Kreativität gefordert ist, und genau da wird Ihnen auch etwas einfallen.
    Sie lernen, achtsamer mit sich selbst umzugehen, Ihre Möglichkeiten besser einzuschätzen
    und flexibel Ihr Training auf sich und Ihre Stimmung anzupassen. So werden Sie eine wirklich
    glückliche Zeit mit Ihrem Hund verbringen.
    Wenn Sie im Training den Freudenweg-Leitzielen folgen, merken Sie augenblicklich, wenn
    etwas falsch läuft. Sie können sofort reagieren und vermeiden so Frustration, Irritation und
    Trainingsrückschritte. Sie werden sich nie wieder fragen müssen, ob Sie Ihren Hund mit der
    letzten Einheit überfordert haben. Allein die Aufmerksamkeit des Will-to-please-Hundes und
    die erwartungsvolle Spannung des unermüdlich aktiven Hundes sind kein Beweis dafür,
    dass Ihr Training richtig läuft (dazu später mehr).

    Der Freudenweg ist ein Weg für alle Hundetypen.

    Wir stellen sicher, dass unser Training unserem Hund guttut! Unser Mensch-Hund-Team wird
    mit jedem einzelnen Training besser, egal, wie kurz oder spielerisch die Einheit ist. Wir haben
    sie nämlich bedacht ausgeführt. Es gibt keine Rückschritte mehr, an deren Korrektur wir wieder
    wochenlang arbeiten müssen und uns dabei über unsere eigenen Fehler ärgern und versuchen,
    unseren Frust niederzukämpfen.

    Training mit den Freudenweg-Leitzielen wird viel einfacher, schöner, fröhlicher, entspannter und
    erfolgreicher für uns und unseren Hund. Wir müssen nur Folgendes tun: die Freudenweg-Leitziele
    zu jedem Zeitpunkt im Training bei uns und unserem Hund beachten!
    In diesem Kapitel beschäftigen wir uns mit den Grundlagen und logischen Schlussfolgerungen
    der Freudenweg-Leitziele. Sie sind eine unverzichtbare Unterstützung für jede Hundesportart
    und jede Trainingsmethode! Unser Training, nur nach diesen drei Leitzielen aufgebaut, ist so
    wertvoll und erfolgreich für uns und unseren Hund und der einzig richtige Weg!
    Wir möchten, dass Sie sich auf die weiteren Kapitel unseres Buches freuen, weil wir Sie neugierig
    gemacht haben. Neugierig, ob das wirklich alles so einfach ist, wie wir es beschreiben.
    Jeder der in diesem Kapitel angesprochenen Teilbereiche wird im weiteren Verlauf unseres Buches
    detailliert unter die Lupe genommen.
    Also, in die Tiefe gehen wir später. Jetzt fangen wir mal mit den Grundlagen an.

    Wie war es?

    Das Buch ist seinen Preis wert. An einigen Stellen ein wenig langatmig und zu theoretisch ist es eine gelungene Starthilfe für Mann/Frau mit Hund.

    Wo gibt es das Buch zu kaufen?

    “Der Freudenweg im Hundesport” ist im gutsortierten Buchhandel wie auch online bspw via Amazon erhältlich.