Ursprung

Der Finnische Lapphund ist eine sehr ursprüngliche Rasse. Ähnliche Hunde gab es wohl schon 7000 v. Chr. in den Polargebieten. Zu dieser Zeit dienten sie vermutlich als Jagd- und Wachhunde, als die Menschen dazu übergingen, Vieh zu halten, wurden die Hunde auf den Hütetrieb selektiert. Einen Rassestandard gab es nicht, je nach Region variierte das Aussehen der Rentierhütehunde sehr. Erst 1945 gab es die ersten Richtlinien, damals wurden sie Lappische Schäferhunde genannt. Ab 1960 wurde zwischen Lappischem Rentierhund und Lapphund unterschieden. 1993 wurde der Name in Finnischer Lapphund geändert.
In Deutschland ist der Lapphund recht selten anzutreffen, in Skandinavien dagegen weit verbreitet. In Frankreich zum Beispiel steigen viele Australien Sheperd-Züchter auf diese Rasse um, da sie unkomplizierter sind und nicht zu Problemhundeverhalten neigen.

Erscheinungsbild

Finnischer Lapphund von der Seite

Bild & Quelle: Severine Horlacher


Mit einem Schnitt von 49 cm bei Rüden und 44 cm bei Hündinnen haben die Finnischen Lapphunde eine praktische und angenehme Größe.

Er ist recht kräftig gebaut, wiegt in der Regel zwischen 16 und 25 kg. Er ist recht kompakt, die Körperlänge ist nur etwas größer als die Höhe.

Diese Hunde haben ein langes, sehr dichtes Fell, dass an die kalten, nordischen Temperaturen angepasst ist. Lapphunde gibt es in allen Farben und auch mehrfarbig, Voraussetzung ist nur, dass die Grundfarbe überwiegt.
Charakteristisch sind die Stehohren und die hoch auf dem Rücken getragene Rute. In entspannter Haltung wird sie aber häufig hängend getragen.

Außerdem hat der Lapphund ein beeindruckendes Mienenspiel.

So viele Emotionen kann man selten in einem Hundegesicht ablesen.

Was man von einem Finnischen Lapphund zu erwarten hat…

Finnischer Lapphund

Bild & Quelle: Severine Horlacher


Charakterlich ist der Finnische Lapphund sehr angenehm. Er zeigt sehr wenig Aggressionen, sein Verhalten ist recht ursprünglich und lässt sich in vielerlei (positiver) Hinsicht mit dem von Wölfen vergleichen. Diese Hunde haben ständig gute Laune und freuen sich über eine Aufgabe und sinnvolle Beschäftigung.

Sie lieben es, sich in den Mittelpunkt zu stellen und überraschen immer wieder durch ihre grenzenlose Kreativität.

Lapphunde sind sehr intelligent, ich würde sogar so weit gehen zu sagen, sie stecken Border Collies in die Tasche. Allerdings fahren sie nicht so schnell hoch und werden nicht hibbelig. Ihnen fehlt auch der fixierende Blick. Trotzdem sehen sie stets alles, was um sie herum passiert. Nicht bei allen Rassevertretern ist noch etwas vom Hütetrieb zu spüren. Auch wenn sie Action niemals aus dem Weg gehen, können sie sehr ruhig und entspannt sein und völlig abschalten.

Lapphunde lassen sich sehr schnell zum Bellen animieren, was sich durch gezieltes Training aber stark eindämmen lässt.

Neuen Situationen tritt der Lapphund stets unerschrocken, aber mit einer gesunden Portion Vorsicht und Besonnenheit gegenüber. Er ist nicht auf dem Menschen angewiesen, kann problemlos selbstständig arbeiten, ist aber auch ein guter Teamplayer.

Was kann ich mit meinem Lapphund anfangen?

Grundsätzlich alles. Er ist ein absoluter Allrounder. Egal ob konzentrierte Nasenarbeit, Obedience, Dogdancing oder Agility, der Lapphund hat überall seinen Spaß. Da er alles genau beobachtet, kann er sehr schnell und präzise reagieren.
Es ist aber nicht zwingend notwendig, in einen Verein zu gehen oder viermal die Woche auf den Hundeplatz zu stehen. Wer etwas Kreativität zeigt, findet im Lapphund einen angenehmen Begleiter im Alltag.

Der Finnische Lapphund und die Gesundheit

Der Lapphund ist eine sehr gesunde Rasse. Die einzigen Krankheiten, die man ihnen nachsagt, sind HD und die Augenkrankheit PRA. Beides ist vererblich und mit der Wahl der richtigen Linien kann man sie stark eindämmen.

Sonst gilt der Lapphund als sehr robust, geradezu „Unkaputtbar“.

Ihr Vorteil gegenüber vielen anderen Rassen ist, dass sie noch nicht überzüchtet sind.

Passt der Finnische Lapphund zu mir?

Finnischer Lapphund im Gras

Bild & Quelle: Severine Horlacher


Wer darüber nachdenkt, sich einen Lapphund anzuschaffen, sollte schon ein gewisses Maß an Hundeerfahrung mit sich bringen. Man muss kein Experte sein, wer aber völlig unbedarft an diese Rasse herantritt oder sich einen sogar nur wegen seines Aussehens anschafft, bekommt vermutlich Probleme. Eventuell sogar, ohne dass er sich dessen bewusst wird.

Denn der Lapphund hat ganz schnell die nötigen Tricks und Kniffe drauf, um seine Menschen zu beeinflussen.

Für Familien ist der Lapphund auf alle Fälle geeignet, da er nicht aggressiv wird und Kinder liebt. Man muss nur darauf achten, dass er nicht anfängt, eben diese zu dominieren. Auch Katzen und andere Kleintiere sind kein Problem.

Wer einen Lapphund hat, sollte täglich etwas Zeit haben, um den Hund auszulasten. Das bedeutet nicht, jeden Tag vier Stunden Bewegung, sondern eher ein paar Minuten konzentrierte und effektive Kopfarbeit. Dabei sollte man immer wieder etwas Neues ausprobieren. So wird Langeweile vermieden und der Hund bleibt fit.
Durch seine Größe und seinen Charakter eignet er sich gut, um ihn überall hin mitzunehmen. Mit einem Lapphund hat man einen tollen, aktiven Begleiter, der einem auch viele Jahre erhalten bleibt.

Ein Gastbeitrag von Severine Horlacher

Alle Bilder & Quellen: Severine Horlacher